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Paraguay

Wirtschaft

Stand: März 2015

Wirtschaftsstruktur

Paraguay ist ein agrarisch geprägtes Entwicklungsland mit einer Marktwirtschaft, die von einem großen öffentlichen Sektor (personalintensive Staatsverwaltung und große Staatsmonopolbetriebe) sowie einem beträchtlichen informellen Sektor (einschl. Schmuggel, Markenpiraterie) bestimmt ist. Paraguay ist eines der ärmsten Länder Südamerikas (BIP pro Kopf rund 4460 USD für das Jahr 2014) mit großen sozioökonomischen Ungleichgewichten. Allerdings haben sich beim Gini-Index der Vermögensverteilung in den letzten Jahren deutliche Verbesserungen ergeben. Lag Paraguay 2011 mit 0,52 noch weltweit im Führungsfeld der Ungleichheit (11. Rang), so verbesserte sich der Wert bis 2013 auf 0,48, womit Paraguay etwas besser als der regionale Durchschnitt lag. 2011 lag das Einkommen von 32,4% der Bevölkerug unter Armutsgrenze, 2013 waren es 23,8%. Bei seiner Amtsübernahme im August 2013 hatte Präsident Cartes den „Krieg gegen die Armut“ zu einem seiner Hauptziele erklärt.

Schwerpunkte bleiben Landwirtschaft (v. a. Soja und Rindfleisch) und Dienstleistungen. Die Industrie entwickelt sich bisher nur langsam von einem niedrigen Ausgangsniveau, weshalb positive Arbeitsmarkteffekte bislang vergleichsweise schwach  sind. Dies erschwert die Verringerung der großen sozioökonomischen Gegensätze. Durch die Förderung ausländischer Direktinvestitionen versucht die Regierung Abhilfe zu schaffen. Es gibt ein wachsendes Interesse ausländischer Firmen, v.a. mit Sitz in Brasilien, Zulieferbetriebe zu errichten. Motive sind neben günstigeren Arbeitskosten, eine wirtschaftsfreundliche Gesetzgebung sowie der einfache  Zugang zum Mercosur-Partner Brasilien. Hindernisse bleiben dagegen die hohe Korruption, ein mangelhaftes Rechtssystem, eine defizitäre Infrastruktur sowie der Mangel an Fachkräften. Die Investitionen ausländischer Unternehmen zeigten 2011 bis 2013 fallende Tendenz -(2011 557 Mio. USD, 2013 382 Mio. USD) und sind angesichts des Potenzials des Landes eigentlich zu gering.(Bestand 2013 4,89 Mrd. USD). Seit 2014 scheint das Interesse ausländischer Unternehmen allerdings zuzunehmen.


Aktuelle Wirtschaftslage

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung verzeichnet einen anhaltenden Aufwärtstrend, bei allerdings außerordentlich hohen jährlichen Schwankungen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre expandierte das BIP real um 5,6%. In den vergangenen Jahren profitierte Paraguay stark von hohen Weltmarktpreisen für Rohstoffe. Seine  Konjunktur ist aber wegen einer großen Abhängigkeit von Agrarprodukten (vor allem Soja und Rindfleisch) und der hauptsächlichen Abwicklung des Außenhandels über das Flusssystem via Argentinien großen Schwankungen unterworfen. Hohe Wachstumsraten wie nach der Rekordernte 2010 (+ 14,5%), sowie ein negatives Wachstum von -1,2% (2012) aufgrund einer längeren Dürre, sind auch in Zukunft in enger zeitlicher Abfolge möglich. 2013 ergab sich wiederum ein hohes Wachstum von 14,2% , das sich allerdings nicht entsprechend in Investitionen niederschlug und aufgrund der niedrigen Besteuerung von landwirtschaftlichen Erträgen auch nicht zur Steigerung der staatlichen Investitionen beitrug. 2014 betrug das Wirtschaftswachstum nach vorläufigen Angaben 4,4%, womit es deutlich über dem regionalen Durchschnitt lag. In der 2. Jahreshälfte hatte sich das Wachstumstempo durch höhere  Ausgaben der staatlichen und privaten Haushalte beschleunigt (BIP 4. Quartal +5,8%).

Paraguays Exporte betrugen 2014 insgesamt 9,66 Mrd. USD. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,3% gegenüber 2013 (9,43 Mrd. USD). Träger des Wachstums war der Fleischexport (+29,3%), während der Sojasektor leicht rückläufig war.

Die Importe lagen 2014 nahezu unverändert bei 12,17 Mrd. USD (+0,2%)

das Außenhandelsdefizit von 2,5 Mrd. USD wird allerdings durch Reexporte im kleinen Grenzverkehr, hauptsächlich mit Brasilien, die statistisch nicht erfasst werden, weitgehend ausgeglichen. Es werden vor allem elektrotechnische Erzeugnisse, Kraftfahrzeuge, Kraftstoffe und Erdöl sowie Maschinen und Dünger importiert.

Paraguays Staatsfinanzen sind grundsätzlich gesund. Der Haushalt schloss 2013 mit einem Defizit von 1,9 % ab. 2014 fiel das Defizit mit 2,4% des BIP überraschend hoch aus und verfehlte die im kurz zuvor erlassenen Gesetz über fiskalische Verantwortung festgelegte Obergrenze von 1,5% deutlich. Die Gesamtverschuldung des Landes ist mit geschätzten 18,4% des BIP (Ende 2014) im internationalen Vergleich sehr niedrig. Durch die erfolgreiche  Ausgabe von Staatsanleihen von 1 Mrd. USD (August 2014)war dieser Wert deutlich gestiegen. Die Devisenreserven zeigen leicht steigende Tendez und beliefen sich zum Jahresende 2014 auf 6,89 Mrd. USD.


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