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Belgien

Wirtschaft

Stand: Juli 2014

Bruttoinlandsprodukt

Für 2014 wird ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet (Belgische Nationalbank, EU-Kommission). Somit hat Belgien die Phase der Stagnation (BIP 2012: -0,1%; 2013: +0,2%) überwunden.

Inflation

2013 lag die Inflationsrate bei 1,2 Prozent. Sie dürfte 2014 nur noch knapp 1 Prozent betragen, was unter anderem am moderateren Preisanstieg für Energie und den Maßnahmen der belgischen Regierung zur Lohnkostendämpfung liegt. Im Jahr 2012 betrug die Inflationsrate noch 2,6 Prozent.

Arbeitsmarkt und Arbeitskosten

Die Arbeitslosigkeit bleibt ein großes Problem: Die Arbeitslosenquote ist von 7,6 Prozent im Jahr 2012 auf 8,4 Prozent im Jahr 2013 angestiegen (Quelle: Belgische Nationalbank) und könnte 2014 nochmals leicht anwachsen.

Die Arbeitskosten liegen in Belgien erheblich über dem EU-Durchschnitt, was die Wettbewerbsfähigkeit des Landes beeinträchtigt.

Haushaltslage

2013 ist es erstmals seit Jahren gelungen, die Nettoneuverschuldung unter 3 Prozent des BIP zu drücken (2,6 Prozent), so dass Belgien das EU-Defizitverfahren verlassen konnte. Dagegen stieg die Schuldenquote von 99,6% im Jahr 2012 auf 101,5 Prozent im Jahr 2013. Die weitere Haushaltskonsolidierung wird auf föderaler als auch regionaler Ebene auch in den kommenden Jahren eine große Herausforderung bleiben.

Steuern und Sozialabgaben

Die Abgabenquote (Steuerzahlungen und Sozialabgaben) ist 2013 weiter gestiegen und betrug ca. 48 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Außenhandel

Belgiens Volkswirtschaft ist stark in die Weltwirtschaft integriert. Die Außenhandelsquote (Summe aus Exporten und Importen in Relation zum BIP) betrug 2013 .. 181 Prozent. Deutschland zählt zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Belgiens, mit den Niederlanden und Frankreich. Umgekehrt nimmt Belgien für Deutschland als Handelspartner Rang 9 ein. 2013 betrugen die deutschen Einfuhren aus Belgien 38,9 Mrd. Euro (2012: 37,8 Mrd.), die Ausfuhren 42,3 Mrd. Euro (2012: 43,8 Mrd.).

Wirtschaftsstruktur

In der belgischen Wirtschaft dominiert der Dienstleitungssektor mit ca. 70%. Trotz der großen industriellen Tradition des Landes repräsentiert die verarbeitende Industrie nur noch ca. 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind hier die Pharmazie- bzw. Chemie-, sowie die Nahrungsmittelbranche. Der Anteil des Bausektors beträgt ca. 5 Prozent des BIP, während der des Agrarsektors unter 1 Prozent liegt.

Energie- und Umweltpolitik

Belgien ist stark von ausländischen Energieunternehmen und von Energieimporten abhängig. Die wesentlichen energiepolitischen Zuständigkeiten liegen bei den Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt. Für Atomkraft  und Offshore-Windparks, die in großem Umfang ausgebaut werden, ist dagegen die föderale Regierung zuständig. Wie für die Energiepolitik besteht auch für die Umweltpolitik eine zwischen den Regionen und dem Föderalstaat verteilte Zuständigkeit.

Die scheidende belgische Föderalregierung hat die Weichen für den Atomausstieg 2015-2025 gestellt: Die sieben Reaktorblöcke in Doel und Tihange sollen zwischen 2015 und 2025 vom Netz gehen. Da die beiden Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 seit März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet sind und verschiedene Gaskraftwerke mangels Rentabilität stillgelegt wurden, gewinnt die Frage der Versorgungssicherheit an Brisanz. Die belgischen Verantwortlichen arbeiten an Reservekapazitäten und Notfallplänen, um auch im kommenden Winter Nachfragespitzen abfangen zu können.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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