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Marokko

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Juni 2014

Politische Beziehungen

Deutschland unterhält mit Marokko seit dessen erneuter Unabhängigkeit im Jahr 1956 diplo­matische Beziehungen. Die Kontakte sind traditionell eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Die Bundeskanzlerin und König Mohammed VI. haben sich 2010 getroffen. Bundesaußenminister Westerwelle hat Marokko 2011 und 2012 besucht, Bundestagspräsident Lammert im März 2013. Delegationen des Bundestags und von Länderparlamenten reisen regelmäßig in das Königreich. Gemeinsam waren Deutschland und Marokko 2012 nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die multilaterale  Kooperation hat dadurch an Dichte und Qualität gewonnen. Im September 2013 haben die beiden Außenministerien die „Erklärung von Rabat“ in Kraft gesetzt. Das Dokument würdigt die bilateralen Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit und legt fest, in welchen Sektoren (z. B. Umwelt, Energie, Wissenschaft) Deutschland und Marokko noch enger zusammenarbeiten wollen. Die Erklärung sieht neben einem  regelmäßigen Konsultationsmechanismus und einem deutschen Angebot zusätzlicher Partnerschaftsprojekte in den Bereichen Demokratie und Zivilgesellschaft, Menschenrechte und verantwortungsbewusstes staatliches Handeln einen verstärkten politischen Dialog vor.

Erklärung von Rabat (PDF, 29 KB)

In Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und seit kurzem auch die Heinrich-Böll-Stiftung vertreten.

In Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung.

Wirtschaftbeziehungen

In der marokkanischen Handelsbilanz 2013 belegt Deutschland den 7. Platz. Die ersten Ränge gehen an Frankreich, Spanien, USA und China. Aus deutscher Sicht stand Marokko in der Rangfolge der Außenhandelspartner im Zeitraum Januar-Oktober 2013 auf Rang 63 bei den Einfuhren (729 Millionen Euro) und Rang 58 bei den Ausfuhren (1,374 Milliarden Euro). Der deutsche Überschuss betrug 645 Millionen Euro. Die Daten spiegeln den bilateralen Austausch allerdings nicht vollständig wieder, da mehrere Unternehmen über ihre französischen Niederlassungen tätig sind. Mit Schwerpunkt in Casablanca sind über 120 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. Dies sind in der Mehrzahl Vertriebsbüros, von denen einige von Marokko aus auch das Geschäft im französischsprachigen Schwarzafrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Neue Geschäftsfelder bieten sich in den Bereichen Kfz-Zulieferindustrie, Infrastruktur/Bau, Gebäudetechnik, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft (Marokko zählt zu den wichtigsten Importeuren deutscher Zuchtrinder). Die 2012 eingerichtete Gemischte Wirtschaftskommission (GWK) will dem Wirtschaftsaustausch weitere Impulse verleihen und auch auf eine breitere Grundlage stellen.

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, das Investitionsschutzabkommen seit 2008.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Als Partnerland ist Marokko nach Ägypten der zweitgrößte Empfänger deutscher Fördermittel in der Region Nahost und Nordafrika. Die Bundesrepublik hat Marokko für die Jahre 2012 und 2013 insgesamt 771,5 Millionen Euro zugesagt; größtenteils in Form von Darlehen. Es ist beabsichtigt, bei den Regierungsverhandlungen 2014 Marokko weitere Mittel zuzusagen. Mit den Schwerpunkten Wassermanagement, Umwelt/ Klimawandel einschließlich erneuerbarer Energien und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist die Entwicklungszusammenarbeit in Kernbereichen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung tätig.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt auf seiner Internetseite weitere Informationen bereit:

www.bmz.de

Kulturelle Beziehungen

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem fünf PASCH-Schulen.

In Tanger und Safi gibt es deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigungen.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten, es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRS) sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum (INSAP). Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Zwei entsandte Lektorinnen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unterrichten in Rabat und Fès und führen Studienberatungen durch; ein Sprachdozent und ein Gastdozent im Rahmen des Herder-Programms runden die personelle Präsenz des DAAD in Marokko ab.

Das Auswärtige Amt fördert auch den Kulturerhalt in Marokko. So wurde im Frühjahr 2013 die auch mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes renovierte Synagoge "Slat Al Fassiyin" in Fes unter Mitwirkung von Bundestagspräsident Lammert und dem marokkanischen Regierungschef Benkirane, der vor zahlreichen Gästen eine Grußbotschaft von König Mohammed VI. verlas, eröffnet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.