Hauptinhalt

Niger

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Februar 2013

Deutschland genießt in der nigrischen Öffentlichkeit großes Ansehen. Im Spätsommer 2002 wurde die Deutsche Botschaft Niamey nach fast dreijähriger Schließung wieder eröffnet.

Einen Schwerpunkt der bilateralen Beziehungen stellt der politische Dialog mit der Regierung und die Entwicklungszusammenarbeit dar. Seit 1962 betrug die deutsche bilaterale technische und finanzielle Zusammenarbeit über 630 Millionen Euro.

Die Weichen für eine Neuausrichtung und stärkere Konzentration der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit wurden im Jahre 2002 gestellt. Dabei wurde der Grundstein für die Programmbildung im Bereich Armutsbekämpfung im ländlichen Raum – eine Verzahnung aller deutschen entwicklungspolitischen Instrumente in einem Programm mit mehreren Komponenten – gelegt. Deutschland unterstützt die nigrische Armutsbekämpfungsstrategie, insbesondere in den Regionen Tillaberi, Tahoua-Nord sowie einigen Kommunen der Region Agadez. Der Förderung des Dezentralisierungsprozesses in den jungen nigrischen Kommunen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Aufgrund der innenpolitischen Situation (Auflösung des Verfassungsgerichts; verfassungswidriges Referendum) hatte Deutschland, wie die EU, sowie andere Geber die Entwicklungszusammenarbeit in vielen Bereichen (außer humanitäre Hilfe) eingestellt. Die Entwicklungszusammenarbeit wurde nach Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung im Jahr 2011 wiederaufgenommen.

Bei den Regierungsverhandlungen 2011 wurden dem Niger für die kommenden drei Jahre Mittel in Höhe von 52,9 Millionen Euro zugesagt, davon 35 Millionen für Programme der finanziellen, und 17,9 Millionen Euro für Neuvorhaben der technischen Zusammenarbeit. Die Schwerpunkte der deutschen EZ liegen in den Bereichen "Dezentralisierung und gute Regierungsführung" sowie "Produktive Landwirtschaft und Ernährungssicherung". Außerdem gibt es Projekte in den Bereichen Gesundheit und Grundbildung. Mit Mitteln des Auswärtigen Amtes wird ein Pilotvorhaben zur Justizreform unterstützt. Außerdem werden Vorhaben zur Konfliktprävention im Norden des Landes gefördert.

Unzureichende Regenfälle hatten im Jahr 2011 zu einer schlechten Ernte und einer ernsten Nahrungsmittelkrise in der Sahel-Region geführt. Die Bundesregierung hat auf die verschlechterte humanitäre Lage in der Region reagiert und über 12 Millionen Euro bereitgestellt, von denen auch der Niger profitiert.

Über 40 Fachkräfte und Entwicklungshelfer sind in der bilateralen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit im Niger tätig. Nigrische Partner werden kontinuierlich in Deutschland und der westafrikanischen Subregion fortgebildet. Eine deutsch-nigrische Freundschaftsgesellschaft vereint in Deutschland Entwicklungshelfer und Experten, die ihre frühere Tätigkeit im Niger verbindet.

Neben den staatlichen Aktivitäten wird durch die Bundesregierung auch die Arbeit deutscher Nichtregierungsorganisationen im Niger finanziell unterstützt, die seit 2005 einen bemerkenswerten Aufschwung erfahren hat.

Die Bundesregierung unterstützt darüber hinaus seit 2006 die in Niamey ansässige Regionalorganisation der Nigerflussbehörde ABN mit einem Beitrag von 3 Millionen Euro.

Die wichtigsten zwischen Deutschland und Niger geschlossenen bilateralen Verträge sind:

  • Vertrag über die Förderung von Kapitalanlagen vom 29.10.1964
  • Abkommen über Technische Zusammenarbeit vom 18.6.1977

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.