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Portugal

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2017

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal sind vertrauensvoll, von einer hohen Besucherdichte und einer großen Übereinstimmung in außen- und sicherheitspolitischen Fragen geprägt. Deutschland hatte einen erheblichen Anteil am Aufbau demokratischer Strukturen nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 (Sturz des Salazar-Regimes) und förderte den Beitritt Portugals zu den Europäischen Gemeinschaften (heute Europäische Union) 1986.

Eine enge Abstimmung beider Länder  vor und während ihrer aufeinanderfolgenden EU-Ratspräsidentschaften im Jahr 2007 hat die politischen Beziehungen  weiter gefestigt. Der „Vertrag von Lissabon zur Änderung des Vertrages über die Europäische Union und des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften“ wurde am 13.12.2007 unter portugiesischer Ratspräsidentschaft in Lissabon unterzeichnet, nachdem er u.a. unter deutscher Ratspräsidentschaft vorbereitet worden war.

Auch bei schwierigen Dossiers wie der Bewältigung der Krise im Euro-Raum – Deutschland und Portugal gehören  zu den ersten Mitgliedern der Eurozone  1999/2000 (Euro-11) – arbeiten die Regierungen beider Staaten eng und vertrauensvoll zusammen. Seit 2013 findet jährlich ein Deutsch-Portugiesisches Forum alternierend in Berlin und Lissabon statt, das hochrangige Vertreter beider Länder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft  und Zivilgesellschaft zusammenführt und einen wertvollen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung leistet. Das vierte Deutsch-Portugiesische Forum fand im November 2016 in Berlin statt

Bundespräsident Gauck stattete Portugal am 23. bis 25. Juni 2014 einen Staatsbesuch ab. Thematischer Fokus waren die Bereiche Berufsausbildung und Wirtschaftsaustausch, u.a. hielt er in Lissabon eine Rede auf der Festveranstaltung der Deutsch-Portugiesischen Industrie- und Handelskammer anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens. Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa war im Mai 2016 zum Antrittsbesuch in Berlin. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Portugal zuletzt im November 2012, Premierminister António Costa reiste im Februar 2016 nach Berlin.


Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist nach Spanien der zweitwichtigste Handelspartner Portugals mit einem Anteil von jeweils circa 13 Prozent an den portugiesischen Ex- und Importen. Der frühere  deutsche Handelsbilanzüberschuss ist aufgrund der dynamischen Entwicklung portugiesischer Exporte seit 2013 deutlich zurückgegangen.

Deutsche Unternehmen sind seit über 100 Jahren mit eigenen Produktionsstandorten in Portugal präsent und befinden sich im industriellen Sektor, in dem besonders viele hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden, weiterhin unter den Investoren an erster Stelle. Da viele deutsche Firmen im Exportsektor tätig sind, sind sie von der Wirtschaftskrise weniger betroffen. Sie konnten ihre Arbeitskräfte zumeist halten oder deren Zahl sogar ausbauen. Deutsche Unternehmen haben einen wichtigen Beitrag zum jüngsten Exporterfolg und Handelsüberschuss Portugals geleistet. Unter den zehn größten Exporteuren Portugals befinden sich drei deutsche Firmen. Besonders in der Automobilproduktion bleibt das deutsche Engagement hoch. Neue Bereiche der Zusammenarbeit sind unter anderem Medizintechnik, Informatik und erneuerbare Energien. Portugal ist in Deutschland ein beliebtes Reiseland.


Kultur- und bildungspolitische Beziehungen

Ausdruck des traditionell regen Austauschs sind die beiden renommierten deutschen Begegnungsschulen in Lissabon und Porto mit insgesamt rund 1700 zumeist portugiesischen Schülern, zwei Goethe-Institute mit einem auf junge Portugiesen zugeschnittenen Programm und eine Vielzahl von Hochschulkooperationen.

Wachsendes deutsches Interesse am Forschungsstandort Portugal spiegelt sich in der Gründung einer Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft im Bereich Schlüsseltechnologien in Porto im Jahr 2009 wider.

Herausforderung bleibt, die relativ geringe Anzahl von Deutschschülern zu steigern. Eine spürbare Zunahme der Nachfrage nach Deutschunterricht ist dagegen an den Universitäten und dem Goethe-Institut zu verzeichnen, unter anderem aufgrund eines gestiegenen Interesses an Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland im Zuge der wirtschaftlichen Krise in Portugal.

Klassische und zeitgenössische deutsche Musik genießen in Portugal hohes Ansehen. Zeitgenössische Literatur und Philosophie, Kunst, Design, Theater, Tanz und Kino finden ein interessiertes Publikum. Umgekehrt gibt es in Deutschland einen Markt für die portugiesische zeitgenössische Literatur und Interesse an portugiesischen Produktionen (z.B. Kino).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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