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Ecuador

Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland

Stand: September 2013

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland sind traditionell freundschaftlich. Hauptthemen bilateraler Besuche waren Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit, Umweltpolitik und Drogenbekämpfung. Im Sommer 2012 kamen Staatssekretär Bomba vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zu politischen Gesprächen, sowie Anfang September Kardinal Marx aus München aus Anlaß des 50. Jahrestags der Beziehungen zwischen dem Erzbistum München und der katholischen Kirche in Ecuador hierher.

Im Februar 2013 besuchte Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit einer 19-köpfigen Delegation nach Ecuador. Im März 2013 nahm eine 11-köpfige Bundestagsdelegation an der 128. Versammlung der Interparlamentarischen Union teil.

Der Abgeordnete des Bundestags und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Dr. Christian Ruck (CSU) und der Abgeordnete Volkmar Klein (CDU) desHaushaltsausschusses des Bundestags, besuchten Ecuador im April 2013.

Staatspräsident Rafael Correa besuchte vom 14.04.-18.04.2013 mit einer Delegation Deutschland und führte Gespräche mit Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Vom 30.06 bis zum 3.07.2013 besuchte Staatssekretär Rainer Bomba mit einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation Ecuador. Im Rahmen des Besuchs wurde am 1.07.2013 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ecuador im Bereich Transport, Stadtentwicklung und Städtebau unterschrieben.

Schwerpunkte in den bilateralen Beziehungen sind u.a. die Entwicklungszusammenarbeit - im Oktober 2012 fanden Regierungsverhandlungen zur Zusammenarbeit in Quito statt- und die kulturellen Beziehungen (u.a. drei deutsche Schulen). Die Fußball-WM 2006 in Deutschland, bei der Ecuador und Deutschland in der gleichen Gruppe spielten, stellt heute noch einen gemeinsamen Bezugspunkt dar.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Ecuadors in der EU. Wichtigste ecuadorianische Exportprodukte nach Deutschland sind Südfrüchte, Kaffee, Fische, Garnelen und Meeresfrüchte sowie Kakao .Aus Deutschland importiert Ecuador Bergwerks-, Bau- und Baustoffgeräte, Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, medizinische Geräte und Metallprodukte.

Die deutsche Handelsstatistik 2012 weist einen Überschuß für Ecuador aus (ecuadorianische Ausfuhren nach Deutschland betrugen rund 509 Mio. €, die deutschen Einfuhren aus Ecuador ca. 474 Mio. €). Der Umsatz des bilateralen Handels verzeichnet weiterhin einen positiven Wachstumstrend. Er stieg 2012 um 6,78% im Vergleich zum Vorjahr von ca. 921,4 Mio.€ (2011) auf 983,890 Mio. € (2012).

Nach ecuadorianischen Angaben verzeichnet Ecuador eine negative Handelsbilanz mit Deutschland. Die statistischen Unterschiede lassen sich durch den sogenannten Rotterdam-Effekt erklären. Demzufolge werden Einfuhren nach Deutschland, die über niederländische Häfen gehen, in den Ausgangsländern vielfach als Ausfuhr in die Niederlande erfasst.

Laut Zentralbank Ecuadors stiegen die Einfuhren aus Deutschland (gemessen in F.O.B.) von 451,7 Mio. US-Dollar (2010) auf 539,4 Mio. Dollar (2011). 2012 lagen sie mit 563,9 Mio. US-Dollar um 4,54% höher als im Vorjahr. Die ecuadorianischen Ausfuhren nach Deutschland sanken von 492,6 Mio. US-Dollar (2011) um rd. 23,35% auf 377,6 Mio. US-Dollar (2012). Damit hätte die ecuadorianische Handelsbilanz mit Deutschland 2012 wiederum mit einem Defizit abgeschlossen.

Unter den EU-Staaten liegt Deutschland als Lieferant auf Platz 2 nach Spanien, während Italien als Abnehmer in der Regel und Spanien mitunter vor Deutschland liegt.

Ecuadorianische Unternehmen sind auf zahlreichen Messen in Deutschland vertreten, doch ist die allgemeine, auch wirtschaftliche Präsenz des Landes in der EU sehr begrenzt. Deutsche Unternehmen stellen derzeit selten in Ecuador aus, wenngleich der Produktabsatz einen positiven Trend zeigt. Die Zuwachsraten liegen aber seit Jahren recht konstant unter dem der ecuadorianischen Gesamtimporte. Der Besuch von Präsident Correain Berlin vom 15.04.-18.04.2013 in Begleitung einer 40-köpfigen Wirtschaftsdelegation anlässlich der Einladung zur XIII Lateinamerika-Konferenz der Deutschen Wirtschaft, wo er Hauptredner war, unterstreicht das wachsende Interesse am Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und einer verstärkten Kooperation im Technologie und Wissenschaftsbereich.

Das Schwergewicht deutscher Firmenpräsenz in Ecuador liegt im Handelsbereich. In Quito besteht seit 1978 eine deutsch-ecuadorianische Industrie- und Handelskammer mit einer Verbindungsstelle in Guayaquil. Zur Unterstützung seiner Exporte nach Europa eröffnete Ecuador 1993 ein Generalkonsulat in Hamburg. Seit 1965 gibt es ein Investitionsförderungs- und schutzabkommen (1996 neu abgeschlossen), seit 1986 ein Doppelbesteuerungsabkommen, im Oktober 2012 wurden die Verhandlungen über eine Neufassung in Berlin abgeschlossen. Die Regierung hat wegen Unvereinbarkeit mit der neuen Verfassung beim Parlament die Kündigung des Investitionsförderungs- und -schutzabkommens von 1996 beantragt. Das Parlament hat am 14. September 2010 zugestimmt. Die Kündigung ist bisher jedoch noch nicht erfolgt.

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Ecuador. Die letzten bilateralen Regierungsverhandlungen über die EZ fanden im Oktober 2012 in Quito statt. Es wurden für die Schwerpunkte der ecuadorianisch-deutschen Zusammenarbeit "Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" sowie "Modernisierung des Staates, Dezentralisierung und Stärkung der autonomen dezentralisierten Regierungen" insgesamt 60,9 Mio Euro zugesagt.

Kulturelle Beziehungen

Träger des kulturellen Austauschs zwischen Ecuador und Deutschland sind in erster Linie die Humboldt-Gesellschaft/Goethe-Zentrum in Quito, das Deutsch-Ecuadorianische Kulturzentrum in Guayaquil und die Deutschen Schulen in Quito, Guayaquil und Cuenca. Hinzu kommen seit 2008 zwei Partnerschulen im Großraum Quito. Der Deutsche Kulturverbund "Red Cultural Alemana" führt die Aktivitäten aller deutschen Institutionen in Ecuador zusammen, die sich im Kulturbereich engagieren. Gemeinsam mit der Deutschen Botschaft bietet er ein umfassendes, vielfältiges Kulturprogramm an.

Die Zusammenarbeit im Hochschulbereich wird vor allem durch Forschungskurzstipendien, DAAD-Stipendien und Dozentenaustauschprogramme gefördert. Seit Jahren besteht ein DAAD-Lektorat an der Pontifica Universidad Católica del Ecuador in Quito (PUCE). Die Zahl der aktiven Hochschulpartnerschaften nimmt erfreulich zu, ebenso der Studentenaustausch. Der Schwerpunkt der Kooperation liegt in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) führt in der Provinz Loja ein Bergregenwaldforschungsprojekt durch. Das Projektgebiet wurde auch auf Hochgebirgswälder ausgeweitet.

Um die Zusammenarbeit im Hochschulbereich zu vertiefen, wurde im Rahmen des Besuchs von Präsident Correa in Deutschland im April 2013 ein Abkommen zu einer verstärkten Kooperation zwischen der Technischen Universität Berlin und dem "Nationalen Sekretariat für höhere Ausbildung, Wissenschaft, Technik und Innovation" (Senescyt) unterschrieben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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