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Laos

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2014

Nach dem fast völligen Zusammenbruch des Bildungswesens durch die langen Kriegsjahre und dem Abwandern vieler Fach- und Lehrkräfte ins Ausland hat die sozialistische Regierung nach 1975 mit dem langsamen Wiederaufbau des Bildungssektors begonnen. Dennoch beträgt die Alphabetisierungsrate erst 69 Prozent und ist damit eine der niedrigsten Asiens. Die Alphabetisierung der Altersgruppe zwischen 15 bis 40 Jahren liegt allerdings bei 87 Prozent (Tendenz steigend).

Bildungssystem

Die Einschulungsquote liegt nach Angaben der UNESCO bei 83 Prozent. Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Gegenden sowie zwischen Mädchen und Jungen nehmen allmählich als Ergebnis der durch internationale Geber unterstützten Maßnahmen der Regierung ab. Das öffentliche Schulsystem umfasst zwölf Schuljahre, davon fünf Jahre Grundschule (Eintrittsalter 6 Jahre), vier Jahre untere und drei Jahre obere Sekundarstufe. Die offizielle Schulpflicht beträgt acht Jahre, die jedoch vor allem in den ländlichen Gebieten selten erreicht werden. Unterrichtssprache ist Laotisch, die Sprache der Bevölkerungsmehrheit. Als wichtigste Fremdsprache wird Englisch an staatlichen Schulen sowie an zahlreichen privaten Einrichtungen gelehrt. Das verbreitete Verlassen der Schule nach nur fünf Schuljahren ist von der laotischen Regierung offiziell als Begründung für eine gesetzliche Neuregelung angegeben worden, wonach seit 2014 die Anstellung von mindestens 12-Jährigen in Vollzeit-Arbeitsverhältnissen erlaubt ist.

Eine weiterführende Ausbildung ist an insgesamt elf fachhochschulähnlichen Einrichtungen möglich, die seit September 1996 zur Nationalen Universität von Laos zusammengefasst sind.


Kulturpolitik

Seine besondere kulturelle Prägung erhält das Land durch seine ethnische Vielfalt mit 49 unterschiedlichen Ethnien. Die Mehrheitsbevölkerung der Tieflandlaoten ist nach wie vor in Einstellung und Lebenswandel buddhistisch geprägt. Für die zahlreichen verschiedenen Ethnien, die hauptsächlich in den entlegenen Landesteilen siedeln, ist die Pflege ihrer kulturellen Eigenart selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Touristen sollten dies respektieren und darauf achten, dass ihre Anwesenheit nicht zu einer Aushöhlung bzw. Entwertung traditioneller Lebensweisen führt. Laos ist eines der ärmsten Länder Asiens. Für kulturelle Aktivitäten sind nur begrenzte Mittel vorhanden. Laos verfügt aber über eine Vielzahl von Kulturdenkmälern, die mit Hilfe von ausländischen Investoren bzw. Organisationen vor dem Verfall bzw. der Vergessenheit geschützt werden.  

Die alte Königsstadt Luang Prabang und die Khmer Tempelanlage 'Wat Phu' (auch: Vat Phou) wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die laotische Regierung beabsichtigt zudem, die Aufnahme der "Ebene der Tonkrüge" ("Plain of Jars") in die Weltkulturerbeliste zu beantragen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.