Hauptinhalt

Belgien

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Bruttoinlandsprodukt

Für 2014 wird ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von gut einem Prozent erwartet. Somit hat Belgien die Phase der akuten Wachstumsschwäche  (BIP 2012: +0,1%; 2013: +0,3%) überwunden.

Inflation

2013 lag die Inflationsrate bei 1,2 Prozent. Sie dürfte 2014 weniger als ein Prozent betragen, was unter anderem an der moderateren Preisentwicklung bei Energie und Lebensmitteln sowie den Maßnahmen der belgischen Regierung zur Lohnkostendämpfung liegt. Im Jahr 2012 betrug die Inflationsrate noch 2,6 Prozent.

Arbeitsmarkt und Arbeitskosten

Die Arbeitslosigkeit bleibt ein großes Problem: Die Arbeitslosenquote ist von 7,6 Prozent im Jahr 2012 auf 8,4 Prozent im Jahr 2013 angestiegen (Quelle: Belgische Nationalbank) und könnte 2014 nochmals leicht anwachsen.

Die Arbeitskosten liegen in Belgien erheblich über dem EU-Durchschnitt, was die Wettbewerbsfähigkeit des Landes beeinträchtigt. Wie schon die bisherige Regierung Di Rupo beabsichtigt die im Oktober 2014 gebildete Mitte-Rechts-Regierung unter Premierminister Charles Michel dieses „Lohnkostenhandicap“ mit gezielten Maßnahmen zu beseitigen und gerät dabei mit den Gewerkschaften in Konflikt.

Haushaltslage

2013 ist es erstmals seit Jahren gelungen, die Nettoneuverschuldung unter 3 Prozent des BIP zu drücken (2,9 %  gemäß Berechnungsverfahren ESVG 2010), so dass Belgien das EU-Defizitverfahren verlassen konnte. Die weitere Haushaltskonsolidierung wird auf föderaler als auch regionaler Ebene auch in den kommenden Jahren eine große Herausforderung bleiben. Die neue Regierung will den Haushaltsausgleich auf 2018 verschieben und setzt zugleich auf klare Strukturreformen.

Außenhandel

Belgiens Volkswirtschaft ist stark in die Weltwirtschaft integriert. Die Außenhandelsquote (Summe aus Exporten und Importen in Relation zum BIP) betrug 2013 ca. 181 Prozent. Deutschland zählt zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Belgiens, mit den Niederlanden und Frankreich. Umgekehrt nimmt Belgien für Deutschland als Handelspartner Rang 9 ein. 2013 betrugen die deutschen Einfuhren aus Belgien 38,9 Mrd. Euro (2012: 37,8 Mrd.), die Ausfuhren 42,3 Mrd. Euro (2012: 43,8 Mrd.).

Wirtschaftsstruktur

In der belgischen Wirtschaft dominiert der Dienstleitungssektor mit ca. 70%. Trotz der großen industriellen Tradition des Landes repräsentiert die verarbeitende Industrie nur noch ca. 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind hier die Pharmazie- bzw. Chemie-, sowie die Nahrungsmittelbranche. Der Anteil des Bausektors beträgt ca. 5 Prozent des BIP, während der des Agrarsektors unter 1 Prozent liegt.

Energie- und Umweltpolitik

Belgien ist stark von ausländischen Energieunternehmen und von Energieimporten abhängig. Die wesentlichen energiepolitischen Zuständigkeiten liegen bei den Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt. Für Atomkraft  und Offshore-Windparks, die in großem Umfang ausgebaut werden, ist dagegen die föderale Regierung zuständig. Wie für die Energiepolitik besteht auch für die Umweltpolitik eine zwischen den Regionen und dem Föderalstaat verteilte Zuständigkeit.

Die  frühere belgische Föderalregierung unter Premierminister Di Rupo (2011-2014)  hat die Weichen für den Atomausstieg gestellt: Die sieben Reaktorblöcke in Doel und Tihange sollen zwischen 2015 und 2025 vom Netz gehen. Die neue Regierung Michel hält am Atomausstieg fest, will aber die beiden ältesten Atomreaktoren Doel 1 und Doel 2, die ursprünglich 2015 abgeschaltet werden sollten, bis 2025 am Netz lassen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die beiden Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 seit März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet sind und verschiedene Gaskraftwerke mangels Rentabilität stillgelegt wurden und somit die Frage der Versorgungssicherheit an Brisanz gewinnt. Die belgischen Verantwortlichen arbeiten an Reservekapazitäten und Notfallplänen, um auch in den kommenden Wintern Nachfragespitzen abfangen zu können.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere