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Senegal

Wirtschaft

Stand: März 2014

Charakterisierung der Wirtschaft, Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft des Senegal mit seinen rund 13 Millionen Einwohnern ist von den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei und Dienstleistungen bestimmt. Fast 80 Prozent der Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Der wichtigste Wachstumsbereich ist der Dienstleistungssektor (4 Prozent - vor allem Finanzwesen, Telekommunikation und Immobilien). Der informelle Sektor trägt über 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über 60 Prozent der Wirtschaftsaktivitäten des Landes konzentrieren sich auf den Großraum der Hauptstadt Dakar.

2013 wird ein Wirtschaftswachstum von rund 3,5 bis 4 Prozent erwartet. Die Inflationsrate lag 2012 bei 1,4 Prozent. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von knapp über 1.000 US-Dollar gehört der Senegal zur Gruppe der "least developed countries".

Die Bedeutung der Landwirtschaft und des Fischereisektors geht relativ gesehen zurück. Die Landwirtschaft wird nicht selten von Kleinbetrieben getragen, die noch traditionelle Techniken einsetzen. Die Regierung hat für die kommenden fünf Jahre Investitionen in Höhe von über 750 Millionen Euro angekündigt, um bis 2017 die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten.

Der Telekommunikations-Sektor trägt schon etwa 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Er hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Senegal soll inzwischen zu 100 Prozent mit Mobiltelefonen ausgestattet sein. Der Bankensektor hat eine der größten Profitabilitätsraten in der Region. Die Versicherungswirtschaft verzeichnet durch Erschließung neuer Kundenkreise ebenfalls respektable Gewinne. Die senegalesische Regierung verfolgt das erklärte Ziel, die  Wachstumspotentiale des Tourismus weiter zu erschließen.

Während der Anteil der in Armut lebenden Menschen zwischen 2001 und 2005 von 55 auf 48 Prozent gefallen ist, lag er 2011 immer noch bei knapp 47 Prozent.


Internationale Verflechtung, Außenhandel und Investitionen

Die Leistungsbilanz Senegals wies für 2012 ein Defizit von über 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf (2008: 14,3 Prozent). Die Außenverschuldung wird für 2012 auf 32,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, das heißt etwa 3,6 Milliarden Euro geschätzt (2011: 2,6 Milliarden Euro).

Senegal verzeichnet ein Außenhandelsdefizit von bis zu 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. 2012 gingen die Exporte von Nahrungsmitteln und Rohstoffen zurück. Gleichzeitig stiegen die Einfuhren von Erdöl und Maschinen sowie Fahrzeugen. Importierte Nahrungsmittel sind immer noch preisgünstiger als Eigenproduktion. 

Der größte Handelspartner Senegals ist nach wie vor die Europäische Union (mit rund einem Drittel des Außenhandels). Hauptursprungsländer der Importe sind Frankreich (etwa 20 Prozent), Großbritannien sowie China und Nigeria (jeweils etwa zehn Prozent). Die wichtigsten Exportländer  für den Senegal sind Mali, Indien, Frankreich und Gambia. Senegal profitiert vom Programm "Alles außer Waffen", welches der Gruppe der sogenannten 'Least Developed Countries' einen uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt ermöglicht.

Deutschland lieferte 2012 Waren im Wert von knapp 90 Millionen Euro nach Senegal, vor allem Maschinen, chemische Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge. Die wichtigsten Ausfuhrgüter nach Deutschland sind Fischprodukte und Gemüse. Seit 1966 besteht ein deutsch-senegalesisches Investitionsschutz- und -förderabkommen. Es gibt keine AHK-Vertretung im Land. Die EU hat 2014 Verhandlungen mit dem Ziel eines Fischereiabkommens mit Senegal aufgenommen.

Senegal gehört der Union Economique et Monetaire Ouest-Africaine (UEMOA) an, die den Franc de la Communauté Financière d'Afrique (FCFA) als gemeinsame Währung hat. Die in Dakar ansässige westafrikanische Zentralbank (Banque centrale des Etats de l’Afrique de l’Ouest, BCEAO) ist für Geldpolitik und Geldversorgung der UEMOA-Länder zuständig und führt die Bankenaufsicht. Die Prioritäten ihrer Geldpolitik sind die Kontrolle der Inflation und die Bewahrung der festen Bindung des FCFA an den Euro (festgelegter Wechselkurs: 100 FCFA entsprechen 0,152 €). Die französische Zentralbank garantiert den festen Wechselkurs des FCFA zum Euro, die BCEAO ist im Gegenzug dazu verpflichtet, 50 Prozent ihrer ausländischen Reserven bei der französischen Staatskasse zu hinterlegen. Gemäß den Statuten der UEMOA können Währungsreserven der einzelnen Mitgliedstaaten (Senegal: 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) nur zur Deckung eines Zahlungsbilanzdefizits der gesamten Union verwendet werden.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.