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Vanuatu

Wirtschafts- und Umweltpolitik

Stand: September 2014

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft Vanuatus ist, wie im gesamten Südpazifik, zweigliedrig: Rund 65% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Hierbei handelt es sich meist um Familienbetriebe, die ihre Selbstversorgung sichern bzw. Tauschhandel betreiben (Subsistenzwirtschaft). Die Wirtschaftsleistung aus der Subsistenzwirtschaft kann in offiziellen Statistiken nicht oder nur unzureichend erfasst werden.

Daneben gibt es einen formellen Sektor. 22,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wurden 2013 im Sektor Landwirtschaft erwirtschaftet, 9,7 Prozent in der Industrie und 67,9 Prozent im Bereich Dienstleistungen, wobei der Tourismus einen hohen Stellenwert hat (Schätzungen). Landwirtschaftliche Produkte Vanuatus umfassen Kopra, Kokosnüsse, Kakao, Taro, Yam, Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch. Industrien in Vanuatu umfassen die Verarbeitung von Fleisch, Fisch und anderen Lebensmitteln sowie Holzverarbeitung. Vanuatu verfügt über keine nennenswerten Vorkommen an Bodenschätzen.


Wirtschaftsentwicklung

Seit 2003 verzeichnet Vanuatu ein stetiges BIP-Wachstum. Das Wirtschaftswachstum lag 2013 bei 3,3 Prozent und ist damit  auf Grund der globalen Rezession weiterhin stabil (2012: 2,3 Prozent, 2011: 1,4 Prozent). Die dualistische Wirtschaftsstruktur bringt ein starkes Stadt-Land-Gefälle der Wirtschaftsleistung mit sich. Die Inflationsrate lag im Jahr 2013 bei etwa 1,9 Prozent (alles Schätzungen).

Ein zunehmend wichtiger Wirtschaftszweig Vanuatus ist der Tourismus, der dem Land zu im regionalen Vergleich großem Wohlstand verholfen hat. Im Zeitraum von 2004 bis 2008 haben sich die Besucherzahlen fast verdoppelt; 2012 (es liegen keine aktuellen Zahlen vor) wurden fast 327.000 Besucher gezählt. Etwa 67 Prozent  von ihnen kam als Besucher mit Kreuzfahrtschiffen; weitere 33 Prozent für meist längere Aufenthalte (meist Tourismus, aber auch Familienbesuche und Geschäftsreisen) per Flugzeug (tägliche Flugverbindungen gibt es unter anderem nach Australien und Neuseeland). In den vergangenen Jahren sind vor allem auf der Hauptinsel Efate einige neue (Luxus-)Hotels entstanden, in denen zahlreiche Einheimische beschäftigt sind. Der Bau von Ferienanlagen und Villen hat zwar einerseits positive Effekte für die Wirtschaft, andererseits können dadurch Streitigkeiten um Landrechte aufkommen, bei denen modernes und traditionelles Recht kollidieren.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung Vanuatus wird gebremst durch die auf den meisten Inseln Vanuatus nur bescheidene Infrastruktur. Elektrizität, Trinkwasser oder medizinische Grundversorgung sind in weiten Teilen des Landes nicht vorhanden.

Im Rahmen des Pacific Islands Forum (PIF), in dem Vanuatu Mitglied ist, wird derzeit ein kombiniertes Handels- und Entwicklungsabkommen, PACER plus, verhandelt. Im Jahr 2009 wurde im „Cairns Compact“ vereinbart, eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen Partnern in der Pazifikregion anzustreben. Dabei soll vor allem im Bereich Entwicklungshilfe eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Daneben unterstützen internationale Organisationen sowie zahlreiche bilaterale Geber das Land.


Außenhandel

Die Exporte Vanuatus lagen 2013 bei etwa 32,17 Mio. EUR (43,1 Mio. USD). Wichtigste Exportgüter sind Kopra, Rindfleisch, Kakao, Holz, Kava und Kaffee. Mit 41,9 Prozent ist Thailand größter Abnehmer von Exporten aus Vanuatu. Es  folgen die Elfenbeinküste (30,5%) und Japan (14,7%).

2013 hat Vanuatu Güter im Wert von 238,4 Mio. EUR (319,4 Mio. USD) importiert. Wichtigste Importgüter sind Lebensmittel, Maschinen und Treibstoff. Lieferanten von Importen nach Vanuatu sind China (20,2%), Singapur (18,8%), USA (15%), Japan (11,6%) und Australien (10,4 %).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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