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Peru

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Nach Jahren dynamischen Wachstums – das höchste der Region – macht die peruanische Wirtschaft derzeit eine Phase der Konsolidierung durch. Der durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2009 (+ 0,9%) folgte eine  Erholung in den Jahren  2010 und 2011 (8,9 % bzw 6,9 %), die sich aber in den folgenden Jahren weiterhin abschwächte (2012: 6,3 %; 2013 5,02 %). Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort.

Hatte die Peruanische Zentralbank im April 2014 noch eine Wachstumsprognose von 5,5 % für 2014 vorhergesagt, wurde diese mittlerweile auf nur noch  3,5  % korrigiert. Die Verlangsamung des Wachstums kam aufgrund geringerer Exporte (hier machten sich vor allem sinkende Preise für Bergbauprodukte bemerkbar) und nachlassenden in- wie ausländischen Investitionen zustande.

Die Staatsverschuldung verringert sich kontinuierlich. Nach 21,7% des BIP im Jahr 2011 reduzierte sie sich 2012 weiter auf 39,6 Mrd. USD (19,8 % des BIP) und lag 2013 bei ca. 19,6 % . Für 2015 wird sogar mit nur noch 15 % gerechnet.

Die Rating-Agentur Standard & Poors hat die Kreditwürdigkeit Perus 2013 auf „BBB+“ heraufgesetzt. In Lateinamerika liegt Peru damit hinter Chile (A) nunmehr vor Mexiko und Brasilien an zweiter Stelle. Auch die Rating-Agentur Fitch Rating hat die Kreditwürdigkeit Perus im Laufe des Jahres 2013 heraufgesetzt (auf „BBB+“ für langfristige Kredite in Auslandswährung bzw. „A-“ für langfristige Kredite in lokaler Währung).

Die Inflationsrate hat sich seit 2010 auf einem im regionalen Vergleich ausgezeichneten Wert zwischen 2 und 3 % stabilisiert. Bewegte sie sich laut Angaben der peruanischen Zentralbank im ersten Halbjahr 2014 aufgrund der gestiegenen Lebensmittel- und Strompreise zeitweise oberhalb des angestrebten Korridors (1-3 %), wird langfristig wieder mit einer Stabilisierung bei 2 % gerechnet.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Bergbau und der Tourismus. Letzterer hat den Fischereisektor vom 2. Rang verdrängt. Weiterhin sind das verarbeitende Gewerbe und der Handel von Bedeutung.


Außenwirtschaft

Nachdem die Exporte Perus bereits 2012 mit 45,6 Mrd. USD aufgrund der Krise in Europa, der schwachen Konjunktur in den USA und des leicht zurückgehenden Wachstums der Industrieproduktion in China nicht mehr ganz die Rekordmarke von 2011 ( 46,2 Mrd. USD) erreicht hatten, sanken sie im Jahr 2013 um 10,5 % auf nur noch  41,512 Mrd. USD. Die Importe, die 2012 auf 41,1 Mrd. USD gestiegen waren, stiegen 2013 nur noch leicht um 2,6 % auf  43,281 Mrd. USD. Folge des starken Exportrückgangs und des leichten Anstiegs der Importe ist die Umkehrung der Handelsbilanz. War diese in den Vorjahren noch positiv (2012 + 4,5 Mrd. USD), wies sie 2013 ein Defizit von 1,769 Mrd. USD auf. Im ersten Halbjahr 2014 gingen die Exporte weiterhin zurück, gleichzeitig wurde auch bei den Importen ein Rückgang verzeichnet.

Nachdem peruanische Exporte nach Deutschland 2012 bereits leicht zurückgegangen waren (von 1,9 Mrd. USD 2011 auf 1,85 Mrd.  USD 2012), verringerten sie sich 2013 um erhebliche 37,6 % auf nur noch 1,16 Mrd. USD. Exporte aus Deutschland nach Peru stiegen 2013 leicht an (+1,4 %) auf 1,385 Mrd. USD. Im Vorjahr hatte der Zuwachs noch 11,3 % betragen. War Peru 2012noch eines der Länder, das einen positiven Saldo der Handelsbilanz mit Deutschland hatte (+500,6 Mio. USD), kehrte sich das Verhältnis im zurückliegenden Jahr um (-220,3 Mio. USD). Die Tendenz im bilateralen Handel hält weiterhin an: Das Handelsbilanzdefizit Perus hat sich im ersten Halbjahr 2014 vergrößert und lag im Zeitraum Januar-Juni 2014 bei -297,7 Mio. USD. gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2013, wo es lediglich bei -59,3 Mio. USD lag. Der bilaterale Handelsaustausch ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013 nur leicht rückläufig (-3,3 %), wobei die peruanischen Exporte um 21,6 % zurückgingen (Januar bis Juni 515,3 Mio. USD) und die Importe aus Deutschland um 13,4 % (Januar bis Juni 813 Mio. USD) angestiegen sind.

Die peruanischen Exporte nach Deutschland werden weiterhin vom Bergbausektor mit einem Anteil von über 50 %  angeführt. Dem folgen die Fischereiprodukte (ca. 20 %) und landwirtschaftliche Produkte (knapp 17 %), darunter vor allem Spargel, Mango, Avocado, Paprika, Kaffee und Kakao. Deutschland ist größter Absatzmarkt für peruanischen Kaffee.

Peru führt aus Deutschland vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge, pharmazeutische Produkte und Zubehör ein.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Peru ist unter Anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Andengemeinschaft (CAN) und der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). Seit 2011 ist Peru (als Mitinitiator) Mitglied in der sogenannten „Alianza del Pacífico“ (Pazifikallianz) mit Chile, Mexiko und Kolumbien. Der vor allem wirtschaftspolitische Zusammenschluss sieht eine enge Abstimmung von Standards und Bestimmungen der freihandelsorientierten Partner vor.

Peru hat insgesamt 19 Freihandelsabkommen abgeschlossen. Unter anderem besteht seit 2008 eines  mit den USA. 2009 traten Freihandelsabkommen mit Singapur und Kanada und im März 2010 mit China in Kraft. Weitere Freihandelsabkommen bestehen z. B. mit Mexiko, Kuba, Costa Rica und Chile. Seit dem 1. März 2013 ist der handelspolitische Teil des Freihandelsabkommens der EU mit Peru und Kolumbien für Peru vorläufig in Kraft getreten.Weitere Abkommen, z. B. mit der Türkei, sind in Verhandlung.Das Ministerium für Außenhandel und Tourismus hat zudem Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Indien, Marokko und Südafrika bekundet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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