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Litauen

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2013

Grundlinien

Die litauische Kulturpolitik hat sich zum Ziel gesetzt, am west- und mitteleuropäischen Kulturleben aktiv teilzunehmen. Nach Überwindung der jahrzehntelangen Isolation vom Westen und nach dem Beitritt zu NATO und EU gilt Kulturpolitik in Litauen auch als wichtiges Mittel zum Auf- und Ausbau internationaler Kontakte, insbesondere zu europapolitisch wichtigen Partnern wie den nordischen Ländern, dem Nachbarn Polen und den großen EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Gleichzeitig dient die auswärtige Kulturpolitik auch dazu, den teilweise seit Jahrzehnten im Ausland lebenden litauischen Bevölkerungsgruppen den Anschluss an ihre Heimatkultur und -sprache zu erhalten.

Wichtige Felder der Förderung im künstlerischen Bereich und der Darstellung litauischer Kultur auch nach außen sind Musik (Klassik, Jazz, Volksmusik), Theater, Film und Literatur. Die Teilnahme litauischer Ensembles an Kulturbetrieb und Festivals im Ausland und die Einladung internationaler Gäste nach Litauen schaffen ein Netz des Austausches mit der Kulturszene anderer, insbesondere europäischer Länder, das neben die institutionellen Beziehungen der kulturellen Institutionen wie Museen, Kunst- und Musikhochschulen und Kulturverwaltungen tritt. 

Trotz der Krise halten litauische Kultureinrichtungen - teilweise mit ausländischer Hilfe - ihren größtenteils qualitativ hochwertigen Betrieb aufrecht.


Bildung

Litauen hat seit Anfang der 1990er Jahre sein Bildungswesen reformiert und modernisiert. Das Schulmodernisierungsprogramm ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Größte Herausforderung bleiben die Schaffung von gleichen Ausbildungsbedingungen auf dem Land und in den Städten sowie abnehmende Schülerzahlen.

Durch die Einführung von Grund- und Mittelschulen (1. - 4. bzw. 5. - 10. Klasse) sowie von weiterführenden Schulen/Gymnasien (11. und 12. Klasse) wurde seit 1999 das Schulsystem umstrukturiert. Mit der parallel durchgeführten Hochschulreform wurde an litauischen Universitäten ein dreistufiges System mit den Abschlüssen Bachelor (Baccalaureat), Master (Magister) und Doktor eingeführt, außerdem ein Leistungspunktsystem analog dem „European Credit System“. Das aktuelle Bildungsgesetz hat durch seine Stärkung der litauischen Sprache für Unruhe unter der polnischen Minderheit gesorgt. Die neue Regierung will hier eine konziliantere Haltung einnehmen.

Das 2005 novellierte Hochschulgesetz unterscheidet zwischen den neu geschaffenen Kollegien (vergleichbar mit deutschen Berufsfachschulen) und den Universitäten. Zu Beginn des Studienjahres 2012/2013 gab es in Litauen 23 Universitäten (14 staatliche und 9 private) und 24 Berufsfachschulen (13 staatliche und 11 private).

Die seit 2009 greifende Reform des Schul- und Hochschulwesens sieht eine Umstellung des Förderungssystems (anstatt einer festen Anzahl staatlich voll- oder teilfinanzierter Studienplätze an einzelnen Universitäten nunmehr Stipendien- bzw. Darlehensförderung der Studenten selbst, damit die Universitäten dann untereinander in Wettbewerb treten müssen) und mittelfristig eine Verringerung der Zahl der Hochschulen insgesamt vor.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.