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Sierra Leone

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Februar 2014

Etwa ein Drittel der ohnehin schwachen schulischen Infrastruktur wurde während des Bürgerkriegs zerstört. Am Wiederaufbau des Schulsystems beteiligen sich mehrere multilaterale Geberorganisationen (Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank, EU, UNICEF und andere). 2004 verabschiedete die sierra-leonische Regierung ein Bildungsgesetz, das die Voraussetzungen für den Schulbetrieb und den Zugang zu Bildung verbessern soll.

Der Bildungssektor ist auch Bestandteil der im Juli 2013 verabschiedeten "Agenda for Properity". Eine der acht Säulen der Agenda, mit der Sierra Leone die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDG) erreichen will, bezieht sich auf die qualitative Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsangebote und den erleichterte Zugang zu Bildungseinrichtungen.

Seit Beendigung des Bürgerkrieges im Jahr 2002 ist die Einschulungsrate im Grundschulbereich kontinuierlich angestiegen, so dass bis 2015 mit einer 100-prozentigen Einschulungsrate ein wichtiges Millennium-Entwicklungsziel erreicht werden könnte. 

Die Qualität des Unterrichts ist jedoch oft verbesserungswürdig. Gründe hierfür sind unter anderem eine bislang fehlende geregelte Lehrerausbildung und eine in der Vergangenheit häufig unregelmäßige Bezahlung der Lehrkräfte. Zu Anfang 2014 wurde im Rahmen der Verabschiedung des Haushalts der Mindestlohn u.a. für Lehrer auf 600.00 Leones (ca. 100 Euro) heraufgesetzt.

Die Analphabetenrate liegt bei den Erwachsenen (ab 15 Jahren) bei 58 Prozent‚ in einigen Gebieten darüber. Überall in Sierra Leone fehlen Unterrichtsräume, Lehrmittel und Lehrkräfte. Im Zuge der Dezentralisierung soll die Verantwortung für den Schulbetrieb auf die Gemeinden übergehen.

Die Universität und älteste Hochschule Afrikas südlich der Sahara "Fourah Bay College" (1827 in Freetown gegründet) hatte im 19. Jahrhundert ein hohes Niveau ("Athen Westafrikas"). Nach ihrer weitgehenden Zerstörung während des Bürgerkrieges hat sich der Lehrbetrieb für derzeit 4.000 Studierende langsam wieder normalisiert; wissenschaftliche Forschungsarbeit ist jedoch unter den aktuellen räumlichen und finanziellen Bedingungen kaum möglich. Mittlerweile gibt es weitere Universitäten/Hochschulen im Landesinneren (Njala, Makeni, Bo).

Die 1995 gegründete, hauptsächlich aus Spenden finanzierte Musikakademie "The Ballanta Academy of Music" und das kleine Nationalmuseum im Zentrum Freetowns sind die wichtigsten nationalen Institutionen des kulturellen Lebens in Freetown. Artisten, Musik- und Tanzgruppen treten gelegentlich in kirchlichen Einrichtungen, bei offiziellen Veranstaltungen sowie im "British Council", dem einzigen ausländischen Kulturinstitut, auf.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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