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Kosovo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2014

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen sind vielfältig und gut. Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Bei Regierung und Bevölkerung ist zudem unvergessen, dass Deutschland vor und während der kriegerischen Auseinandersetzungen der Jahre 1998/1999 hunderttausende Flüchtlinge aus Kosovo aufgenommen und sich seit 1999 zunächst mit Nothilfemaßnahmen und wenig später auch mit der Aufnahme von Entwicklungszusammenarbeit am Wiederaufbau des Landes beteiligt hat.

Die im Rahmen der internationalen Missionen eingesetzten deutschen Soldaten (KFOR), Polizisten, Richter und Staatsanwälte (UNMIK und seit Ende 2008 EULEX) und zivilen Mitarbeiter haben durch ihre Professionalität und Objektivität dazu beigetragen, das positive Deutschlandbild weiter zu stärken.

Deutschland gilt als einer der privilegierten Partner Kosovos, der das Land in seinem Bestreben nach Integration in die euro-atlantischen Strukturen nachhaltig unterstützt. Regelmäßige Besuche von Mitgliedern der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages in Pristina unterstreichen die Bedeutung, die Deutschland der Entwicklung des Landes auch als Faktor für die Stabilität der gesamten Region beimisst.


Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland bleibt innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner. Laut Statistischem Bundesamt betrug im Jahr 2013 die Ausfuhr von Deutschland nach Kosovo 135,5 Mio. Euro (2011: 150,5 Mio.; 2012: 153,3 Mio.), die Einfuhr aus Kosovo stagniert bei 16,4 Mio. Euro (2011: 16,9 Mio.; 2012: 16,9 Mio.). Die Zahlen der kosovarischen Behörden weichen allerdings zum Teil deutlich davon ab (Deutsche Ausfuhr nach Kosovo: 253 Mio. Euro; Einfuhr aus Kosovo: 11 Mio. Euro).

Deutschland ist nach den USA zweitgrößter bilateraler Geber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1999 hat Deutschland mehr als 420 Mio. Euro für Nothilfemaßnahmen, humanitäre Hilfe und Projekte der technischen und finanziellen Zusammenarbeit bereitgestellt. Bei den Regierungsverhandlungen über entwicklungspolitische Zusammenarbeit im September 2013 wurden neue Mittel in Höhe von 29,5 Mio. Euro zugesagt (davon 21,5 Mio. Euro in der finanziellen Zusammenarbeit und 8,0 Mio. in der technischen Zusammenarbeit).

Inhaltlich konzentriert sich die entwicklungspolitische Zusammenarbeit auf die Bereiche

  • Öffentliche Verwaltung, Demokratisierung, Zivilgesellschaft,
  • Grundbildung,
  • Infrastrukturentwicklung mit den Schwerpunkten Wassermanagement und Stromversorgung
  • und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung.

Darüber hinaus wurden 2013 wieder zahlreiche Projekte zur Förderung von Demokratie, Menschen- und Minderheitenrechten, friedliche Konfliktbewältigung und Rechtsstaatlichkeit aus Mitteln des Stabilitätspakts für Südosteuropa in Höhe von ca. 3,4 Millionen Euro gefördert.


Kultureller Austausch

Das Goethe Institut unterhält in Kosovo keine Repräsentanz, sondern betreut das Land bislang noch von Belgrad aus. Im Mai 2013 wurde jedoch ein Sprachlernzentrum (Partner des Goethe Instituts) in Pristina eröffnet. Dieses hat sich inzwischen gut etabliert und stellt ein breit gefächertes Sprachkursangebot zur Verfügung. Daneben übernimmt die Botschaft Pristina einen erheblichen Teil der Kulturarbeit. Neben Stipendien- und Fortbildungsprogrammen schließt dies auch Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen ein. Deutsche Kultur stößt stets auf große Resonanz. Dies zeigt sich beispielsweise bei den jährlich durchgeführten Veranstaltungen der „Tage der Deutschen Sprache“ sowie anderen kulturellen Veranstaltungen der Botschaft. Auch Initiativen aus der Bevölkerung widmen sich zunehmend der deutschen Kultur und der deutschen Sprache. Am 12. September 2012 wurde zwischen Deutschland und Kosovo ein Kulturabkommen unterzeichnet, das dem bereits jetzt regen Kulturaustausch zwischen beiden Ländern von nun an eine völkerrechtliche Grundlage gibt.

Das Interesse an der deutschen Sprache ist aufgrund der engen Beziehungen zu Deutschland auf allen Ebenen sehr hoch und übersteigt das Angebot bei weitem. Neben Englisch ist Deutsch die am häufigsten gesprochene Fremdsprache. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist mit einer Lektorin an der Universität Pristina vertreten und vergibt daneben Stipendien für ein Studium in Deutschland. Im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) werden vier Schulen gefördert: zwei Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (KMK) anbieten, und zwei vom Goethe Institut betreute Schulen, an denen Deutsch als Fremdsprache ab der ersten Klasse angeboten wird (FIT-Schulen). Das Bildungsministerium bemüht sich in Abstimmung mit der Botschaft, Deutsch weiter im Lehrplan zu verankern. Das Deutsche Archäologische Institut erforscht gemeinsam mit kosovarischen Partnern die römische Ausgrabungsstätte Ulpiana, etwa 10 Kilometer von Pristina entfernt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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