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Belgien

Wirtschaft

Stand: März 2015

Bruttoinlandsprodukt

2014 hat Belgien ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von einem Prozent erzielt; für 2015 wird ein Wachstum in gleicher Größe erwartet. Somit hat Belgien die Phase der akuten Wachstumsschwäche  (BIP 2012: +0,1%; 2013: +0,3%) überwunden.

Inflation

2013 lag die Inflationsrate bei 1,2 Prozent, 2014 bei 0,5  Prozent. Sie dürfte 2015 auf etwa null Prozent  zurückgehen, was insbesondere am gesunkenen Erdölpreis  liegt.

Arbeitsmarkt und Arbeitskosten

Die Arbeitslosigkeit bleibt ein großes Problem: Die Arbeitslosenquote ist von 7,6 Prozent im Jahr 2012 auf 8,4 Prozent im Jahr 2013 angestiegen  und verharrt auf diesem relativ hohen Niveau (2014 8,5%; Prognose 2015 8,3%).

Die Arbeitskosten liegen in Belgien erheblich über dem EU-Durchschnitt, was die Wettbewerbsfähigkeit des Landes beeinträchtigt. Wie schon die bisherige Regierung Di Rupo beabsichtigt die im Oktober 2014 gebildete Mitte-Rechts-Regierung unter Premierminister Charles Michel dieses „Lohnkostenhandicap“ mit gezielten Maßnahmen zu beseitigen und gerät dabei mit den Gewerkschaften in Konflikt.

Haushaltslage

2013 ist es erstmals seit Jahren gelungen, die Nettoneuverschuldung unter 3 Prozent des BIP zu drücken (2,9 % ), so dass Belgien das EU-Defizitverfahren verlassen konnte. 2014 ist das Defizit aber wieder auf 3,2% gestiegen. Dies zeigt, dass die weitere Haushaltskonsolidierung  auf föderaler wie regionaler Ebene auch in den kommenden Jahren eine große Herausforderung bleiben wird. Die neue Regierung will zwar den Haushaltsausgleich auf 2018 verschieben, setzt aber zugleich auf klare Strukturreformen und eine strukturelle Haushaltskonsolidierung.

Außenhandel

Belgiens Volkswirtschaft ist stark in die Weltwirtschaft integriert. Die Außenhandelsquote (Summe aus Exporten und Importen in Relation zum BIP) betrug 2013 ca. 181 Prozent. Deutschland zählt zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Belgiens, mit den Niederlanden und Frankreich. Umgekehrt nimmt Belgien für Deutschland als Handelspartner Rang 9 ein. 2014 betrugen die deutschen Einfuhren aus Belgien 39,9 Mrd. Euro (2013: 39 Mrd.), die Ausfuhren 42,2 Mrd. Euro (2013: 42,4 Mrd.).

Wirtschaftsstruktur

In der belgischen Wirtschaft dominiert der Dienstleitungssektor mit ca. 70%. Trotz der großen industriellen Tradition des Landes repräsentiert die verarbeitende Industrie nur noch ca. 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind hier die Pharmazie- bzw. Chemie-, sowie die Nahrungsmittelbranche. Der Anteil des Bausektors beträgt ca. 5 Prozent des BIP, während der des Agrarsektors unter 1 Prozent liegt.

Energie- und Umweltpolitik

Belgien ist stark von ausländischen Energieunternehmen und von Energieimporten abhängig. Die wesentlichen energiepolitischen Zuständigkeiten liegen bei den Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt. Für Atomkraft  und Offshore-Windparks, die in großem Umfang ausgebaut werden, ist dagegen die föderale Regierung zuständig. Wie für die Energiepolitik besteht auch für die Umweltpolitik eine zwischen den Regionen und dem Föderalstaat verteilte Zuständigkeit.

Die  frühere belgische Föderalregierung unter Premierminister Di Rupo (2011-2014) hat die Weichen für den Atomausstieg gestellt: Die sieben Reaktorblöcke in Doel und Tihange sollen bis 2025 vom Netz gehen. Die neue Regierung Michel hält am Atomausstieg fest, will aber die beiden ältesten Atomreaktoren Doel 1 und Doel 2, die ursprünglich 2015 abgeschaltet werden sollten, bis 2025 am Netz lassen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die beiden Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 seit März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet sind und verschiedene Gaskraftwerke mangels Rentabilität stillgelegt wurden und somit die Frage der Versorgungssicherheit an Brisanz gewinnt. Die belgischen Verantwortlichen arbeiten an Reservekapazitäten und Notfallplänen, um auch in den kommenden Wintern Nachfragespitzen abfangen zu können.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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