Hauptinhalt

Marokko

Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2013

Politische Beziehungen

Deutschland unterhält mit Marokko seit dessen erneuter Unabhängigkeit im Jahr 1956 diplomatische Beziehungen. Die Kontakte sind traditionell eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Die Bundeskanzlerin und König Mohammed VI. haben sich 2010 getroffen. Bundesaußenminister Westerwelle hat Marokko 2011 und 2012 besucht, Bundestagspräsident Lammert im März 2013. Delegationen des Bundestags und von Länderparlamenten reisen regelmäßig in das Königreich. Gemeinsam waren Deutschland und Marokko 2012 nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die multilaterale Kooperation hat dadurch an Dichte und Qualität gewonnen. Im September 2013 haben Außenminister Westerwelle und sein marokkanischer Kollege die „Erklärung von Rabat“ in Kraft gesetzt. Das Dokument würdigt die bilateralen Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit. Es legt fest, in welchen Sektoren (z. B. Umwelt, Energie, Wissenschaft) Deutschland und Marokko noch enger zusammenarbeiten wollen. Die Erklärung wird durch einen politischen Konsultationsmechanismus den Dialog zwischen den beiden Außenministerien und anderen Ministerien verstetigen, die im bilateralen Verhältnis eine Rolle spielen.

Erklärung von Rabat (PDF, 29 KB)

In der Hauptstadt Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Hanns-Seidel-Stiftung vertreten.

In Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung.

Wirtschaftbeziehungen

Im Jahr 2012 belegte Deutschland unter den Handelspartnern Marokkos den 7. Platz. Die ersten Ränge gehen an Frankreich, Spanien und die USA. Aus deutscher Sicht stand Marokko 2012 bei den Einfuhren auf Rang 65 (792 Millionen Euro) und bei den Ausfuhren auf Rang 57 (1,6 Mrd. Euro). Der deutsche Überschuss betrug 820 Millionen Euro. Die Daten spiegeln den bilateralen Austausch allerdings nicht vollständig wieder, da mehrere deutsche Unternehmen über ihre Niederlassungen in Frankreich auftreten und auch dort verbuchen.

Nach Angaben der Deutschen Industrie und Handelskammer in Casablanca sind über 120 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. In der Mehrzahl handelt es sich um Vertriebsbüros, von denen einige von Marokko aus auch das Geschäft im französischsprachigen Westafrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Eine 2012 eingerichtete Gemischte Wirtschaftskommission will dem Wirtschaftsaustausch weitere Impulse verleihen und auch auf eine breitere Grundlage stellen. Neue Geschäftsfelder bieten sich für die deutsche Industrie in den Bereichen Erneuerbare Energien, KfZ-Zulieferindustrie, Infrastruktur/Bau, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft.

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, das Investitionsschutzabkommen seit 2008.

Entwicklungszusammenarbeit

Diese ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Als Partnerland ist Marokko nach Ägypten der zweitgrößte Empfänger deutscher Fördermittel in der Region Nahost und Nordafrika. Die Bundesrepublik hat Marokko für die Jahre 2012 und 2013 insgesamt 154,5 Millionen Euro zugesagt. Davon entfallen 133 Millionen Euro auf die Finanzielle Zusammenarbeit (größtenteils in Form von Darlehen) und 21,5 Millionen auf die Technische Zusammenarbeit. Außerdem wurden im Jahr 2012 Sondermittel in Höhe von insgesamt 409,6 Millionen Euro zugesagt. Mit den Schwerpunkten Wassermanagement, Umwelt/ Klimawandel einschließlich erneuerbarer Energien und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung zielt die Entwicklungszusammenarbeit auf Kernbereiche der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ab. Zusätzlich zu den Maßnahmen in den genannten Arbeitsschwerpunkten besteht eine Querschnittsförderung im Bereich Gender.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt auf seiner Internetseite weitere Informationen bereit:

www.bmz.de

Kulturelle Beziehungen

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem sechs PASCH-Schulen.

In Tanger und Safi gibt es deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigungen.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten, es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRS) sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum (INSAP). Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Zwei entsandte DAAD-Lektorinnen unterrichten in Rabat und Fès und führen Studienberatungen durch.

Das Auswärtige Amt fördert auch den Kulturerhalt in Marokko. So wurde im Frühjahr 2013 die auch mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes renovierte Synagoge "Slat Al Fassiyin" in Fes unter Mitwirkung von Bundestagspräsident Lammert und dem marokkanischen Regierungschef Benkirane, der vor zahlreichen Gästen eine Grußbotschaft von König Mohammed VI. verlas, eröffnet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.