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Costa Rica

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Mai 2014

Bildungspolitik

Schule und Erziehung haben in der costaricanischen Politik einen hohen Stellenwert. So wurde anlässlich der Abschaffung der Streitkräfte durch die Verfassung von 1949 entschieden, dass der bis dahin für das Militär ausgegebene Betrag, d. h. rdund 6 % des BIP, künftig für Schule und Ausbildung vorzusehen sei..

Der Bildungsstand ist, bezogen auf Lateinamerika aber auch im weltweiten Vergleich, relativ hoch und das Schul- und Ausbildungssystem weit entwickelt. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 96 %. Knapp 89 % aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen besuchen staatliche - und damit kostenlose Schulen, nur etwa 11 % private oder halbprivate Bildungseinrichtungen. Die Grundschule (primaria) dauert sechs Jahre und ihr Besuch ist Pflicht; danach kann eine weiterführende Schule (secundaria) besucht werden, deren Abschluss Voraussetzung zur Zulassung zum Studium an den Universitäten ist.

Fremdsprachenunterricht wird vor allem in der englischen Sprache erteilt. Deutsch wird an einer staatlichen und drei Privatschulen des Landes unterrichtet.

Es gibt fünf staatliche und ca. 50 private Universitäten in Costa Rica. Die staatlichen sowie einige der privaten Hochschulen und Universitäten arbeiten und unterrichten auf einem hohem Niveau; die Zusammenarbeit mit Universitäten anderer Länder (insbesondere USA und Europa) ist weit entwickelt. In einigen Forschungsbereichen (z.B. Biowissenschaften) werden Spitzenleistungen erreicht.

Kulturpolitik

Eine eigenständige costaricanische Kultur entwickelte sich erst nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1821. Angesichts des sehr geringen indianischen und afrikanischen Bevölkerungsanteiles waren vor allem europäische Einflüsse prägend.

Heute spielt der US-amerikanische Einfluss eine starke Rolle. In der Hauptstadt San José gibt es eine recht aktive Kulturszene europäischer Prägung mit jährlichen Kulturfestivals, mehreren Theatern, einem sehr guten Symphonie- sowie einigen kleineren Orchestern, Museen, Galerien und guten Tanzensembles. Diese Kulturszene ist international gut vernetzt, nicht zuletzt weil viele Künstler im Ausland - auch in Deutschland - studiert haben.

Medienlandschaft

Die „Grupo Nación“ ist das führende Verlagshaus für Printmedien. Sie gibt die Tageszeitung „La Nación“ (Aufl. 90.000) sowie die wöchentlich erscheinende Wirtschaftszeitung „El Financiero“ (Aufl. 15.000) heraus. Als zweite wichtige Tageszeitung hinter der Nación folgt mit großem Abstand „La República“ (Aufl. 26.000), mit liberaler Ausrichtung. Die Medienlandschaft wird ferner durch zwei große Fernsehhäuser bestimmt: Teletica strahlt den Sender „Canal 7“ aus (Partner der deutschen Welle) und wird inhabergeführt von der einflussreichen Familie Picado. Der Sender macht Programm für jung und alt und ist seriös, konservativ und katholisch. Repretel ist das Unternehmen hinter Canal 4, Canal 6 und Canal 11.

Neue Formen der Kommunikation und sozialen Vernetzung wie Facebook und Twitter spielen eine immer wichtigere Rolle in Costa Rica. Die junge Generation informiert sich in zunehmendem Maße über diese Plattformen, so dass auch die traditionelleren Kommunikationsmedien mehr Gebrauch von diesen machen. Für Kulturschaffende und Kulturinstitutionen in Costa Rica ist der Umgang mit diesen Kommunikationsformen bereits eine Selbstverständlichkeit.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.