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Paraguay

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Wirtschaftsstruktur

Paraguay ist ein agrarisch geprägtes Entwicklungsland mit einer Marktwirtschaft, die von einem großen öffentlichen Sektor (personalintensive Staatsverwaltung und große Staatsmonopolbetriebe) sowie einem beträchtlichen informellen Sektor (einschl. Schmuggel, Markenpiraterie) bestimmt ist. Paraguay ist eines der ärmsten Länder Südamerikas (BIP pro Kopf rd. 4403 USD für das Jahr 2013) mit sehr großen sozioökonomischen Ungleichgewichten. Beim Gini-Index der Vermögensverteilung lag Paraguay 2011 mit 0,52 trotz leichter nominaler Verbesserung weltweit im Führungsfeld der Ungleichheit (11. Rang). Seither hat es beachtliche Fortschritte gegeben. 2011 lag das Einkommen von 32,4% der Bevölkerug unter Armutsgrenze, 2013 waren es 23,8%. Bei seiner Amtsübernahme im August 2013 hatte Präsident Cartes den „Krieg gegen die Armut“ zu einem seiner Hauptziele erklärt.

Schwerpunkte bleiben Landwirtschaft (v. a. Soja und Rindfleisch) und Dienstleistungen. Die Industrie entwickelt sich bisher nur auf niedrigem Niveau, weshalb positive Arbeitsmarkteffekte bislang ausgeblieben sind. Dies erschwert die Verringerung der großen sozioökonomischen Gegensätze. Durch die Förderung ausländischer Direktinvestitionen versucht die Regierung Abhilfe zu schaffen. Es gibt ein wachsendes Interesse ausländischer Firmen, v.a. mit Sitz in Brasilien, Zulieferbetriebe zu errichten. Motive sind neben relativ niedrigen Arbeitskosten und einer wirtschaftsfreundlichen Gesetzgebung auch der einfache  Zugang zum MERCOSUR-Partner Brasilien. Hindernisse bleiben dagegen die hohe Korruption, ein mangelhaftes Rechtssystem,  eine defizitäre Infrastruktur sowie der Mangel an Fachkräften. Die Investitionen ausländischer Unternehmen folgen zwar seit Jahren einer steigenden Tendenz - allein 2011 haben die ausländischen Netto-Direktinvestitionen nach Angaben der Zentralbank um 45% gegenüber dem Vorjahr auf 566 Mio. US$ zugenommen. Dennoch ist die Gesamthöhe der Direktinvestitionen im Vergleich zum eigentlichen Potential des Landes gering.


Aktuelle Wirtschaftslage

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung verzeichnet einen anhaltenden Aufwärtstrend, bei allerdings außerordentlich hohen jährlichen Schwankungen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre expandierte das BIP real um 5,6%. In den vergangenen Jahren profitierte Paraguay stark von hohen Weltmarktpreisen. Seine  Konjunktur ist aber wegen ihrer großen Abhängigkeit von Agrarprodukten (v.a. Soja und Rindfleisch) und der hauptsächlichen Abwicklung des Außenhandels über das Flusssystem via Argentinien großen Schwankungen unterworfen. Hohe Wachstumsraten wie nach der Rekordernte 2010 (+ 14,5,%), wie ein 2012 negatives Wachstum von -1,2% aufgrund einer längeren Dürre, sind auch in Zukunft in enger zeitlicher Abfolge möglich. 2013 ergab sich wiederum ein hohes Wachstum von 13,9 % , das sich allerdings nicht entsprechend in Investitionen niederschlug und aufgrund der niedrigen Besteuerung von landwirtschaftlichen Erträgen auch nicht zur Steigerung der staatlichen Investitionen beitrug.

Paraguays Exporte betrugen 2013 insgesamt 9,4 Mrd. USD. Die aufgrund einer schlechten Sojaernte 2012 niedrigen Exportzahlen wurden deutlich gesteigert ( 2012: 7,3 Mrd. USD). Auch die wichtigen Fleischexporte stiegen um 33,1%.

Die Importe verzeichneten einen Anstieg um 5,1 % auf 11,3 Mrd. USD ( 2012: 10,8 Mrd. USD), das Außenhandelsdefizit belief sich 2013 auf rd. 1,87 Mrd. USD. Es wurden vor allem Kraftfahrzeuge, Kraftstoffe und Erdöl sowie Maschinen und Dünger importiert. Das Handelsbilanzdefizit hat sich damit gegenüber 2012 nahezu halbiert. Dieser Trend hat sich im 1. Halbjahr 2014 fortgesetzt, in dem sogar ein Handelsüberschuss von rd. 225 Mio. USD. erzielt wurde, der das Ergebnis rückläufiger Importe  (-5,3%) bei weiter steigenden Exporten (+9,2%) war. Das Defizit wurde in der Vergangenheit zum Teil durch Kapitalzuflüsse aus den beiden binationalen Wasserkraftwerken und durch Überweisungen von Auslands-Paraguayern (remesas) ausgeglichen.

Paraguays Staatsfinanzen sind grundsätzlich gesund. Der Haushalt schloss 2013 mit einem Defizit von 1,9 % ab. Die Steuereinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 % an.. Mit 4,2 Mrd. USD erreichte die Gesamtverschuldung des Landes 14,1% des BIP. Durch die erfolgreiche  Ausgabe von Staatsanleihen von 1 Mrd. USD stieg dieser Wert auf international noch immer sehr vorteilhafte 17,8%. Die Devisenreserven zeigen leicht steigende Tendez und beliefen sich am 16.08.2014 5,82 Mrd. USD.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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