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Kosovo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2015

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen sind vielfältig und gut. Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Bei Regierung und Bevölkerung ist zudem unvergessen, dass Deutschland vor und während der kriegerischen Auseinandersetzungen der Jahre 1998/1999 hunderttausende Flüchtlinge aus Kosovo aufgenommen und sich seit 1999 zunächst mit Nothilfemaßnahmen und wenig später auch mit der Aufnahme von Entwicklungszusammenarbeit am Wiederaufbau des Landes beteiligt hat.

Die im Rahmen der internationalen Missionen eingesetzten deutschen Soldaten (KFOR), Polizisten, Richter, Staatsanwälte und zivilen Experten (UNMIK und seit Ende 2008 EULEX) haben durch ihre Professionalität und Objektivität dazu beigetragen, das positive Deutschlandbild weiter zu stärken.

Deutschland gilt als einer der privilegierten Partner Kosovos, der das Land in seinem Bestreben nach Integration in die euro-atlantischen Strukturen nachhaltig unterstützt. Regelmäßige Besuche von Mitgliedern der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages in Pristina unterstreichen die Bedeutung, die Deutschland der Entwicklung des Landes auch als Faktor für die Stabilität der gesamten Region beimisst.


Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland bleibt innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner. Laut Statistischem Bundesamt belegt Kosovo im Jahr 2014 Platz 108 im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland.  Im Jahr 2014 betrug  die Ausfuhr von Deutschland nach Kosovo 152,9 Mio. Euro  (2011: 150,5 Mio.; 2012: 153,3 Mio.; 2013: 135,5 Mio.), die Einfuhr aus Kosovo im Jahr 2014 ist niedriger und betrug 11,4 Mio. Euro (2011: 16,9 Mio.; 2012: 16,9 Mio.; 2013: 16,4 Mio.). Die Zahlen der kosovarischen Behörden für 2013 weichen allerdings zum Teil deutlich davon ab (Deutsche Ausfuhr nach Kosovo: 253 Mio. Euro; Einfuhr aus Kosovo: 11 Mio. Euro). Kosovarische Statistiken für das Jahr 2014 liegen noch nicht vor.

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1999 hat Deutschland mehr als 450 Mio. Euro für Nothilfemaßnahmen, humanitäre Hilfe und Projekte der technischen und finanziellen Zusammenarbeit bereitgestellt. Im Dezember 2014 wurden neue Mittel in Höhe von 32,59 Mio. Euro zugesagt (davon 25 Mio. Euro in der finanziellen Zusammenarbeit und 7,59 Mio. in der technischen Zusammenarbeit).

Inhaltlich konzentriert sich die entwicklungspolitische Zusammenarbeit auf die Bereiche

  • Öffentliche Verwaltung, Demokratisierung, Zivilgesellschaft,
  • Grundbildung,
  • Infrastrukturentwicklung mit den Schwerpunkten Wassermanagement und Stromversorgung
  • und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung.

Darüber hinaus wurden 2014 wieder zahlreiche Projekte zur Förderung von Demokratie, Menschen- und Minderheitenrechten, friedliche Konfliktbewältigung und Rechtsstaatlichkeit aus Mitteln des Stabilitätspakts für Südosteuropa in Höhe von 2,156 Mio. Euro gefördert.


Kultureller Austausch

Das Goethe Institut unterhält in Kosovo keine Repräsentanz, sondern betreut das Land bislang noch von Belgrad (Kultur) sowie Thessaloniki (Sprache) aus. Im Mai 2013 wurde jedoch ein Sprachlernzentrum (Partner des Goethe Instituts) in Pristina eröffnet. Dieses hat sich inzwischen gut etabliert und stellt ein breit gefächertes Sprachkursangebot zur Verfügung. Daneben übernimmt die Botschaft Pristina einen erheblichen Teil der Kulturarbeit. Neben Stipendien- und Fortbildungsprogrammen schließt dies auch Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen ein. Deutsche Kultur stößt stets auf große Resonanz. Dies zeigt sich beispielsweise bei den jährlich durchgeführten „Tagen der Deutschen Sprache“ sowie anderen kulturellen Veranstaltungen der Botschaft. Auch Initiativen aus der Bevölkerung widmen sich zunehmend der deutschen Kultur und der deutschen Sprache. Am 12. September 2012 wurde zwischen Deutschland und Kosovo ein Kulturabkommen unterzeichnet, das dem bereits jetzt regen Kulturaustausch zwischen beiden Ländern von nun an eine völkerrechtliche Grundlage gibt.

Das Interesse an der deutschen Sprache ist aufgrund der engen Beziehungen zu Deutschland auf allen Ebenen sehr hoch und übersteigt das Angebot bei weitem. Neben Englisch ist Deutsch die am häufigsten gesprochene Fremdsprache. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist mit einer Lektorin an der Universität Pristina vertreten und vergibt daneben Stipendien für ein Studium in Deutschland. Im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) werden vier Schulen gefördert: zwei Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten, und zwei vom Goethe Institut betreute Schulen, an denen Deutsch als Fremdsprache ab der ersten Klasse angeboten wird (FIT-Schulen). Das Bildungsministerium bemüht sich in Abstimmung mit der Botschaft, Deutsch weiter im Lehrplan zu verankern. Das Deutsche Archäologische Institut erforscht gemeinsam mit kosovarischen Partnern die römische Ausgrabungsstätte Ulpiana, etwa 10 Kilometer von Pristina entfernt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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