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Marokko

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2013

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland unterhält mit Marokko seit seiner erneuten Unabhängigkeit im Jahre 1956 diplomatische Beziehungen. Die Beziehungen sind eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Durch die gemeinsame nichtständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen 2012 hat die Kooperation im multilateralen Bereich an Dichte und Qualität gewonnen. Gemeinsam mit seinem marokkanischen Kollegen hat Bundesaußenminister Westerwelle in New York eine Veranstaltung zum Klimadialog ausgerichtet. Bundesaußenminister Westerwelle besuchte im November 2010 und im Mai 2011 Marokko. Neben Bundestagspräsident Lammert (März 2013) reisen auch Ausschüsse des Bundestags regelmäßig nach Marokko. Die Bundeskanzlerin traf 2010 in New York mit König Mohammed VI. zusammen.

In Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung. Viele von ihnen haben die deutsche wie die marokkanische Staatsangehörigkeit. 22.000 Kinder nehmen am Muttersprachenprogramm in Deutschland teil. 

Wirtschafts- und entwicklungspolitische Beziehungen

Deutschland belegt unter den Handelspartnern Marokkos 2012 den 7. Platz. Die ersten Ränge belegen Frankreich, Spanien und die USA. Aus deutscher Sicht stand Marokko 2012 bei den Einfuhren auf Rang 65 (792 Mio. EURO) und bei den Ausfuhren auf Rang 57 (1,6 Mrd. EURO). Der deutsche Überschuss betrug 820 Mio. EURO. Die Daten spiegeln den bilateralen Austausch allerdings nicht vollständig wieder, da mehrere Unternehmen über ihre französischen Niederlassungen agieren und auch dort verbuchen.

Nach Angaben der Deutschen Industrie und Handelskammer in Marokko sind mit Schwerpunkt Casablanca über 120 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. In der Mehrzahl handelt es sich um Vertriebsbüros, von denen einige über Marokko auch das Geschäft im frankophonen Subsahara-Afrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Zukunftsträchtig sind die Bereiche Erneuerbare Energien, Infrastruktur/Bau, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft (Marokko zählt zu den wichtigsten Importeuren von deutschen Zuchtrindern).

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, ein Investitionsschutzabkommen besteht seit 2008.

Entwicklungszusammenarbeit

Diese ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Als Partnerland ist Marokko nach Ägypten der zweitgrößte Empfänger deutscher Fördermittel in der Region Nahost und Nordafrika. Mit den Sektoren Wassermanagement, Umwelt/ Klimawandel einschließlich erneuerbarer Energien und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung zielt die Entwicklungszusammenarbeit auf Kernbereiche der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ab.

Kulturelle Beziehungen

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem sechs PASCH-Schulen.

In Tanger und Safi gibt es deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigungen.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten, es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRS) sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum (INSAP). Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Zwei entsandte DAAD-Lektorinnen unterrichten in Rabat und Fès und führen Studienberatungen durch.

In der Hauptstadt Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Hanns-Seidel-Stiftung vertreten.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.