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Ziele der Außenwissen­schaftspolitik

Die Außenwissenschafts­politik des Auswärtigen Amts fördert den akademischen und wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und der Welt.

Denn gerade in einer globalisierten Wissensgesellschaft, in der Bildung und Know-how weltweit verfügbar und in Sekundenschnelle abrufbar sind, ist die grenz­überschreitende Vernetzung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Deutschland unverzichtbar. Sie ist Voraussetzung für den Zugewinn an Wissen und für technologischen Fortschritt sowie Wachstum und Wohlstand hierzulande.

Zudem ermöglicht der weltweite Austausch es, gemeinsam nach Lösungen für globale Herausforderungen – wie Klimawandel, Energiesicherheit und Terrorismus – zu suchen. Schließlich fördert der Austausch das Verständnis zwischen den Gesellschaften und Kulturen. So gewinnen wir über ein globales Netzwerk der Wissenschaft und Forschung Partner und Freunde weltweit.

Außenwissenschaftspolitik ist damit Außenpolitik und Standortpolitik zugleich.

Die Außenwissenschaftspolitik des Auswärtigen Amts richtet sich an außenpolitischen Zielen sowie konzeptionellen Leitlinien aus. Sie zielt auf die Förderung von Exzellenz, ohne dabei die Förderung in der Breite aufzugeben. Sie macht den Wissenschafts- und Forschungsstandort international stärker sichtbar. Dabei steht eine enge Zusammenarbeit mit den Partnern im In- und Ausland im Zentrum ihrer Arbeit.

Was heißt Außenwissenschaftspolitik konkret?

Unter anderem umfasst die Außenwissenschaftspolitik folgendes:

  • Aufbau von Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäusern
    Wir erhöhen die Sichtbarkeit der deutschen Wissenschaft im Ausland durch den Aufbau von Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäusern. Sie sollen bereits bestehende oder zukünftige Strukturen deutscher Wissenschaftseinrichtungen vor Ort bündeln – ob Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und DAAD, oder auch forschende deutsche Unternehmen und Büros deutscher Hochschulen. So bieten wir im Ausland ein Schaufenster für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland mit seiner Größe und Vielfalt.

  • Ausbau des Stipendienangebots
    Das Angebot an Stipendien wird ausgebaut und qualitativ verbessert. Zum Beispiel ermöglichen wir den bereits Deutschland-kundigen Absolventen Deutscher Auslandsschulen die Möglichkeit zum Studium in Deutschland. Hier können sie ihre Kenntnisse und Bindungen zu unserem Land ausbauen. Daneben fördert ein neues Stipendienprogramm hochqualifizierte ausländische Akademiker nach Abschluss des Studiums in Deutschland. Wir bieten diesen zukünftigen Eliten damit beste Möglichkeiten zu ihrer eigenen Weiterentwicklung am Standort Deutschland. Um die besten Köpfe zu gewinnen und zu halten werden auch die Forschungsstipendien attraktiver.

  • Beitrag zu Demokratie und Stabilität
    Zudem wollen wir durch den Austausch von Wissen auch Werte vermitteln und so zur demokratischen Entwicklung in den beteiligten Ländern beitragen. Gerade hier sind die Ziele von Außenpolitik und Außenwissenschaftspolitik aufs Engste miteinander verwoben. Die Außenwissenschaftsinitiative legt daher auch einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Hochschulen in Konfliktregionen und Transformationsländern.

  • Unterstützung des weltweiten Zugangs zum Deutsch-Lernen
    Und nicht zuletzt: Grundlage für den gemeinsamen Austausch ist die gemeinsame Sprache. Zum Erlernen der deutschen Sprache bieten moderne Technologien, wie das Internet, bisher unbekannte Möglichkeiten. Dieses Angebot unterstützen wir und bauen somit den weltweiten Zugang zum Deutsch-Lernen aus. Mit der Förderung von drei Masterstudiengängen "Deutsch als Fremdsprache" erhalten ausländische Stipendiaten die Chance, sich in Deutschland zu qualifizierten, modern ausgebildeten Deutschlehrern weiterzubilden.

Attraktiv für ausländische Studierende und Wissenschaftler

Deutschland ist als Studienstandort für ausländische Studierende in den vergangenen Jahren immer attraktiver geworden. So ist mittlerweile ungefähr jeder zehnte Studierende an einer deutschen Hochschule ein so genannter "Bildungsausländer", das heißt er oder sie kommt aus dem Ausland und hat dort auch die Berechtigung zum Hochschulzugang erworben. 

Die meisten ausländischen Studierenden kamen im Studienjahr 2010/2011 aus China (rund 12 Prozent), Russland (rund 5 Prozent), Bulgarien und Polen (je rund 4 Prozent). Aber auch aus Frankreich, Italien und Spanien strömen in jüngster Zeit wieder verstärkt Studierende nach Deutschland. 

Dabei wählen ausländische Studierende im Vergleich zu ihren deutschen Kommilitonen überdurchschnittlich häufig ein ingenieurswissenschaftlichen Fach oder Kunst. Die größte Gruppe ist aber immer in den Sprach- und Kultur- oder in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben.

Ebenso steigt die Zahl der Wissenschaftler, die nach Deutschland kommen. Schätzungen zufolge arbeiten mehr als 800.000 ausländische Forscherinnen und Forscher in Deutschland - an Universiäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, an Fachhochschulen und in Unternehmen. Von den fast 32.000 ausländischen Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen kommt die größte Gruppe mit fast sieben Prozent aus China, danach folgen mit fast sechs Prozent Italien und Österreich. Deutsche Hochschulen sind mit allen Regionen der Welt vernetzt. Mehr als  20.000 Kooperationen werden mit 4.100 Partnerhochschulen in 141 Ländern gepflegt.


Stand 01.02.2013

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