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Belgien

Wirtschaft

Stand: März 2014

Bruttoinlandsprodukt

2013 verzeichnete Belgien einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent im Vergleich zu 2012, als es einen Rückgang von 0,1 Prozent gegeben hatte. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2014 um 1,4 Prozent steigen.

Inflation

2013 erlebte Belgien eine weitere Abschwächung der Geldentwertung, was unter anderem an dem moderateren Preisanstieg für Energie und den Maßnahmen der belgischen Regierung zur Lohnkostendämpfung lag. Betrug die Inflationsrate 2012 noch 2,6 Prozent, sank sie 2013 auf 1,2 Prozent.

Arbeitsmarkt und Arbeitskosten

Während die Arbeitslosenquote in den Jahren 2011 bei 7,2 Prozent und 2012 bei 7,6 Prozent lag, ist sie 2013 auf 8,4 Prozent angestiegen (Quelle: BNB.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind im Industriesektor ungleich verteilt. Sie konzentrieren sich vor allem in den Ballungsräumen in Flandern und im Nordosten. Der gesamte Süden des Landes, die Mitte der zentralen Achse Walloniens zwischen Charleroi und Lüttich sowie die östlichen Randgebiete sind dagegen infolge des Strukturwandels weniger industrialisiert. Jedoch hat Wallonien mit der "Aufholjagd" begonnen. Die Arbeitskosten in Belgien liegen generell über dem EU-Durchschnitt. Löhne und Gehälter sind 2011 um 2,4 Prozent und 2012 um 3,7 Prozent gestiegen. 2013 liegt die Steigerungsrate bei 2,2 Prozent (Quelle: BNB).

Haushaltslage

Die staatlichen Konjunkturprogramme konnten die Effekte der Wirtschafts- und Finanzkrise etwas auffangen, ließen aber das öffentliche Defizit weiter steigen. Die Schuldenquote ist 2012 auf 99,6 Prozent und 2013 auf 99,7 Prozent des BIP gestiegen. Die belgische Föderalregierung plant aber, sie durch den Verkauf von Staatsbeteiligungen wieder unter 100 Prozent zu drücken. Die Nettoneuverschuldung stieg von 3,7 Prozent im Jahr 2011 auf 3,9 Prozent im Jahr 2012; dieser Anstieg ist insbesondere auf eine Kapitalerhöhung der in Abwicklung befindlichen Dexia-Bank zurückzuführen. Für 2013 ist von einer Nettoneuverschuldung von ca. 2,7 Prozent auszugehen.

Steuern und Sozialabgaben

Die Abgabenquote (Steuerzahlungen und Sozialabgaben) ist 2013 weiter gestiegen und betrug ca. 48 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Außenhandel

Belgiens Volkswirtschaft ist gut in den Weltmarkt integriert. Die Außenhandelsquote (Summe aus Exporten und Importen in Relation zum BIP) betrug 2012 beachtliche 183,5 Prozent. Deutschland zählt zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Belgiens, mit den Niederlanden und Frankreich. Umgekehrt nimmt Belgien für Deutschland als Handelspartner Rang 9 ein. 2013 betrugen die deutschen Einfuhren aus Belgien 38,9 Mrd. Euro (2012: 37,8 Mrd.), die Ausfuhren 42,3 Mrd. Euro (2012: 43,8 Mrd.).

Wirtschaftsstruktur

Belgien ist ein großes Exportland und extrem abhängig von den weltwirtschaftlichen Entwicklungen, vor allem von denen in Europa. Das Land hat u.a. wegen der hohen Lohnstückkosten in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Das Bruttoinlandsprodukt setzt sich zu ca. 80 Prozent aus Dienstleistungen zusammen, der Anteil des Primärsektors beträgt nur ca. 1 Prozent, während das Bauwesen etwa 5 Prozent ausmacht. Trotz der industriellen Tradition des Landes repräsentiert die verarbeitende Industrie tatsächlich nur noch ca. 15 Prozent des BIP. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Pharmazie-/Chemie-, sowie die Nahrungsmittelbranche.

Energie- und Umweltpolitik

Belgien ist als kleines Land stark von ausländischen Energieunternehmen und von Energieimporten abhängig. Die wesentlichen Zuständigkeiten verteilen sich im Energiebereich auf die Regionen Flandern, Wallonie und Brüssel-Hauptstadt. Für Atomkraft (aus der Belgien bis 2025 aussteigen will) und Offshore-Windparks, die in großem Umfang ausgebaut werden, ist die föderale Regierung zuständig. Wie für die Energiepolitik besteht auch für die Umweltpolitik ein zwischen den Regionen und dem Föderalstaat verteilte Zuständigkeit („compétences partagées“).

Die Frage der Energiesicherung gewinnt im Hinblick auf den geplanten Atomausstieg an Bedeutung. Die sieben Reaktoren in Doel und Tihange sollen zwischen 2015 und 2025 vom Netz gehen. Die Erlöse aus dem Weiterbetrieb des Reaktors Tihange 1 (bis 2025) sollen teils an den Staat fallen und auch zur Subventionierung von Gas-Kraftwerken und Offshore Energie dienen. Elektrizitätsintensive Unternehmen beklagen sich über die hohen Energiepreise in Belgien.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.