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Miteinander und voneinander lernen

Junge Diplomaten aus dem westlichen Balkan zusammenbringen und sie gemeinsam lernen und über wichtige Zukunftsthemen diskutieren lassen - die Internationale Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amts macht das möglich. 15 Nachwuchskräfte aus sieben Ländern der Region haben jetzt am zweiten Lehrgang für die Region in Berlin teilgenommen. Das Motto des Lehrgangs: "Eine gemeinsame Zukunft in Europa".

Dabei erwartete die Nachwuchsdiplomaten ein vielseitiges und intensives Programm: Von Vorträgen und Debatten zu verschiedenen Aspekten der Außenpolitik über Besuche bei politischen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen oder Medien bis hin zu einem Deutschkurs. Ergänzt wurde das Programm durch Exkursionen in andere deutsche Städte - etwa nach Frankfurt zur Europäischen Zentralbank - und nach Brüssel, wo die NATO und verschiedene europäische Institutionen besucht wurden.

Besonders die ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis habe ihr gut gefallen, sagt Ivana Nikolić, Teilnehmerin aus Serbien, und erzählt mit leuchtenden Augen von dem zweitägigen Medientraining und dem Verhandlungsseminar. In ihrer Heimat sei die Ausbildung recht theoretisch, bei dem Lehrgang in Berlin habe sie hingegen alles direkt in der Praxis ausprobieren können. Ebenfalls sehr hilfreich sei der Einblick in die Strukturen des Auswärtigen Amts gewesen, sagt Nikolić, die in ihrem Ministerium in der Abteilung für die Vereinten Nationen arbeitet. 

Fünf Wochen Teil eines multilateralen Teams

Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr
© Bundeswehr

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Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Auch Almir Hasečić ist froh, dass er an dem fünf-wöchigen Seminar teilnehmen konnte. Der 32-Jährige kommt aus Bosnien und Herzegowina und arbeitet seit zwei Jahren in seinem Außenministerium in der Protokollabteilung. Gerne würde er irgendwann im multilateralen Bereich arbeiten. Die Inhalte, die ihm im Lehrgang vermittelt wurden, könnten dafür eine gute Vorbereitung sein, sagt er. Ebenfalls wichtig gewesen sei der Austausch mit den Kollegen aus der Region. "Mit den Ländern aus der regionalen Nachbarschaft hat man natürlich am meisten zu tun", sagt er. Und Ivana Nikolić ergänzt: "Dass wir hier als junge Generation fünf Wochen Teil eines Teams waren, ist für unsere Zukunft sehr wichtig."

Am zweiten Lehrgang für Diplomaten und Diplomatinnen aus dem Westlichen Balkan haben Nachwuchskräfte aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Serbien und der ehemaligen Jugoslawischen Republik (EJR) Mazedonien teilgenommen. Das Ziel des Programms ist es, junge Diplomaten aus der Region zusammenzubringen und so zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beizutragen. Langfristig soll die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, der Europäischen Union und den Staaten des westlichen Balkans gefördert werden.


Ein weiterer Pluspunkt in den Augen der Teilnehmer sind die zahlreichen Kontakte, die sie während ihres Aufenthalts in Deutschland knüpfen konnten - sei es zu Dozenten oder Vertretern der besuchten Einrichtungen. "Alle haben uns gesagt, dass wir uns melden sollen, wenn wir zurück sind und Fragen haben", sagt Fitim Nuhii aus der EJR Mazedonien. "Das ist sehr nützlich." Durch seinen Aufenthalt in Deutschland habe er außerdem endlich seine Vorstellungen von Land und Leuten mit der Wirklichkeit abgleichen können, so Nuhii, der Deutsch spricht und seit seiner Kindheit über in Deutschland lebende Verwandte Kontakt zur deutschen Kultur hat. Er habe viel von deutscher Gastfreundschaft gehört - "Und ich bin beeindruckt davon, wie das Auswärtige Amt und andere Einrichtungen uns willkommen geheißen haben."

Gute Erinnerungen an Berlin

Neben dem intensiven Studien-Programm gab es natürlich auch genügend Gelegenheiten, Berlin kennenzulernen und spannende Eindrücke vom Kulturangebot mitzunehmen.  Nachhaltigen Eindruck hat etwa der "Karneval der Kulturen" - das multikulturelle Straßenfest im Stadtteil Kreuzberg - hinterlassen. "Berlin ist toll, es ist sehr alternativ", schwärmt Almir Hasečić. Und Ivana Nikolić ergänzt: "Es wäre schon ein Traum für mich, irgendwann an die serbische Botschaft in Berlin versetzt zu werden und ein paar Jahre hier arbeiten zu können."

Die Internationale Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amts wurde 1992 ins Leben gerufen. Mehr als 1800 Diplomaten aus aller Welt haben die verschiedenen Programme bereits durchlaufen und sind so zu Deutschlandexperten in ihren Heimatländern geworden. Für die Arbeit des Auswärtigen Amts sind sie wichtige Brückenbauer.


Stand 12.06.2012