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Costa Rica

Wirtschaft

Stand: Januar 2015

Wirtschaftsstruktur 

Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee und Bananen haben zwar an Bedeutung verloren, die Landwirtschaft bleibt aber nach dem Tourismus und den Exporten in der Computerbranche wichtigster Devisenbringer des Landes. 

Mit den USA und den übrigen zentralamerikanischen Staaten sowie der Dominikanischen Republik besteht seit 2009 ein Freihandelsabkommen (CAFTA). 2011 trat außerdem ein Freihandelsabkommen mit China in Kraft.

Die costaricanische Wirtschaft wies in den letzten Jahren ein stetiges moderates Wachstum auf. Gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug das Wachstum zuletzt 4,2 %. Für das Jahr 2014 wird mit einem Wachstum von 4,4 % gerechnet.

Die Warenexporte erreichten 2013 einen Wert von 11,54 Mrd. USD, die Warenimporte 18,10 Mrd. USD.

Das Haushaltsdefizit konnte  2013 auf 4,0 % des BIP gesenkt werden. Für das laufende Jahr wird ein Defizit von 3,5 % prognostiziert. 

Die Sanierung des Haushaltes und die Durchsetzung einer seit langem geplanten Steuerreform sind nun die größten Herausforderungen für die neue  Regierung unter Präsident Solís.

Seit 17. Oktober 2006 gibt es einen Wechselkurskorridor; dieser erlaubt dem Colón innerhalb einer von der Zentralbank gestützten Bandbreite zu floaten. Mit einer Inflation von 5,2% (2013) und einer prognostizierten Rate von 2,9 für 2014 steht Costa Rica relativ gut da.


Wichtigste Wirtschaftszweige

 Costa Rica hat sich heute vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5 % zum BIP beitrug, waren es 2012 im Primärsektor nur noch knapp 10 %. Dienstleistungen und Industrie haben heute einen Anteil von 65 % bzw. 25 %.

In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. Vor allem US-amerikanische Großkonzerne haben sich in den Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. 

Der Tourismus ist inzwischen vor Chipexporten (Intel) und der Landwirtschaft (Ananas, Bananen, Kaffee) wichtigster Devisenbringer des Landes (2013: 4,6 % Anteil am BIP). Im Jahr 2013 kamen über 2,4 Mio. Touristen nach Costa Rica (+3,6 % gegenüber 2012). Die Mehrheit der Touristen (929.402) stammte aus den USA. Aus Deutschland reisten 2013 rund 55.000 Touristen ein. Die Touristen bleiben im Schnitt für kürzere Zeit im Land. Insbesondere der „Ökotourismus“ bringt Gäste nach Costa Rica. Knapp 30 % der Landfläche stehen unter Naturschutz.

Für die Stromerzeugung sind erneuerbare Energien besonders wichtig (ca. 90 %, davon 75% Wasserkraft). Bei Öl besteht volle Importabhängigkeit.


Außenwirtschaft

Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costaricanischen Wirtschaft dar; die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Hauptexportgüter sind Mischschaltkreise (20,2%), Ananas (7,2%) und  erst an dritter Stelle Bananen (6,8%). Mit 2,6% stellt Kaffee nur noch das sechstwichtigste Exportgut dar, sodass sich der Bedeutungsverlust der ehemaligen Hauptexportgüter Bananen und Kaffee fortsetzt. 

Das Leistungsbilanzdefizit in Höhe von 5,0 % des BIP wird hauptsächlich durch Mineralölimporte verursacht.

Dominierender Handelspartner Costa Ricas sind die USA. Knapp 37 % der Exporte gehen in die USA.  Bei den Importen bewegt sich der Wert um 50 %.

Nach dem 2011 abgeschlossenen Freihandelsabkommen mit China haben sich die Exporte in das asiatische Land mehr als verdoppelt. 2013 gingen 3,3% der Exporte nach China. Der Anteil importierter Waren belief sich auf 9,7%.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATT und war 1995 Gründungsmitglied der WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano). Zu Beginn des Jahres 2009 trat das Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA) in Kraft. Auf dem Ratstreffen der OECD auf Ministerebene im Mai 2012 wurden Costa Rica Beitrittsverhandlungen ab 2015 in Aussicht gestellt.

Nach mehr als drei Jahren Verhandlungen wurden im Mai 2010 die Verhandlungen für ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika abgeschlossen. Das Abkommen enthält Regelungen über Freihandel zwischen den beiden Regionen sowie Bestimmungen über Kooperation  und  Politischen Dialog; es  sieht schrittweise Zollerleichterungen vor. Die innerstaatliche Ratifizierung durch Costa Rica erfolgte im Juli 2013; seit dem 1.10.2013 wird der Handelsteil des Assoziierungsabkommens gegenüber  Costa Rica vorläufig angewendet.


Umweltpolitik

Umweltpolitik genießt in Costa Rica einen hohen Stellenwert. Das von der ehemaligen Regierung unter Präsident Arias (2006 – 2010) angekündigte Ziel, im Jahr 2021 als erstes Land der Welt eine ausgeglichene CO2-Bilanz vorweisen zu können, wird weiterhin verfolgt. In seinem nationalen Entwicklungsplan 2011‑2014 hat Costa Rica sich zum Ziel gesetzt, 95 % der Elektrizität aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Insgesamt wurden 2013 12 % der Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen.

Für die kommenden Jahre werden hohe Investitionen in die Energieinfrastruktur erforderlich sein. Die notwendigen Kapazitäten sollen vor allem durch den Bau neuer Wasserkraft-Großanlagen erzeugt werden. Im September 2011 wurde das Wasserkraftwerk Pirrís eingeweiht, 2016 folgt das Wasserkraftwerk Reventazón (320MW); das Kraftwerk Díquis (600MW) befindet sich in der Planung. Bereits heute deckt Costa Rica 75 % seines Strombedarfs aus Wasserkraft. Daneben wächst auch die Bedeutung der Stromgewinnung aus Windkraft und Geothermie. Costa Rica nimmt im Klima- und Umweltschutz weltweit eine Vorreiterrolle ein. Beides sind in der costaricanischen Bevölkerung tief verwurzelte Maximen, denen sich auch die Regierung verpflichtet fühlt. Costa Rica verfügt über einen „nationalen Klimaaktionsplan“, der konsequent umgesetzt wird. So wurde z. B. die Waldfläche in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt (54% des Landes), knapp 30 % des Landes stehen unter Naturschutz. Costa Rica betreibt gezielt „Ökotourismus“.

Bei der Abwasserentsorgung besteht allerdings erheblicher Nachholbedarf. Nahezu alle Abwässer fließen ungeklärt in Flüsse und Meere. Die costaricanische Regierung kündigte an, 1,08 Mrd. USD in den Bau drei neuer Kläranlagen im Großraum San José zu investieren, die 2028 den Betrieb aufnehmen sollen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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