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Nauru

Wirtschaft

Stand: September 2013

Wirtschaftsstruktur

Die Arbeitslosenquote in Nauru liegt bei rund 90 Prozent (2004, Schätzung) und ist damit eine der höchsten der Welt. Die Erwerbstätigen unter den rund 9.434 Einwohnern des Landes arbeiten zumeist in der öffentlichen Verwaltung, bei der landeseigenen Fluggesellschaft oder in der Phosphatindustrie. Naurus bescheidene Landwirtschaft produziert Kokosnüsse.


Wirtschaftsentwicklung

Angaben über die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegen nicht vor.

Wichtigste Einnahmequelle für Nauru sind Entwicklungshilfeleistungen, vor allem von Australien. Daneben unterstützen internationale Finanzorganisationen wie Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank sowie zahlreiche bilaterale Geber das Land. Daneben generiert das Land bescheidene Erlöse aus dem Phosphatabbau sowie der Vergabe von Fischereilizenzen. Nauru selbst verfügt über keinen Hafen und betreibt keinen kommerziellen Fischfang.

Viele Jahrzehnte lang war die einzige, aber sehr ergiebige Einnahmequelle Naurus das hochwertige Phosphatgestein, das auf der Insel abgebaut wurde. Auf Grund der hohen Einnahmen galt Nauru bis in die 1980er Jahre als - auf die Zahl der Einwohner bezogen - einer der reichsten Staaten der Welt. Bei der Verwaltung der Phosphaterlöse kam es jedoch zu Verschwendung und Fehlinvestitionen mit verheerenden Folgen für das Land: Weder die durch den Tagebau entstandenen massiven Umweltschäden konnten behoben, noch eine nachhaltige Lebensgrundlage für die Nauruer gebildet werden. Heute sind nur noch geringe Mengen Phosphat vorhanden, deren Erschließung unter anderem durch veraltete Förder- und Verladeanlagen erschwert wird.

In den 1990er Jahren hatte Nauru versucht, sich als Basis für „Offshore-Banking“ zu etablieren. Das Land sah sich daraufhin Vorwürfen ausgesetzt, in großem Maße Anlagebetrug und Geldwäsche zu begünstigen. Auf internationalen Druck hin wurden bis 2003 fast 450 Banklizenzen widerrufen; 2005 wurde Nauru von der „Schwarzen Liste“ der Geldwäscheoasen der OECD gestrichen.

Seit 2002 wurden auf Basis einer bilateralen Vereinbarung mit Australien Flüchtlinge in Nauru interniert, was für Nauru eine lukrative Einnahmequelle darstellte. Unter der Bezeichnung „Pazifische Lösung“ (Pacific Solution) wurden Bootsflüchtlinge, die nach Australien zu kommen versuchten, für die Dauer der Prüfung ihrer Asylanträge zwangsweise in Nauru untergebracht. Nach einem Regierungswechsel in Australien wurde das Lager 2008 geschlossen, allerdings 2012 auf Grund des nicht abreißenden Stroms von Flüchtlingen und auf Druck der Öffentlichkeit und Koalition wiedereröffnet.

Die in der Boomphase der nauruischen Wirtschaft gegründete Fluggesellschaft (Air Nauru, 2006 umbenannt in Our Airline) verfügt lediglich über eine einzige Maschine. Hoffnungen Naurus, die Insel zum Drehkreuz für den Flugverkehr der Region auszubauen, haben sich nicht erfüllt.

Im Rahmen des Pacific Islands Forum (PIF), in dem Nauru Mitglied ist, wird derzeit ein kombiniertes Handels- und Entwicklungsabkommen, PACER plus, verhandelt. Im Jahr 2009 wurde im „Cairns Compact“ vereinbart, eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen Partnern in der Pazifikregion anzustreben. Dabei soll vor allem im Bereich Entwicklungshilfe eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Außerdem unterstützen internationale Finanzorganisationen wie Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank sowie zahlreiche bilaterale Geber die Entwicklung Naurus.


Außenhandel

Naurus Exporte lagen 2005 bei etwa 50.000 EUR (64.000 USD; Schätzung). Einziges Exportgut ist Phosphat. Nauru ist vollständig von Importen abhängig, die überwiegend aus Australien kommen: 2004 hat Nauru Güter im Wert von 15,65 Mio. EUR (20 Mio. USD, Schätzung) importiert. Importierte Güter sind Lebensmittel, Treibstoff, Fertigwaren, Baumaterial und Maschinen.

Aktuellere Angaben sind nicht verfügbar.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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