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Marokko

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Dezember 2015

Politik

Deutschland unterhält mit Marokko seit 1956 diplomatische Beziehungen. Die Kontakte sind traditionell eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Bundeskanzlerin Angela Merkel und König Mohamed VI. haben sich 2010 getroffen, Bundesaußenminister Steinmeier empfing den marokkanischen Außenminister Mezouar 2014 in Berlin und besuchte Marokko im Januar 2015 mit einer Delegation von Abgeordneten, Wirtschafts- und Kulturvertretern. Delegationen des Bundestags und von Länderparlamenten reisen regelmäßig in das Königreich.
Gemeinsam waren Deutschland und Marokko 2012/13 nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die multilaterale Kooperation hat dadurch an Dichte und Qualität gewonnen. 2013 haben die beiden Außenministerien die "Erklärung von Rabat" in Kraft gesetzt. Das Dokument würdigt die Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit und legt fest, in welchen Sektoren (u.a. Umwelt, Energie, Wissenschaft) Deutschland und Marokko noch enger zusammenarbeiten wollen. Die Erklärung sieht neben einem regelmäßigen Konsultationsmechanismus auch einen verstärkten Dialog in den Bereichen demokratische Entwicklung, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Menschenrechte vor. Im Herbst 2014 traf sich die 2012 eingerichtete Gemischte Wirtschaftskommission (GWK), und in Rabat fand eine G7-Deauville-Konferenz unter deutscher Präsidentschaft statt. Die weiteren Planungen sehen außerdem Konsultationen der Außenministerien auf Ebene Staatssekretäre, Besuche von Bundesentwicklungsminister Müller und des Innenausschusses des Bundestags sowie einen für 2016 in Aussicht genommenen Deutschlandbesuch von König Mohammed VI. vor.

Erklärung von Rabat (PDF, 29 KB)

In Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung vertreten.

In Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung.

Wirtschaft

In der marokkanischen Handelsbilanz 2014 belegt Deutschland den 7. Platz. Die ersten Ränge gehen an Frankreich, Spanien, USA und China. Aus deutscher Sicht stand Marokko in der Rangfolge der Außenhandelspartner 2014 auf Rang 60, mit Einfuhren aus Marokko in Höhe von 904,5 Millionen Euro und Ausfuhren in Höhe von 1.710 Millionen Euro. Der deutsche Überschuss betrug 805,5 Millionen Euro. Die Daten spiegeln den bilateralen Austausch nicht vollständig wieder, da mehrere Unternehmen über ihre französischen Niederlassungen tätig sind. Mit Schwerpunkt in Casablanca sind über 120 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. Es handelt sich in der Mehrzahl um Vertriebsbüros, von denen einige von Marokko aus auch das Geschäft im französischsprachigen Schwarzafrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Neue Geschäftsfelder bieten die Kfz-Zulieferindustrie, Infrastruktur/Bau, Erneuerbare Energien, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft (Marokko zählt zu den wichtigsten Importeuren deutscher Zuchtrinder). Die Gemischte Wirtschaftskommission will dem Wirtschaftsaustausch weitere Impulse verleihen und auf eine breitere Grundlage stellen.

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, das Investitionsschutzabkommen seit 2008.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Als Partnerland ist Marokko vor Ägypten der größte Empfänger deutscher Fördermittel in der Region Nahost und Nordafrika. Die Bundesrepublik hat Marokko für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt 360,6 Millionen Euro zugesagt, größtenteils in Form von konzessionären Krediten. Mit den Schwerpunkten Wasser, Energie, Umwelt und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist die Entwicklungszusammenarbeit in Kernbereichen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Marokkos tätig.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt auf seiner Internetseite weitere Informationen bereit:

www.bmz.de

Kultur und Bildung

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem sechs PASCH-Schulen (Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert genießt). In Tanger gibt es zudem eine deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigung.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten und es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRST) sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum (INSAP). Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Lektoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unterrichten in Rabat und Meknès und führen Studienberatungen durch; ein Sprachdozent rundet die personelle Präsenz des DAAD in Marokko ab.

Das Auswärtige Amt fördert auch den Kulturerhalt in Marokko. So wurde im Frühjahr 2013 die auch mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes renovierte Synagoge "Slat Al Fassiyin" in Fes unter Mitwirkung von Bundestagspräsident Lammert und dem marokkanischen Regierungschef Benkirane eröffnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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