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Peru

Wirtschaft

Stand: Februar 2015

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Nach Jahren dynamischen Wachstums – dem höchsten der Region – macht die peruanische Wirtschaft derzeit eine Phase der Konsolidierung durch. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bedingte eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2009 (+ 0,9%). Die nachfolgende Erholung in den Jahren  2010 und 2011 (8,9 % bzw 6,9 %) schwächte sich in den folgenden Jahren jedoch kontinuierlich ab (2012: 6,3 %; 2013: 5,02 %; 2014: 2,3%). Dieser Trend setzt sich voraussichtlich auch in diesem Jahr fort. Schon zu Beginn des Jahres werden die optimistischen Wachstumsprognosen schrittweise zurückgenommen.

Die Verlangsamung des Wachstums kam aufgrund geringerer Exporte (hier vor allem sinkende Preise für Bergbauprodukte) und nachlassender in- wie ausländischer Investitionen zustande.

Die Staatsverschuldung verringert sich kontinuierlich. Nach 21,7% des BIP im Jahr 2011 reduzierte sie sich 2012 weiter auf 39,6 Mrd. USD (19,8 % des BIP) und lag 2013 und 2014 knapp unter 20%. Für 2015 wird sogar mit nur noch 15% gerechnet.

Die Rating-Agentur Standard & Poors hat die Kreditwürdigkeit Perus 2013 auf „BBB+“ heraufgesetzt. In Lateinamerika liegt Peru damit hinter Chile (A) nunmehr vor Mexiko und Brasilien an zweiter Stelle. Auch die Rating-Agentur Fitch Rating hat die Kreditwürdigkeit Perus im Laufe des Jahres 2013 heraufgesetzt (auf „BBB+“ für langfristige Kredite in Auslandswährung bzw. „A-“ für langfristige Kredite in lokaler Währung).

Die Inflationsrate hat sich seit 2010 auf einem im regionalen Vergleich ausgezeichneten Wert zwischen 2 und 3 % stabilisiert. Mit 3,1% allgemeiner Preissteigerung wurde die Zielmarke der Zentralbank 2014 knapp überschritten. Der peruanische Sol hat im Laufe der letzten Wochen über 3% an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Höhere Preise von Importwaren könnten auf die Inflationsrate durchschlagen.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Bergbau und der Tourismus. Letzterer hat den Fischereisektor vom 2. Rang verdrängt. Weiterhin sind das verarbeitende Gewerbe und der Handel von Bedeutung.


Außenwirtschaft

Nachdem die Exporte Perus bereits 2012 mit 45,6 Mrd. USD aufgrund der Krise in Europa, der schwachen Konjunktur in den USA und des leicht zurückgehenden Wachstums der Industrieproduktion in China nicht mehr ganz die Rekordmarke von 2011 ( 46,2 Mrd. USD) erreicht hatten, sanken sie im Jahr 2013 um 10,5 % auf nur noch  41,512 Mrd. USD. Die Importe, die 2012 auf 41,1 Mrd. USD gestiegen waren, stiegen 2013 nur noch leicht um 2,6 % auf  43,281 Mrd. USD. Folge des starken Exportrückgangs und des leichten Anstiegs der Importe ist die Umkehrung der Handelsbilanz. War diese in den Vorjahren noch positiv (2012 + 4,5 Mrd. USD), wies sie 2013 ein Defizit von 1,769 Mrd. USD auf. Im ersten Halbjahr 2014 (Zahlen für das gesamte Jahr 2014 liegen noch nicht vor) gingen die Exporte weiter zurück, gleichzeitig wurde auch bei den Importen ein Rückgang verzeichnet.

Nachdem peruanische Exporte nach Deutschland 2012 bereits leicht zurückgegangen waren (von 1,9 Mrd. USD 2011 auf 1,85 Mrd.  USD 2012), verringerten sie sich 2013 um erhebliche 37,6 % auf nur noch 1,16 Mrd. USD. Exporte aus Deutschland nach Peru stiegen 2013 leicht an (+1,4 %) auf 1,385 Mrd. USD. Im Vorjahr hatte der Zuwachs noch 11,3 % betragen. War Peru 2012noch eines der Länder, das einen positiven Saldo der Handelsbilanz mit Deutschland hatte (+500,6 Mio. USD), kehrte sich das Verhältnis im zurückliegenden Jahr um (-220,3 Mio. USD). Die Tendenz im bilateralen Handel hält weiterhin an: Das Handelsbilanzdefizit Perus lag im Zeitraum Januar - Juni 2014 bei -297,7 Mio. USD und hat sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2013, wo es lediglich bei -59,3 Mio. USD lag, vergrößert. Der bilaterale Handelsaustausch ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013 nur leicht rückläufig (-3,3 %), wobei die peruanischen Exporte um 21,6 % zurückgingen (Januar bis Juni 515,3 Mio. USD) und die Importe aus Deutschland um 13,4 % angestiegen sind (Januar bis Juni 813 Mio. USD).

Die peruanischen Exporte nach Deutschland werden weiterhin vom Bergbausektor mit einem Anteil von über 50% angeführt. Dem folgen die Fischereiprodukte (etwa 20%) und landwirtschaftliche Produkte (knapp 17%), darunter vor allem Spargel, Mango, Avocado, Paprika, Kaffee und Kakao. Deutschland ist größter Absatzmarkt für peruanischen Kaffee.

Peru führt aus Deutschland vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge, pharmazeutische Produkte und Zubehör ein.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Peru ist unter Anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Andengemeinschaft (CAN) und der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). Seit 2011 ist Peru (als Mitinitiator) Mitglied in der sogenannten „Alianza del Pacífico“ (Pazifikallianz) mit Chile, Mexiko und Kolumbien. Der vor allem wirtschaftspolitische Zusammenschluss sieht eine enge Abstimmung von Standards und Bestimmungen der freihandelsorientierten Partner vor.

Peru hat insgesamt 19 Freihandelsabkommen abgeschlossen. Unter anderem besteht seit 2008 eines  mit den USA. 2009 traten Freihandelsabkommen mit Singapur und Kanada und im März 2010 mit China in Kraft. Weitere Freihandelsabkommen bestehen zum Beispiel mit Mexiko, Kuba, Costa Rica und Chile. Seit dem 1. März 2013 ist der handelspolitische Teil des Freihandelsabkommens der EU mit Peru und Kolumbien für Peru vorläufig in Kraft getreten. Weitere Abkommen, zum Beispiel mit der Türkei, sind in Verhandlung. Das Ministerium für Außenhandel und Tourismus hat zudem Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Indien, Marokko und Südafrika bekundet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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