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Niger

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Juni 2015

Der Niger ist zwar eines der ärmsten Länder der Welt, hat aber dennoch ein interessantes, vor allem traditionell geprägtes Kulturleben. Weltweit bekannt sind die Tänze der Wodaabe Nomaden und das Kulturfestival "Cure Salée", bei dem sich vor allem Tuareg und Peul Nomaden im Nord-Niger treffen.

Obwohl es im Land kein einziges Kino mehr gibt, verfügt Niger über eine aktive Filmkultur. Im Musiksektor gibt es zum Teil über die Landesgrenzen bekannte Ensembles. Das historische Stadtzentrum der Wüstenstadt Agadez zählt zum Weltkulturerbe. Im Air-Massiv finden sich bedeutende Felszeichnungen. Priorität in der nigrischen Bildungspolitik hat der Zugang zu schulischer Grundbildung. Das Schulsystem folgt weitgehend dem Vorbild Frankreichs. Mittlerweile wird allerdings  auch, unter anderem dank deutscher Unterstützung, Unterricht in den Landessprachen angeboten. Für den Unterricht in staatlichen Schulen werden keine Gebühren erhoben, es entstehen jedoch erhebliche Kosten durch Uniformen, Bücher und Material.

Das Bildungssystem erreicht noch immer nur eine Minderheit der Bevölkerung, Analphabetismus ist unter Erwachsenen nach wie vor weit verbreitet (über 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – vor allem auf dem Land und bei Frauen ist die Analphabetenrate sehr hoch). Die Zahl der Schulen reicht angesichts der rasanten Bevölkerungsentwicklung nicht aus, um den Bedarf zu decken. Das Grundbildungsministerium wird von zahlreichen Gebern unterstützt, so dass nun auch in ländlichen Gebieten Vertragslehrkräfte, allerdings bisher vielfach ohne ausreichende Ausbildung, eingesetzt werden können. Insgesamt ist das Niveau an den Schulen immer noch unzureichend. Konkurrenz bekommen die staatlichen Schulen von besser funktionierenden, aber kostenpflichtigen privaten Schulen besonders in den städtischen Zentren, die jedoch nur Kindern finanzkräftiger Eltern zugänglich sind. Die auf dem Lande lebende Bevölkerung sieht häufig in schulischer Bildung keinen unmittelbaren Nutzen, sondern eher den Ausfall einer Arbeitskraft.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Koranschulen, zum Teil finanziert aus Mitteln arabischer Geber, erheblich zugenommen. Die Koranschulen beschränken sich häufig lediglich auf das Auswendiglernen des Korans. Die Regierung bemüht sich um ein Konzept, diese mit dem staatlichen System zu verknüpfen.

Niger verfügt über eine staatliche Universität in Niamey. In der Fakultät für Geisteswissenschaften existiert ein etablierter Kontakt zu deutschen Universitäten. Drei technische Institute im Landesinneren, ursprünglich Ableger der Universität Niamey, haben inzwischen Universitätsstatus erhalten. Es handelt sich um die Universitäten in Zinder, Tahoua und Maradi. Eine islamische Universität (Say) befindet sich unweit der Hauptstadt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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