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Peru

Wirtschaft

Stand:  März 2014

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Nach einer durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2009 (+ 0,9%) und einer spürbaren Erholung im Jahre 2010 (8,9 % Wirtschaftswachstum) wuchs die peruanische Wirtschaft im Jahr 2011 kräftig weiter, und erreichte mit 6,9 % den höchsten Wert in Südamerika. 2012 schwächte sich das Wachstum leicht ab (6,3 %).

Das für 2013 prognostizierte Wachstum von 6,1 % wurde während des Jahres immer wieder nach unten korrigiert. Nach dem ersten Trimester verzeichnete man nur noch 5,6 %, das zweite (4,4 %) und dritte (4,5 %) waren noch schwächer, so dass zum Jahresende noch 5,02 % erreicht wurden. Die Verlangsamung des Wachstums kam aufgrund geringerer Exporte (hier v. a. sinkende Preise für Bergbauprodukte) und nicht mehr ganz so starken Investitionen zustande.

Die Staatsverschuldung verringert sich kontinuierlich. Nach 21,7% des BIP in 2011 reduzierte sie sich 2012 weiter auf 39,6 Mrd. USD (19,8 % des BIP) und lag 2013 bei ca. 18,9 % (Prognose). Für 2015 wird sogar mit nur noch 15 % gerechnet.

Die Ratingagentur Standard & Poors hat die Kreditwürdigkeit Perus 2013 auf „BBB+“ heraufgesetzt. In Lateinamerika liegt Peru damit hinter Chile (A) nunmehr vor Mexiko und Brasilien an 2. Stelle. Auch die Rating-Agentur Fitch Rating hat die Kreditwürdigkeit Perus im Laufe des Jahres 2013 heraufgesetzt (auf BBB+ langfristige Kredite in Auslandswährung bzw. A- für langfristige Kredite in lokaler Währung).

Die Inflationsrate hat sich seit 2010 auf einem im regionalen Vergleich ausgezeichneten Wert zwischen 2 und 3 % stabilisiert. Während die Preissteigerungsrate 2012 2,7 % betrug, erhöhte sie sich 2013 auf insgesamt 2,86 %, wobei sie im August zwischenzeitlich sogar bei 3,28 % außerhalb des finanzpolitischen Rahmens lag.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Bergbau und der Tourismus. Letzterer hat den Fischereisektor vom 2. Rang verdrängt. Weiterhin sind das verarbeitende Gewerbe und der Handel von Bedeutung.


Außenwirtschaft

Nachdem die Exporte Perus bereits 2012 mit 45,6 Mrd. USD aufgrund der Krise in Europa, der schwachen Konjunktur in den USA und des leicht zurückgehenden Wachstums der Industrieproduktion in China nicht mehr ganz die Rekordmarke von 2011 ( 46,2 Mrd. USD) erreicht hatten, sanken sie im Jahr 2013 um 10,5 % auf nur noch  41,512 Mrd. USD. Die Importe, die2012 auf 41,1 Mrd.  USD gestiegen waren, stiegen 2013 nur noch leicht um 2,6 % auf  43,281 Mrd. USD. Folge des starken Exportrückgangs und des leichten Anstiegs der Importe ist die Umkehrung der Handelsbilanz. War diese in den Vorjahren noch positiv ( 2012 + 4,5 Mrd. USD), wies sie 2013 ein Defizit von 1,769 Mrd. USD auf.

Nachdem peruanische Exporte nach Deutschland 2012 bereits leicht zurückgegangen waren (von 1,9 Mrd. 2011 auf 1,85 Mrd.  USD 2012), verringerten sie sich 2013 um erhebliche 37,6 % auf nur noch 1,16 Mrd. USD. Exporte aus Deutschland nach Peru stiegen 2013 leicht an (1,4 %) auf 1,385 Mrd. USD. Im Vorjahr hatte der Zuwachs noch 11,3 % betragen. War Peru im Vorjahr noch eines der Länder, dass einen positiven Saldo der Handelsbilanz mit Deutschland hatte (+500,6 Mio. USD), kehrte sich das Verhältnis im zurückliegenden Jahr um (-220,3 Mio. USD).

Die peruanischen Exporte nach Deutschland werden vom Bergbausektor mit einem Anteil von 67 % angeführt. Dem folgen die Fischerei (über 15 %)und landwirtschaftliche Produkte (knapp 10 %), darunter v.a. Spargel, Mango, Avocado, Paprika, Kaffee und Kakao. Deutschland ist größter Absatzmarkt für peruanischen Kaffee. (Angaben 2012).

Peru führt aus Deutschland v.a. Maschinen, Kraftfahrzeuge, pharmazeutische Produkte und Zubehör ein.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Peru ist u.a. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Andengemeinschaft (CAN) und der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). Seit 2011 ist Peru (als Mitinitiator) Mitglied in der sog. „Alianza del Pacifico“ (Pazifikallianz) mit Chile, Mexiko und Kolumbien. Der vor allem wirtschaftspolitische Zusammenschluss sieht eine enge Abstimmung von Standards und Bestimmungen der freihandelsorientierten Partner.

Seit 2008 ist ein Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft. 2009 traten Freihandelsabkommen mit Singapur und Kanada und im März 2010 mit China in Kraft. Ein weiteres Freihandelsabkommen besteht mit Mexiko. Seit dem 1. März 2013 ist der handelspolitische Teil des Freihandelsabkommens der EU mit Peru und Kolumbien für Peru vorläufig in Kraft getreten. Peru hat damit insgesamt 17 Freihandelsabkommen verhandelt und in Kraft. Weitere vier sollen bis zum Jahresende folgen, darunter mit Russland, Kuba, Costa Rica und Nicaragua. Das Ministerium für Außenhandel und Tourismus hat zudem Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Indien, Marokko und Südafrika bekundet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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