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Australien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2016

Politische Beziehungen

Deutschland spielt in den internationalen Beziehungen Australiens eine wichtige Rolle, obwohl der Schwerpunkt der bilateralen Außenpolitik des Landes im asiatisch-pazifischen Raum liegt (enge politische und militärische Allianz mit den USA; wirtschaftliche Bindung an die wichtigen Exportmärkte China, Japan, Südkorea und Indien; politisch immer wichtiger werdende Beziehung zum zehnmal bevölkerungsreicheren nördlichen Nachbarn Indonesien; engste Verbindung mit Neuseeland und den pazifischen Inselstaaten).

Australien ist sich aber bewusst, dass nicht nur die europäischen Wurzeln, sondern vor allem auch wesentliche Interessen und Werte das Land der westlichen Staatenfamilie zuordnen. Daraus ergibt sich für Australien die nach wie vor große Bedeutung Europas und Deutschlands mit seiner Schlüsselrolle in der EU (Europäische Union) und für den Euro.

Im Jahr 2012 konnte mit dem 60-jährigen Bestehen diplomatischer Beziehungen auf ein historisches Jubiläum zurückgeblickt werden. Im Januar 2013 wurde im Rahmen eines bilateralen Besuchs von Außenminister Robert (Bob) Carr die „Berlin-Canberra-Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft“ unterzeichnet.

Bundeskanzlerin Merkel besuchte im November 2014 Australien. Bei ihrem Treffen mit dem damaligen Premierminister Abbott wurde eine hochrangige Beratergruppe eingesetzt, die in einjähriger Arbeit 59 Empfehlungen für die weitere Vertiefung der deutsch-australischen Beziehungen erarbeitet hat. Die Empfehlungen wurden im Rahmen des Besuchs des neuen australischen Premierministers Turnbull in Deutschland im November 2015 vorgestellt. Eine Unterrichtung über die Umsetzung ist für Ende 2016 vorgesehen.


Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist nach Großbritannien zweitwichtigster europäischer Handelspartner Australiens und war 2015 elftgrößter Handelspartner weltweit. 2015 betrug das Volumen des bilateralen Warenhandels gut 10 Milliarden Euro. Die Handelsbilanz mit Deutschland ist für Australien allerdings seit langer Zeit stark und weiter zunehmend defizitär, die deutschen Exporte übersteigen die deutschen Importe um das vier- bis fünffache. Dies ist weitgehend strukturell bedingt: Der Ausfuhr hochwertiger Endprodukte nach Australien steht im Wesentlichen die Einfuhr von Rohstoffen und Primärprodukten aus Australien gegenüber. 2015 betrugen die Wareneinfuhren aus Australien ca. 2,0 Mrd. Euro, die Warenexporte nach Australien ca. 8,4 Mrd. Euro.

Größte Posten der deutschen Exporte sind Kraftfahrzeuge und -teile, chemische, pharmazeutische und elektrotechnische Erzeugnisse, Kunststoffe und Maschinen. Wichtigste australische Exportgüter nach Deutschland sind Gold, Steinkohle und Erze.

Über 480 deutsche Tochterunternehmen mit bis zu 800 Geschäftsstellen sind in Australien tätig und tragen direkt und indirekt zu mehr als 100.000 Arbeitsplätzen in Australien bei.

Die deutsche Wirtschaft ist in Australien mit einer Außenhandelskammer in Sydney (mit Zweigstelle in Melbourne) vertreten. Die Australische Wirtschaftsförderungsinstitution (AUSTRADE) ist dem australischen Generalkonsulat Frankfurt/Main angegliedert.  Mit Unterstützung von AUSTRADE und der Australischen Botschaft wird im November 2016 im betahaus in Berlin ein sog. „Landing Pad“ für AUS start-ups eröffnet (neben anderen Landing Pads in San Francisco, Tel Aviv und Singapur ist Berlin das einzige AUS Landing Pad in Europa).


Kulturelle Beziehungen

Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Australien haben eine lange Tradition. Deutsche gehörten zu den ersten europäischen Siedlern in Australien und haben bedeutende Beiträge zur Entdeckung und Entwicklung des fünften Kontinents geleistet. In Gegenden mit besonders starker deutscher Einwanderung (Beispiel Barossa Valley in Südaustralien) besinnt man sich heute wieder auf dieses Erbe. Zahlreiche deutsche Vereine (in erster Linie Gesangs- und Schützenvereine) sowie entsprechende Clubs findet man über das ganze Land verteilt.

Auch deutsche Forscher und Wissenschaftler waren an der Erschließung und Erforschung Australiens in erheblichem Umfang beteiligt. 2014 wurde der Beitrag deutscher Forscher an der Entstehung der Wissenschaften in Australien mit einer Konferenz in Melbourne gewürdigt. Zu den noch heute in Australien bekannten Persönlichkeiten zählen der Entdecker und Naturforscher Ludwig Leichhardt, der Botaniker Ferdinand von Müller und der Geophysiker und Polarforscher Georg von Neumayer. 

In Australiens größten Metropolen Sydney und Melbourne gibt es jeweils ein gut frequentiertes Goethe-Institut. Außerdem existiert sowohl in Sydney als auch in Melbourne eine deutsche Schule. Während die alteingesessene German International School Sydney bereits seit 2002 das in Australien und Deutschland anerkannte International Baccalaureate vergibt, nahm die Deutsche Schule Melbourne ihren Betrieb im Januar 2008 als Grundschule auf und unterrichtet nun jahrgangsübergreifend in zweisprachigen Klassen.

Circa 100.000 Schüler an australischen Schulen (etwa ein Prozent aller Schüler) lernen Deutsch. Unter den Schülern des aktuellen Abschlussjahrgangs ist Deutsch nach Französisch die beliebteste europäische Fremdsprache, allgemein geht der Trend jedoch in Richtung der asiatischen Sprachen.

Besonders intensiv sind die akademischen und wissenschaftlichen Beziehungen im Hochschulbereich. Die Anzahl der Hochschulkooperationen zwischen australischen und deutschen Hochschulen ist innerhalb der letzten 10 Jahre auf 551 gestiegen. Deutschland ist damit viertstärkster Kooperationspartner australischer Universitäten weltweit, nach China,den USA, und Japan. Der rege Austausch zwischen Universitäten und Wissenschaftlern wird von deutscher Seite durch Stipendienprogramme, vor allem der Alexander von Humboldt-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), gefördert. Der DAAD unterhält dazu in Sydney ein DAAD-Informationszentrum und bietet damit eine erste Anlaufstelle für am Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland Interessierte. In Deutschland ist das Institut Ranke-Heinemann in Essen und Berlin die Vertretung der australischen und neuseeländischen Universitäten, Schulen und Berufsakademien. Es berät zu allen Fragen rund um das Studium in Australien, ebenso wie die Organisation GOstralia!-GOzealand!.

Die durchweg guten bilateralen Beziehungen im Kulturbereich haben durch die deutsch-australische Beratergruppe weitere Impulse erhalten: 2017 wird ein „Australienjahr“ in Deutschland (Australia Now) stattfinden, orchestriert vom australischen Department of Foreign Affairs and Trade. Zudem ist Deutschland neben Indien, China und Singapur Schwerpunktland der Kulturförderung des australischen Kultusministeriums (sog. Catalyst-Programm).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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