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Sierra Leone

Kultur und Bildung

Stand: März 2016

Kulturelle Ereignisse fanden während der Ebola-Epidemie nur stark eingeschränkt statt. Auftritte und Veranstaltungen aller Art wurden angesichts des verhängten Ausnahmezustands untersagt. Inzwischen hat sich das kulturelle Leben aber wieder normalisiert. Gepflegt werden insbesondere Musik und Sport sowie Zusammenkünfte ("outings") zu verschiedenen Anlässen. Sie können ohne Beeinträchtigungen stattfinden.

Etwa ein Drittel der ohnehin schwachen schulischen Infrastruktur wurde während des Bürgerkriegs (1991-2002) zerstört. Am Wiederaufbau des Schulsystems beteiligen sich mehrere multilaterale Geberorganisationen (Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank, EU, UNICEF und andere). 2004 verabschiedete die sierra-leonische Regierung ein Bildungsgesetz, das die Voraussetzungen für den Schulbetrieb und den Zugang zu Bildung verbessern soll. Während der Ebolakrise waren zur Vermeidung von Ansteckung alle Schulen des Landes geschlossen. Sie wurden erst im Frühjahr 2015 wieder eröffnet.

Der Bildungssektor ist als einer von acht Säulen Teil der im Juli 2013 verabschiedeten "Agenda for Prosperity".  Schwerpunkt der nationalen Anstrengungen sind hierbei die qualitative Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsangebote und der erleichterte Zugang zu Bildungseinrichtungen. Die Ausbildung ist allerdings kostenpflichtig. Viele Eltern sind nicht in der Lage, die dafür notwendigen Mittel aufzubringen.

Die Qualität des Unterrichts ist verbesserungswürdig. Gründe hierfür sind unter anderem eine bislang fehlende geregelte Lehrerausbildung und eine häufig unregelmäßige Bezahlung der Lehrkräfte. Zu Anfang 2014 wurde im Rahmen der Verabschiedung des Haushalts der Mindestlohn u.a. für Lehrer auf 600.000 Leones (ca. 100 Euro) heraufgesetzt.

Knapp die Hälfte der Erwachsenen (ab 15 Jahren) können lesen und schreiben. Überall in Sierra Leone fehlen Unterrichtsräume, Lehrmittel und ausgebildete Lehrkräfte. Im Zuge der Dezentralisierung soll die Verantwortung für den Schulbetrieb auf die Gemeinden übergehen.

Es gibt in Sierra Leone derzeit 12 Universitäten und Hochschulen, die vor allem in Freetown, aber auch in einigen größeren Städten im Landesinneren angesiedelt sind. Die älteste und bekannteste Universität Afrikas südlich der Sahara, "Fourah Bay College" (1827 in Freetown gegründet), hatte im 19. Jahrhundert ein hohes Niveau ("Athen Westafrikas"). Nach ihrer weitgehenden Zerstörung während des Bürgerkrieges hat sich der Lehrbetrieb langsam wieder normalisiert; wissenschaftliche Forschungsarbeit ist allerdings unter den schlechten räumlichen und finanziellen Bedingungen kaum möglich. Zu nennen ist weiterhin die Njala Universität mit Hauptsitz in Njala und Bo.

Die 1995 gegründete, hauptsächlich aus Spenden finanzierte Musikakademie "The Ballanta Academy of Music" und das kleine Nationalmuseum im Zentrum Freetowns sind die wichtigsten nationalen Institutionen des kulturellen Lebens in Freetown. Artisten, Musik- und Tanzgruppen treten gelegentlich in kirchlichen Einrichtungen, bei offiziellen Veranstaltungen sowie im "British Council" auf.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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