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Peru

Wirtschaft

Stand: März 2017

Volkswirtschaftliche Lage

Nach einer Phase der Konsolidierung konnte Peru unter anderem durch die Inbetriebnahme zweier Minen zum Ende des Jahres 2015 ein unerwartet hohes Wirtschaftswachstum von 3,26% verzeichnen. Die Verlangsamung des Wachstums in den Jahren zuvor war v.a. aufgrund geringerer Exporterlöse (gesunkene Preise für Bergbauprodukte; seit gut einem Jahr sind die Preise für Rohstoffe – u.a. für Kupfer und Gold – wieder angezogen), gesunkener chinesischer Nachfrage nach Rohstoffen aus Peru und nachlassender in- wie ausländischer Investitionen zustande gekommen. Peru stand mit einem Wachstum von 3,9% im Jahr 2016 in der Region Lateinamerika ganz vorn. Prognosen gehen für 2017 von einem leicht geschwächten Wachstum von 3,8% aus. 

Die Staatsverschuldung lag im Jahr 2015 bei 23,3% und damit weit unter dem OECD-Durchschnitt von 71,4%. Die Rating-Agenturen bewerten Peru durchweg positiv und attestieren eine stabile Entwicklung (Standard & Poors und Fitch Rating BBB+, Moody’s A3). 

2015 erreichte die Preissteigerung in Peru mit 4,47% einen unbekannt hohen Wert. Für 2016 nährte sich die Inflationsrate mit 3,23% wieder der Zielmarke der Zentralbank. Der Wechselkurs des peruanischen Sol zum US-Dollar liegt momentan bei 3,25 und zum Euro bei 3,43 (Stand: Februar 2017).


Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Bergbau und der Tourismus. Letzterer hat den Fischereisektor vom zweiten Rang verdrängt. Weiterhin sind das verarbeitende Gewerbe und die Landwirtschaft von Bedeutung.


Außenwirtschaft

Die sinkende Tendenz der peruanischen Exporterlöse nach der Rekordmarke von 2011 scheint gebrochen zu sein. 2015 nahmen die Ausfuhren noch um 14% im Vergleich zum Vorjahr ab und erreichten unter anderem wegen der niedrigen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt nur 33,25 Milliarden US-Dollar. Die Exporte legten 2016 mit einem Zuwachs von 7,6% auf 36,84 Mrd. US-Dollar kräftig zu, während die Importe im Vergleich zum Vorjahr um 6,1% auf einen Wert von 35,11 Mrd. US-Dollar sanken. Daraus folgt nach zwei Jahren eines Handelsbilanzdefizits wieder ein deutlicher Überschuss von 1,73 Mrd. US-Dollar.

2015 nahmen die peruanischen Ausfuhren nach Deutschland stark ab und erreichten einen Wert von 925 Mio. US-Dollar. 2016 konnte wieder eine Zunahme der Exporterlöse festgestellt werden; der Export belief sich auf 956 Mio. US-Dollar. Peru führte 2015 deutsche Waren im Wert von 1,25 Mrd. US-Dollar ein. Der seit einigen Jahren zu beobachtende rückläufige Trend setzte sich auch 2016 fort, der Importwert aus Deutschland fiel leicht auf 1,17 Mrd. US-Dollar. Dabei weist die bilaterale Handelsbilanz mit 214 Millionen US-Dollar weiter ein Außenhandelsdefizit für Peru auf. Die peruanischen Exporte nach Deutschland werden weiterhin vom Bergbausektor angeführt (meist Kupfer, Blei, Zink und Zinn). Dem folgen Fischerei- und landwirtschaftliche Produkte, darunter vor allem Kaffee, Bananen, Kakao, grüner Spargel und Limetten. Deutschland ist größter Absatzmarkt für peruanischen Kaffee.

Peru führt aus Deutschland vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge, pharmazeutische Produkte und Zubehör ein. 


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Peru ist unter anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Andengemeinschaft (CAN) und der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). Im Oktober 2015 war Peru Ausrichter der Herbsttagung von IWF und Weltbank und im November 2016 der APEC-Konferenz. Peru ist seit 2011 Gründungsmitglied der sogenannten "Alianza del Pacífico" (Pazifikallianz) mit Chile, Mexiko und Kolumbien. Der vor allem wirtschaftspolitische Zusammenschluss sieht eine enge Abstimmung von Standards und Bestimmungen der freihandelsorientierten Partner vor. 

Peru hat insgesamt 20 Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die wichtigsten sind wohl die Freihandelsabkommen mit den USA, mit China, Chile und der EU, letzteres gemeinsam mit  Kolumbien und Ecuador. Des Weiteren bestehen bi- und multilaterale Abkommen mit Kanada, Mexiko, Kuba, Guatemala, Honduras, Costa Rica, Panama, Venezuela, Singapur, Südkorea, Thailand, Japan und den EFTA-Staaten. Weitere Abkommen, zum Beispiel mit der Türkei, sind in Verhandlung. Das Ministerium für Außenhandel und Tourismus hat zudem Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Indien, Marokko und Südafrika bekundet. Am im Februar 2016 unterzeichneten Transpazifischen Partnerschaftsabkommen (TPP) hält Peru – trotz der Absage der USA – fest. 

Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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