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Niger

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2017

Die traditionell guten bilateralen Beziehungen, lange auf unsere Entwicklungszusammenarbeit konzentriert, haben sich im Zuge der europäischen Migrations- und Flüchtlingskrise sowie im Kontext der fragilen regionalen Sicherheitslage diversifiziert und seit Anfang 2016 sehr dynamisch entwickelt. Sichtbarstes Zeichen dieser neuen Qualität ist die dichte Abfolge hochrangiger deutscher Besuche in Niamey: 2016 waren der damalige Bundesaußenminister Steinmeier (gemeinsam mit seinem frz. Amtskollegen Ayrault) im Mai, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Müller im August, die Bundeskanzlerin im Oktober und im Dezember Verteidigungsministerin von der Leyen zu Gast. Im Gegenzug besuchte der nigrische Staatspräsident Issoufou im Juni 2016 erneut Berlin (zuvor 2013) zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel und dem damaligen Außenminister Steinmeier.

Deutschland war bald nach der Unabhängigkeit mit einer Botschaft in Niamey vertreten und genießt als Entwicklungspartner der ersten Stunde hohes Ansehen. Nach knapp dreijähriger vorübergehender Schließung wurde die Deutsche Botschaft Niamey im Spätsommer 2002 wieder eröffnet.

Seit 1962 betrug die deutsch-nigrische bilaterale technische und finanzielle Zusammenarbeit über 750 Millionen Euro. Neben den staatlichen Aktivitäten wird durch die Bundesregierung auch die Arbeit deutscher Nichtregierungsorganisationen im Niger finanziell unterstützt, die seit 2005 einen bemerkenswerten Aufschwung erfahren hat.

Bei den Regierungsverhandlungen 2014 wurden dem Niger für die kommenden drei Jahre Mittel in Höhe von 62 Millionen Euro zugesagt. Im April 2015 gab es aufgrund der Ebolakrise in der Region, von der Niger zum Glück nicht direkt betroffen wurde, eine gesonderte Zusage von zusätzlichen Mitteln für den Gesundheitssektor in Höhe von 15 Millionen Euro. In Zusammenhang mit den Besuchen von Bundesminister Müller und der Bundeskanzlerin wurde das Engagement nochmals maßgeblich (32 Millionen Euro) erhöht. Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liegen in den Bereichen "Dezentralisierung und gute Regierungsführung" sowie "Produktive Landwirtschaft und Ernährungssicherung". Außerdem gibt es Projekte in den Bereichen Gesundheit, Grundbildung und Förderung von Substitutionsökonomi, letzteres, um die Menschen in der Region Agadez unabhängiger von der Migration zu machen, die dort Erwerbszweig ist. Die deutschen Programme konzentrieren sich überwiegend auf die Regionen Tillaberi, Tahou und Agadez.

Das Auswärtige Amt fördert darüber hinaus Projekte zur Stabilisierung und zu friedenserhaltenden Maßnahmen, wie z.B. ein Grenzsicherungsprojekt, ein Polizeiausbildungsprojekt, ein mehrjähriges, regional übergreifendes Programm der IOM zur Betreuung, Rückführung und Reintegration von Migranten sowie zur Sensibilisierung, um die ihnen durch die Schlepperkriminalität drohenden Gefahren hervorzuheben. Dieses IOM-Programm ist aus dem Europäischen Fonds zur Entwicklung von Afrika kofinanziert.

Im Rahmen der humanitären Hilfe stellt Deutschland regelmäßig Mittel zur Bekämpfung der wiederkehrenden Nahrungsmittelkrisen zur Verfügung. Im Zusammenhang mit der akuten humanitären Notlage in der Tschadsee-Region wurden die von uns finanzierten Hilfsmaßnahmen für Niger ab Ende Oktober 2016 massiv erhöht. Neben deutschen Nichtregierungsorganisationen mit Projekten der humanitären Hilfe sind auch die politischen Stiftungen in Niger mit Projekten zur Stärkung demokratischer Funktionen aktiv, insbesondere die Hanns-Seidel- und die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Im Herbst 2016 wurde auch beschlossen, den nigrischen Sicherheitssektor im Bereich Logistik zur Schleuserbekämpfung und Grenzsicherung 2017 erstmalig mit Einzelvorhaben aus der Ertüchtigungsinitiative zu unterstützen.

Ein neues Element in den bilateralen Beziehungen ist die Präsenz deutscher Soldaten in Niger. Im Zusammenhang mit der Stationierung des aufgestockten deutschen MINUSMA-Kontingents in Gao/Nordmali wurde im Frühjahr 2016 für medizinische Evakuierung und Logistik die Einrichtung eines Lufttransportstützpunktes am Flughafen Niamey beschlossen, in Betrieb genommen und mit einem Stationierungsabkommen vereinbart. Die wichtigsten bilateralen Verträge zwischen Deutschland und Niger geschlossenen sind:

  • Vertrag über die Förderung von Kapitalanlagen vom 29.10.1964
  • Abkommen über Technische Zusammenarbeit vom 18.6.1977 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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Niger ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.

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