Hauptinhalt

Marokko

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Februar 2017

Politik

Deutschland unterhält mit Marokko seit 1956 diplomatische Beziehungen. Die Kontakte sind traditionell eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Bundeskanzlerin Angela Merkel und König Mohammed VI. haben sich zuletzt 2010 getroffen. Die Bundesminister Thomas de Maizière, Gerd Müller und Sigmar Gabriel besuchten Marokko 2016 für bilaterale Gespräche. Delegationen des Bundestags und von Länderparlamenten reisen regelmäßig in das Königreich. Im September 2016 besuchte der sächsische Ministerpräsident und damalige Bundesratspräsident Stanislaw Tillich Marokko.

2013 haben die beiden Außenministerien die "Erklärung von Rabat" in Kraft gesetzt. Das Dokument würdigt die Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit und legt fest, in welchen Sektoren (u.a. Umwelt, Energie, Wissenschaft) Deutschland und Marokko noch enger zusammenarbeiten wollen. Die Erklärung sieht neben einem regelmäßigen Konsultationsmechanismus auch einen verstärkten Dialog in den Bereichen demokratische Entwicklung, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Menschenrechte vor. Im Herbst 2014 traf sich zuletzt die 2012 eingerichtete Gemischte Wirtschaftskommission und in Rabat fand eine G7-Deauville-Konferenz unter deutscher Präsidentschaft statt. Seit dem 1. Januar 2017 führen Marokko und Deutschland gemeinsam den Vorsitz im Globalen Forum für Migration und Entwicklung.

Im November 2016 fand in Marrakesch die Weltklimakonferenz COP 22 statt, bei der Marokko die Präsidentschaft von Frankreich übernommen hat. Die Bundesminister Barbara Hendricks, Christian Schmidt und Gerd Müller nahmen für Deutschland teil. Die Bundesrepublik unterstützt Marokko bei der COP-Präsidentschaft sowie darüber hinaus bei der Umsetzung seiner Klima- und Umweltpolitik über die Entwicklungszusammenarbeit. Weitere enge Zusammenarbeit gibt es im Rahmen der bilateralen Energiepartnerschaft.

In Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung vertreten.

Laut Statistischem Bundesamt leben derzeit 72.000 Marokkaner in Deutschland. Die marokkanische Regierung geht von ungefähr 150.000 Menschen marokkanischer Abstammung in Deutschland aus.

Wirtschaft

In der marokkanischen Handelsbilanz 2015 belegt Deutschland den 7. Platz. Die ersten Ränge gehen an Frankreich, Spanien, USA und China. Aus deutscher Sicht stand Marokko in der Rangfolge der Außenhandelspartner 2015 auf Rang 60 mit Einfuhren aus Marokko in Höhe von etwa 1 Milliarde Euro und Ausfuhren in Höhe von etwa 1,9 Milliarden Euro. Mit Schwerpunkt in Casablanca sind knapp 200 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. Es handelt sich in der Mehrzahl um Vertriebsbüros, von denen einige von Marokko aus auch das Geschäft im französischsprachigen Subsahara-Afrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Wichtige Geschäftsfelder sind die Kfz-Zulieferindustrie, Erneuerbare Energien, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft (Marokko zählt zu den wichtigsten Importeuren deutscher Zuchtrinder). Die Gemischte Wirtschaftskommission will dem Wirtschaftsaustausch weitere Impulse verleihen und ihn auf eine breitere Grundlage stellen.

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, das Investitionsschutzabkommen seit 2008. Das deutsch-marokkanische Sozialversicherungsabkommen ist ebenso wie das Kindergeldabkommen 1996 in Kraft gesetzt worden und ermöglicht den Bezug von deutscher Rente bzw. deutschem Kindergeld in Marokko.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Als Kooperationsland ist Marokko vor Ägypten der größte Empfänger deutscher Fördermittel in der Region Nahost und Nordafrika. Die Bundesrepublik hat Marokko in den Jahren 2012 bis 2016 durchschnittlich rund 473 Millionen Euro zugesagt, größtenteils in Form von Konzessionären Krediten. Mit den Schwerpunkten Wasser, Energie, Umwelt und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist die Entwicklungszusammenarbeit in Kernbereichen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Marokkos tätig. Hinzugekommen sind Projekte im Migrationsbereich, durch die Marokko bei der Integration von Migranten im Land unterstützt wird.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt auf seiner Internetseite weitere Informationen bereit:

www.bmz.de

Kultur und Bildung

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem sechs PASCH-Schulen (Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert genießt). In Tanger gibt es zudem eine deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigung.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten und es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung  sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum. Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Lektoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes unterrichten in Rabat und Meknès und führen Studienberatungen durch.

Das Auswärtige Amt fördert auch den Kulturerhalt in Marokko. So wurde im Frühjahr 2013 die auch mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes renovierte Synagoge "Slat Al Fassiyin" in Fes unter Mitwirkung von Bundestagspräsident Lammert und dem marokkanischen Regierungschef Benkirane eröffnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere