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Costa Rica

Wirtschaft

Stand: Mai 2015

Wirtschaftsstruktur 

Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee und Bananen haben zwar an Bedeutung verloren, die Landwirtschaft bleibt aber nach dem Tourismus und den Exporten in der Computerbranche wichtigster Devisenbringer des Landes. 

Costa Rica ist Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Es existieren Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA), Mexiko, Chile, Kanada, der Dominikanischen Republik (CARICOM Caribbean Community), Panama und China sowie mit Peru, Singapur, der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelszone EFTA. Ende April 2014 konnte mit Kolumbien ein Freihandelsabkommen abgeschlossen werden. Die costaricanische Wirtschaft wies in den letzten Jahren ein stetiges moderates Wachstum auf. Gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug das Wachstum zuletzt  4,4% (2014).

Die Warenexporte erreichten 2014 einen Wert von 11,4 Mrd. USD, die Warenimporte 17,09 Mrd. USD.

Das Haushaltsdefizit  lag 2014 bei etwa -3,5% des BIP. 2015 wird das Defizit voraussichtlich weiter steigen. Die Sanierung des Haushaltes und die Durchsetzung einer seit langem geplanten Steuerreform gehören zu den größten Herausforderungen für die neue  Regierung unter Präsident Solís.

Die Landeswährung  Colón floatet zum US-Dollar innerhalb einer von der Zentralbank gestützten Bandbreite, zur Zeit liegt der Kurs bei etwa 530 Colones für 1 US-Dollar. Mit einer Inflation von 3,7% (2013) erreichte das Land zum ersten Mal eine einstellige Inflationsrate in fünf aufeinanderfolgenden Jahren und konnte diesen Erfolg 2014 mit einer Inflation von 2,9% fortsetzen.


Wichtigste Wirtschaftszweige

 Costa Rica hat sich heute vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5 % zum BIP beitrug, waren es 2012 im Primärsektor nur noch knapp 10 %. Dienstleistungen und Industrie haben heute einen Anteil von 65 % bzw. 25 %.

In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. Vor allem US-amerikanische Großkonzerne haben sich in den Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. 

Der Tourismus ist inzwischen vor Chipexporten (Intel) und der Landwirtschaft (Ananas, Bananen, Kaffee) wichtigster Devisenbringer des Landes (2013: 4,6 % Anteil am BIP). Im Jahr 2014 kamen über 2,5 Mio. Touristen nach Costa Rica (+4,1 % gegenüber 2013). Knapp 50% der Touristen (1.245.037) stammte aus Nordamerika, 997.262 davon aus den USA. Aus Deutschland reisten  2014 rund 64.000 Touristen ein. Die Touristen bleiben im Schnitt für kürzere Zeit im Land. Insbesondere der „Ökotourismus“ bringt Gäste nach Costa Rica. Knapp 30 % der Landfläche stehen unter Naturschutz.

Für die Stromerzeugung sind erneuerbare Energien besonders wichtig (ca. 90 %, rd. 68% Wasserkraft). Bei Öl besteht volle Importabhängigkeit.


Außenwirtschaft

Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costaricanischen Wirtschaft dar; die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Hauptexportgüter sind Mischschaltkreise (21,9%), und nicht traditionelle landwirtschaftliche Produkte (21,7%).  Mit insgesamt 11,1% der Gesamtexporte verlieren traditionelle landwirtschaftliche Produkte wie Bananen und Kaffee weiter an Bedeutung.

Das Leistungsbilanzdefizit in Höhe von -5,2% (2014) des BIP wird hauptsächlich durch Mineralölimporte verursacht.

Dominierender Handelspartner Costa Ricas sind die USA. Knapp 37 % der Exporte gehen in die USA.  Bei den Importen bewegt sich der Wert um 50 %.

Nach dem 2011 abgeschlossenen Freihandelsabkommen mit China haben sich die Exporte in das asiatische Land mehr als verdoppelt. 2013 gingen 3,3% der Exporte nach China. Der Anteil importierter Waren belief sich auf 9,7%.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica war seit 1990 Mitglied des GATT und 1995 Gründungsmitglied der Welthandelsorganisation WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano). Zu Beginn des Jahres 2009 trat das Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA) in Kraft. Costa Rica nimmt 2015 Beitrittsverhandlungen mit dem Ziel der Mitgliedschaft in der OECD auf.

Das Mitte 2012 unterzeichnete  Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika wurde im Juli 2013 durch Costa Rica ratifiziert; seit dem 1.10.2013 wird der Handelsteil des Abkommens gegenüber  Costa Rica vorläufig angewendet. Es enthält Regelungen über Freihandel zwischen den beiden Regionen sowie Bestimmungen über Kooperation  und  Politischen Dialog; es  sieht schrittweise Zollerleichterungen vor.


Umweltpolitik

Umweltpolitik genießt in Costa Rica einen hohen Stellenwert. Das von der Regierung Arias (2006 – 2010) angekündigte Ziel, im Jahr 2021 als erstes Land der Welt eine ausgeglichene CO2-Bilanz vorweisen zu können, wird weiterhin verfolgt. Costa Rica erzeugt etwa  90% des Stroms aus erneuerbaren Energien (vor allem Wasserkraft, Geothermie, Windkraft). Für Spitzenverbrauch in der Trockenzeit (Rückgang der Wasserkraft) stehen Schweröl-Kraftwerke bereit.

Für die kommenden Jahre werden hohe Investitionen in die Energieinfrastruktur erforderlich sein. Die notwendigen Kapazitäten sollen vor allem durch den Bau neuer Wasserkraft-Großanlagen erzeugt werden. Im September 2011 wurde das Wasserkraftwerk Pirrís eingeweiht, 2016 folgt das Wasserkraftwerk Reventazón (305 MW); das Kraftwerk Díquis (600MW) ist in Planung. 2013 deckte Costa Rica 68 % seines Strombedarfs aus Wasserkraft. Daneben wächst auch die Bedeutung der Stromgewinnung aus Geothermie und Windkraft. Costa Rica nimmt im Klima- und Umweltschutz weltweit eine Vorreiterrolle ein. Beides sind in der costaricanischen Bevölkerung tief verwurzelte Maximen, denen sich auch die Regierung verpflichtet fühlt. Costa Rica verfügt über einen „nationalen Klimaaktionsplan“, der konsequent umgesetzt wird. So wurde z. B. die Waldfläche in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt (54% des Landes), knapp 30 % des Landes stehen unter Naturschutz. Costa Rica betreibt gezielt „Ökotourismus“.

Bei der Abwasserentsorgung besteht allerdings erheblicher Nachholbedarf. Nahezu alle Abwässer fließen ungeklärt in Flüsse und Meere. Die costaricanische Regierung investiert 1,08 Mrd. USD in den Bau drei neuer Kläranlagen im Großraum San José, die bis 2028 den Betrieb aufnehmen sollen.


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