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Benin

Wirtschaft

Stand: April 2017

Grundlagen

Benin, eines der ärmsten Länder der Welt, hat 2016 ein statistisch erfasstes Pro-Kopf-Jahres-Einkommen von etwa 803 USD erzielt (nach 2015: 780 USD). Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2015 circa 8,3 Milliarden USD. 2016 ist die Wirtschaft Benins um etwa 4,6 Prozent, und damit etwas langsamer als im Vorjahr (+5,0%) gewachsen (FMI - World Economic Outlook Database – 2016). 


Angesichts des weiterhin stabilen hohen Bevölkerungswachstums (2014: 2,8 Prozent) ist eine spürbare Verbesserung der Armutsbekämpfung erschwert. Nötig wären mindestens rund 7 Prozent Wirtschaftswachstum.

Etwas mehr als ein Drittel der knapp zehn Millionen Beniner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Insbesondere in ländlichen Bereichen ist die Armut mit rund 50 Prozent der Bevölkerung besonders stark.

Rund 44 Prozent der Beniner sind jünger als 15 Jahre. Die Lebenserwartung beträgt laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) 59,8 Jahre. Das UNDP sieht Benin mit einem Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index – HDI) von 0,48 auf Position 167 von 188 Staaten und ist damit gegenüber 2015 um einen Rang zurückgefallen (Quelle: UNDP Weltentwicklungsbericht 2016).

Benin zieht seine Wirtschaftskraft weiterhin aus den zwei Hauptsektoren Hafen und Landwirtschaft.
Da der Wirtschaftsfaktor Hafen über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht und der Hafenumschlag zu etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus Re-Importen nach Nigeria besteht, wirkt sich die Wirtschaftsentwicklung in Nigeria unmittelbar auf Benin aus, wie im Jahr 2015 deutlich wurde. Verknappungen im Energiebereich lösten in Benin sofort Stromausfälle und erhebliche Preiserhöhungen für Benzin aus.

Auch führte die – vornehmlich dem Verfall des Ölpreises geschuldete – Rezession in Nigeria zu einem Anstieg des Haushaltsdefizits von 1,4 Prozent im Jahre 2014 auf 7,9 Prozent in 2015. Die Inflationsrate lag 2016 bei -1 Prozent.


Unzureichende Reformschritte im öffentlichen Finanzmanagement, eine nicht ausreichend effiziente Verwaltung, mangelnde Infrastruktur und ungenügende Rechtssicherheit für den Privatsektor beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum. Schließlich hält auch die weithin verbreitete Korruption potenzielle Investoren ab: Nach Angaben des Korruptions-Wahrnehmungs-Index von Transparency International aus dem Jahr 2015 befindet sich Benin auf Rang 95 von 176 Ländern (2015 belegte es noch Rang 83).


In der Bewertung der Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft, dem sogenannten "Doing Business" Ranking der Weltbank ist Benin für 2016 von Platz 162 auf Platz 158 (von 183 Ländern) aufgestiegen. 2014 lag Benin noch auf Platz 174. Die Anstrengungen der Regierung, die die Probleme erkannt hat, haben bisher noch zu keinem durchgreifenden Erfolg geführt.


Außenhandel

Die Handelsbilanz Benins ist negativ. Nach Schätzungen betrugen die Exporte im Jahr 2015 1,04 Milliarden USD. Der Wert der importierten Güter betrug 2015 3,4 Milliarden USD. Benin exportiert in erster Linie Baumwolle und andere landwirtschaftliche Produkte (Erdnüsse, Palmöl). Importiert werden vor allem Maschinen/Investitionsgüter, Energie, chemische und pharmazeutische Produkte sowie Nahrungsmittel.

Größte Handelspartner bleiben China und Indien.

Zu den strukturellen Schwächen der beninischen Wirtschaft zählt die Abhängigkeit des Außenhandels von der Baumwolle. Mit ihr werden rund 20 Prozent der Exporterlöse erwirtschaftet; im Weltmarkt spielt der beninische Anteil an der Baumwollproduktion aber nur eine untergeordnete Rolle. Benin ist weitgehend vom Geschehen auf dem Baumwollweltmarkt abhängig, der durch erhebliche Subventionen in anderen Weltregionen geprägt wird. Überkommene staatliche Baumwollförderstrukturen können dieser Entwicklung kaum entsprechen. Im Zusammenhang mit der Verstaatlichung des Baumwollsektors hatte die beninische Baumwolle auch die Zertifizierung verloren.

Benin ist Mitglied sowohl der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA), deren Präsidentschaft Benin zur Zeit innehat. Die gemeinsame westafrikanische Währung Franc CFA ist fest an den Euro gebunden (1 Euro entspricht etwa 656 FCFA). Dies träge erheblich zur monetären Stabilität der Region bei.


Umweltpolitik

Durch das hohe Bevölkerungswachstum verstärkt sich der Druck auf die Umwelt; der Industrie- und Dienstleitungssektor ist noch nicht in der Lage, außerhalb der Landwirtschaft genügend neue Arbeitsplätze bereitzustellen. Ökologische Probleme, wie der Rückgang des Waldes, die Überfischung in den Lagunengebieten, die Ausrottung von wildlebenden Tieren ("bushmeat"), die Verarmung der landwirtschaftlich nutzbaren Böden, die Luftverschmutzung in den Städten und die Küstenerosion nehmen daher zu.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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