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Korea Republik Korea, Südkorea

Beziehungen zwischen der Republik Korea und Deutschland

Stand: Oktober 2014

Politische Beziehungen

Mit der Unterzeichnung des deutsch-koreanischen Handels-, Schifffahrts- und Freundschaftsvertrages am 26. November 1883 wurden die bilateralen Beziehungen auf eine offizielle Grundlage gestellt. Nach dem Koreakrieg (1950-1953), der zur Teilung des Landes führte, entwickelten sich die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zur Republik Korea eng und vertrauensvoll. 2013 war gekennzeichnet durch die Jubiläen zum 130. Jahrestag bilateraler diplomatischer Beziehungen und dem 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Abkommen zur Entsendung koreanischer Bergarbeiter und Krankenschwestern nach Deutschland. Beiden Jubiläen wurde ein hoher politischer Stellenwert beigemessen. Veranstaltungen im Kontext dieser Jubiläen haben dazu beigetragen, den bilateralen Beziehungen neue Impulse zu verleihen.

Deutschland trug in den 60er und 70er Jahren in erheblichem Maß zur Schaffung der Grundlagen des koreanischen Wirtschaftswunders bei. Korea entwickelte sich von einem der ärmsten Länder der Welt in den 50er Jahren zur zwölftgrößten Volkswirtschaft 2012 und von einem Nehmer- zum Geberland in der Entwicklungshilfe.

Die politischen Erfahrungen mit Blick auf die deutsche Wiedervereinigung (Annäherungspolitik, Wende und anschließender Einigungsprozess) bieten der koreanischen Politik und Wissenschaft Anregungen für den eigenen Weg. 2011 wurde ein hochrangig besetztes bilaterales, jährlich tagendes Expertengremium ins Leben gerufen, um den Austausch zu den inneren Aspekten der Vereinigung zu vertiefen und zu institutionalisieren.

Seit zwölf Jahren diskutieren Vertreter der deutschen und koreanischen Zivilgesellschaft im Rahmen des Deutsch-Koreanischen Forums aktuelle Fragen der bilateralen Beziehungen. Das Forum, das abwechselnd in Korea und Deutschland stattfindet, wird begleitet von einem parallel dazu stattfindenden Jugendforum, bei dem die Teilnehmer brennende Fragen aus Sicht von Jugendlichen diskutieren und Empfehlungen abgeben. Im Juli 2014 fand das 13. Zusammentreffen des Formus in Seoul statt.

Beide Außenminister haben im März 2013 beschlossen, eine weitere Beratergruppe zu den außenpolitischen Aspekten der Vereinigung einzurichten. Diese setzt sich aus Politikern Wissenschaftlern und Diplomaten beider Länder zusammen und tritt am 31.10.2014 erstmalig in Seoul zusammen.

Korea und Deutschland verbinden gemeinsame Anliegen: Stärkung des effektiven Multilateralismus, Schaffung einer neuen Weltwirtschafts- und Finanzordnung im G20-Rahmen, Beteiligung an friedenserhaltenden Maßnahmen, Verhinderung des Klimawandels und Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Vom 7.-10. Februar 2010 war der damalige Bundespräsident Horst Köhler zu einem Staatsbesuch in Korea. Bundeskanzlerin Angela Merkel stattete Seoul aus Anlass des G20-Gipfels vom 11.-12. November 2010 einen Besuch ab. Präsident Lee Myung-bak besuchte seinerseits vom 8.-11. Mai 2011 Berlin und Frankfurt und traf u.a. mit dem damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit sowie Akteuren der deutschen Wiedervereinigung zusammen. Vom 26. – 27. März 2012 besuchte der damalige Bundesaußenminister Guido Westerwelle Südkorea aus Anlass des Nukleargipfels. Im Mai 2013 weilte eine Delegation des Bundesratspräsidenten Winfried Kretschmann auf Einladung des Vorsitzenden der Koreanischen Nationalversammlung in Seoul. Vom 25. – 28. März 2014 besuchte Staatspräsidentin Park Berlin sowie Dresden und traf u.a. mit Bundespräsident Gauck, Bundeskanzlerin Merkel und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit zusammen.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind eng. Korea gehört mit seiner leistungsstarken Wirtschaft und seinen hohen technologischen Fähigkeiten zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Deutschlands in Ostasien. Korea, die zwölftgrößte Volkswirtschaft und siebtgrößte Exportnation der Welt, ist für Deutschland nach der Volksrepublik China und Japan (noch vor Indien!) der drittwichtigste Absatzmarkt in Asien. Deutschland bleibt für Südkorea der wichtigste europäische Handelspartner.

Das bilaterale Handelsvolumen lag koreanischen statistischen Angaben zufolge 2013 bei rund 27,2 Mrd. US-Dollar. Dabei erzielte Deutschland einen Handelsbilanzüberschuss von 11,4 Mrd. USD. Mit rund 9,1 Mrd. US-Dollar tatsächlich getätigter Direktinvestitionen ( von 1962 bis 2013) ist Deutschland der drittgrößte europäische Investor in Südkorea. Im Jahre 2013 wurden 248 Mio. US-Dollar durch deutsche Unternehmen in Südkorea investiert.

Etwa 500 deutsche Unternehmen bzw. Firmen mit Kapitalbeteiligung aus Deutschland sind nach koreanischen Angaben in Korea vertreten. Die 223 größten deutschen Firmen beschäftigen etwa 33.000 koreanische Arbeitnehmer (Quelle: Bundesbank 2010). Koreanische Direktinvestitionen in Deutschland liegen insgesamt bei etwa 4,01 Mrd. USD und konzentrieren sich auf den Raum Frankfurt/Main.


Beziehungen aus dem Bereich Wissenschaft

Die Beziehungen auf dem Gebiet von Forschung und Technologie entwickeln sich dynamisch. Südkorea ist in den letzten Jahren ein attraktiver Kooperationspartner geworden. In der Informations- und Kommunikationstechnologie nimmt es weltweit eine Spitzenstellung ein. Bekannte deutsche Forschungseinrichtungen entscheiden sich inzwischen für eine Kooperation mit koreanischen Partnern. Besonders aktiv sind die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, Universitäten und die Max-Planck-Gesellschaft.


Kulturelle Beziehungen

Der kulturelle Austausch zwischen Südkorea und Deutschland ist intensiv und vielseitig. Deutschland und seine Kultur – insbesondere klassische Musik und Literatur - genießen in Südkorea hohes Ansehen. Das Goethe-Institut ist in Korea mit einem breiten Spektrum kultureller Veranstaltungen vertreten und verfügt über ein weitgefächertes Beziehungsgeflecht zu koreanischen Partnerinstitutionen.

Deutsche und koreanische Universitäten haben chancenreiche Kooperationen aufgebaut. Mehr als 5.200 Koreaner studieren an deutschen Hochschulen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und andere Organisationen bieten eine Vielzahl an Stipendienprogrammen an. Etwa 350 Hochschulpartnerschaften und über 60 deutsche Lektoren an koreanischen Universitäten bereichern die wissenschaftlichen Kontakte. Viele Hochschulabsolventen halten den Kontakt zu Deutschland in über 45 deutsch-koreanischen Gesellschaften und Alumni-Vereinigungen einschließlich des Alumni-Dachverbands („ADeKo“).

Ein wichtiges Bindeglied zwischen beiden Ländern sind die in Deutschland lebenden ca. 32.000 Koreaner und Deutschen koreanischer Herkunft. Diese Gruppe umfasst sowohl Studierende und Unternehmensvertreter als auch ehemalige Bergleute und Krankenschwestern sowie deren Nachkommen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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