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Ecuador

Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland

Stand: März 2015

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland haben eine lange Tradition. Hauptthemen bilateraler Besuche in jüngerer Zeit in beide Richtungen waren Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit, Umweltpolitik und Drogenbekämpfung.

Staatspräsident Rafael Correa besuchte im April 2013 mit einer Delegation Deutschland und führte Gespräche mit Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie dem damaligen Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Auf parlamentarischer Ebene konstituierte sich im Frühjahr 2014 eine siebenköpfige Freundschaftsgruppe mit Deutschland im ecuadorianischen Parlament (Asamblea Nacional) unter Leitung des Abgeordneten Carlos Bergmann vom Regierungsbündnis „Alianza País“. Sie traf im Oktober 2014 in Quito mit einer Delegation der Deutsch-Südamerikanischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag zusammen. Ein für Dezember 2014 geplanter Besuch einer Delegation des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit kam nach Einwänden der ecuadorianischen Regierung nicht zustande.

Von den deutschen politischen Stiftungen sind aktuell die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Ecuador vertreten.


Wirtschaftsbeziehungen

Seit Aufnahme von Verhandlungen zwischen Ecuador und der EU über ein Handelsabkommen Ende 2013 (dessen Paraphierung im Juli 2014 erfolgte) und dem Beschluss der ecuadorianischen Regierung, das duale Berufsbildungssystem nach deutschem Vorbild einzuführen, haben die wirtschaftlichen Beziehungen einen neuen Schwung erfahren.

In der EU ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Ecuadors und wichtigster Exporteur nach Ecuador. Der Handel zwischen Deutschland und Ecuador belief sich gemäß Angaben des nationalen Statistikamtes 2013 auf 1,182 Mrd. USD (2012: 1,29 Mrd. USD). Der Außenhandelssaldo mit Ecuador ist für Deutschland negativ: Deutsche Exporte nach Ecuador betrugen 2013 552 Mio. USD und Einfuhren aus Ecuador 630 Mio. USD.

Deutschland exportiert nach Ecuador vor allem Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Geräte, währenddessen aus Ecuador vorzugsweise Südfrüchte (über 50% der importierten Produkte) sowie Fisch, Meeresfrüchte, Kaffee und Kakao nach Deutschland importiert werden. Ecuador ist größter Bananenlieferant nach Deutschland.

In Quito besteht seit 1978 eine Deutsch-Ecuadorianische Industrie- und Handelskammer mit einer Verbindungsstelle in Guayaquil. Ecuador unterhält ein Exportförderungsbüro (ProEcuador) sowie seit 1993 ein Generalkonsulat in Hamburg. Seit 1965 gibt es ein Investitionsförderungs- und -schutzabkommen (1996 neu abgeschlossen), seit 1986 ein Doppelbesteuerungsabkommen, das zur Zeit neu verhandelt wird.

Ecuadorianische Unternehmen sind auf zahlreichen Messen in Deutschland vertreten (z.B. auf der Internationalen Tourismus-Börse ITB), doch ist die allgemeine, auch wirtschaftliche Präsenz des Landes begrenzt. Der Besuch von Präsident Correa in Berlin im April 2013 in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation unterstrich das wachsende Interesse am Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Die im Juli 2014 erfolgte Paraphierung eines Handelsvertrags mit der EU wird den Wirtschaftsbeziehungen weitere Impulse geben.

Die ecuadorianische Regierung hat beschlossen, das duale Berufsausbildungssystem nach deutschem Vorbild in ganz Ecuador einzuführen. Es bestehen bereits Kooperationen mit verschiedenen deutschen Firmen, die sich an der Ausbildung von Fachkräften vor Ort beteiligen wollen.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland war bisher einer der größten bilateralen Geber der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Ecuador. Die letzten bilateralen Regierungsverhandlungen über die EZ fanden im November 2014 in Quito statt. Als Schwerpunkte der ecuadorianisch-deutschen Zusammenarbeit waren dort "Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen" sowie "Öffentliche Verwaltung/Wirtschaftsreformen“ vereinbart worden.

Mit dem Sonderprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung des Biosphärenreservats Yasuní im östlichen Amazonasgebiet war beabsichtigt, die Biodiversität, den Waldschutz und die Förderung der indigenen Völker in der Region zu unterstützen.

Im Dezember 2014 kündigte die ecuadorianische Regierung jedoch einseitig die Umweltkooperation mit Deutschland auf.


Kulturelle Beziehungen

Träger des kulturellen Austauschs zwischen Ecuador und Deutschland sind in erster Linie die Humboldt-Gesellschaft/Goethe-Zentrum in Quito, das Deutsch-Ecuadorianische Kulturzentrum in Guayaquil und die Deutschen Schulen in Quito, Guayaquil und Cuenca. Hinzu kommen seit 2008 zwei Partnerschulen (im Rahmen der PASCH-Initiative) im Großraum Quito. Der Deutsche Kulturverbund ("Red Cultural Alemana") führt die Aktivitäten aller deutschen Institutionen in Ecuador zusammen, die sich im Kulturbereich engagieren. Gemeinsam mit der Deutschen Botschaft bietet er einvielfältiges Kulturprogramm an.

Die Zusammenarbeit im Hochschulbereich wird vor allem durch Forschungskurzstipendien, DAAD-Stipendien und Dozentenaustauschprogramme gefördert. Seit Jahren besteht ein DAAD-Lektorat an der Pontificia Universidad Católica del Ecuador in Quito (PUCE). Die Zahl der aktiven Hochschulpartnerschaften nimmt erfreulich zu, ebenso der Studentenaustausch. Der Schwerpunkt der Kooperation liegt in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) führt in der Provinz Loja ein Bergregenwald-Forschungsprojekt durch. Das Projektgebiet wird seit 2013 auf Hochgebirgsregionen und auf die Provinz Azuay (Cuenca) ausgeweitet; zur Zeit sind drei ecuadorianische und acht deutsche Universitäten involviert.


Entwicklungs­zusammenarbeit

Ecuador ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
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