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Einsatz rund um die Uhr

Wenn irgendwo auf der Welt eine Krise ausbricht, laufen im Krisenreaktionszentrum die Telefone heiß. Ob Entführung, Flugzeugabsturz oder Naturkatastrophe - sofort prüfen die Beamten im Lagezentrum, ob Deutsche betroffen sind. Oft wird ein Krisenstab einberufen.

Rüdiger König hat 2014 das Amt des Krisenbeauftragten übernommen. Neben schwierigen Kriseneinsätzen vor Ort leitet König im Auftrag des Außenministers oder des Staatssekretärs den Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt. Ihm untersteht außerdem das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts.

"Wir müssen auf alles vorbereitet sein, um in Krisensituationen deutschen Bürgern rund um die Uhr rasch helfen zu können", sagt König, der schon als deutscher Botschafter in Afghanistan viel Erfahrung im Umgang mit Krisen gesammelt hat. 

Es gibt viele verschiedene Krisen, aber eines haben sie gemein: Sie kommen plötzlich und unerwartet. Deshalb muss schnell und sensibel reagiert werden, wenn die ersten Anzeichen einer Krise eingehen. 

Krisen kommen plötzlich und unerwartet

Das Lagezentrum im Auswärtigen Amt

Im Lagezentrum
© photothek.net/ Imo

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Das Lagezentrum im Auswärtigen Amt

Lagezentrum

Im Lagezentrum

Das Lagezentrum ist mit zwei Personen rund um die Uhr besetzt. Die Nachrichtenlage wird dort besonders aufmerksam verfolgt. Kündigt sich ein Krisenfall an, nehmen die "Beamten vom Dienst" umgehend Kontakt mit der deutschen Auslandsvertretung vor Ort auf, um festzustellen, ob Deutsche betroffen sein könnten.

Im Ernstfall kann es auch vorkommen, dass der Krisenbeauftragte nachts aus dem Schlaf geklingelt wird. Alle wichtigen Entscheidungen werden dann im Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt vorbereitet und getroffen.

Wo heute der Krisenstab tagt, wurden früher Wertpapiere aufbewahrt - deshalb befinden sich im Keller des Auswärtigen Amts noch dicke Tresortüren. Das heutige Gebäude des Auswärtigen Amts wurde 1934 bis 1940 als Erweiterungsbau der Reichsbank errichtet.

Entscheidungen im Krisenstab

Sei es die schnelle Entsendung eines Flugzeugs der Bundeswehr für eine Evakuierung deutscher Staatsangehöriger, die Bereitstellung von zusätzlichen Konsularbeamtinnen und -beamten zur Unterstützung der Auslandsvertretungen vor Ort oder die Koordinierung von deutscher Hilfe nach einer Naturkatastrophe: Der Krisenstab tritt zu jeder Tages- und Nachtzeit zusammen, um die nötigen Entscheidungen für solche Einsätze zu treffen.

Aktuelles und authentisches Lagebild

Die Zusammensetzung eines Krisenstabs hängt von der Krise ab. Die Leitung hat meist der Krisenbeauftragte, in besonders wichtigen Fällen der Außenminister oder ein Staatssekretär. Vertreten sind neben dem Auswärtigen Amt und dem Bundeskanzleramt auch die Bundesministerien der Verteidigung und des Inneren, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie andere Bundesbehörden wie das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und der Bundesnachrichtendienst.

"Unsere Botschafterinnen und Botschafter vor Ort schalten wir per Videokonferenz in den Krisenstab zu, so haben wir immer ein aktuelles und authentisches Lagebild", erläutert der Krisenbeauftragte König. "Das bildet die Grundlagen für die Entscheidungen im Krisenstab".

Krise überstanden

Mitarbeiter des Krisenreaktionszentrums im Gespräch

Mitarbeiter des Krisenreaktionszentrums im Gespräch
© photothek.net/Imo

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Mitarbeiter des Krisenreaktionszentrums im Gespräch

Mitarbeiter des Krisenreaktionszentrums

Mitarbeiter des Krisenreaktionszentrums im Gespräch

Im Jahr 2014 tagte der Krisenstab bisher mehr als 50 Mal zu verschiedenen Krisenszenarien: Im Fokus standen neben der Ebola-Krise Ereignisse in Ägypten, Burkina Faso, Irak, Jemen, Libyen, Südsudan, Thailand und der Ukraine. Sind alle Deutschen in Sicherheit, übergibt das Krisenreaktionszentrum die weiter anstehenden Aufgaben den Fachreferaten.

Vorsorge für den Krisenfall

Neben dem Umgang mit akuten Krisenfällen gehört auch die Vorsorge zu den Aufgaben des Krisenreaktionszentrums. Dazu zählen die Reise- und Sicherheitshinweise, die das Auswärtige Amt für nahezu alle Länder der Welt herausgibt und ständig aktualisiert.

Außerdem werden zusammen mit dem Verteidigungsministerium mehrmals pro Jahr sogenannte Krisenunterstützungsteams entsandt. Diese reisen in potenzielle oder tatsächliche Krisenregionen und treffen dort Vorsorgemaßnahmen für den Ernstfall. Es werden Krisenpläne aktualisiert, Sammelpunkte identifiziert und Evakuierungsrouten sondiert. Für rund 90 Länder haben die Teams in den vergangenen Jahren umfangreiche Informationen gesammelt.

Tagesgeschäft im Bürgerservice

Seit 2001 gehört auch der Bürgerservice zum Krisenreaktionszentrum. Hier gehen alle Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern per E-Mail oder Telefon ein, sei es zu Visaangelegenheiten oder politischen Fragen. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten dort die Anfragen. Im Krisenfall können sie innerhalb kürzester Zeit eine "Krisenhotline" zur Beantwortung einer großen Zahl von Anfragen bereit stellen.


Stand 20.11.2014

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