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Guinea

Beziehungen zwischen Guinea und Deutschland

Stand: Mai 2016

Politische Beziehungen

Deutschland gehörte zu den ersten Staaten, die mit Guinea nach der Unabhängigkeit (1958) diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Das bilaterale Verhältnis unterlag in den ersten Jahrzehnten allerdings Schwankungen  (Abbruch der Beziehungen durch Guinea 1970-1975). In dieser Zeit entwickelte Guinea auch eine enge Kooperation mit der DDR. Die Beziehungen Deutschland-Guinea waren in den Folgejahren stets freundlich, trübten sich aber ab 2000 wegen der schlechten Regierungsführung unter Präsident Lansana Conté und besonders nach dem Militärputsch vom 23.12.2008. Nach den ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen 2010 und den Parlamentswahlen 2013 haben sich die Beziehungen völlig normalisiert. Deutschland genießt einen sehr guten Ruf in Guinea.

Wirtschaftsbeziehungen

Der Umfang der Wirtschaftsbeziehungen ist ausbaufähig. Einige wenige deutsche Firmen sind derzeit in Guinea aktiv. Der Außenhandel 2015 mit Guinea belief sich laut Zahlen des Statistischen Bundesamts auf 223,4 Millionen Euro, das ist Platz 119 in der Liste der Außenhandelspartner; Deutschland führte 2015 Waren aus Guinea im Wert von 134,6 Millionen Euro ein. Hauptimportgut ist Bauxit, und Guinea ist für diesen Grundstoff der Aluminiumproduktion mit weitem Abstand das wichtigste Herkunftsland für Deutschland. Demgegenüber standen Exporte (hauptsächlich Maschinen und Fahrzeuge) mit einem Wert von 88,7 Millionen Euro. Ein am 14.07.2014 ratifizierter Investitionsschutz- und Förderungsvertrag bildet eine wichtige Voraussetzung für mehr privatwirtschaftliches Engagement deutscher Unternehmen.

Entwicklungszusammenarbeit

Die aktuelle bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Guinea konzentriert sich auf den Schwerpunkt "Soziale Grunddienste" und umfasst - in technischer wie auch in finanzieller Zusammenarbeit - Aktivitäten in den Bereichen Grundbildung und Basisgesundheitsversorgung (vor allem in den Bereichen Reproduktive und Familiengesundheit). Dies ist Deutschlands konkrete Hilfe im Rahmen des Wiederaufbaus Guineas und der Stärkung der öffentlichen Versorgung nach der Ebola-Epidemie. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf mehrere Regionen im zentralen Teil Guineas.

Im Rahmen ihrer humanitären und sonstigen Hilfe zur direkten Bekämpfung der Ebola-Epidemie hatte die Bundesregierung insgesamt circa 200 Millionen Euro in den drei Ebola-Ländern aufgewendet.

Weitere Projekte der Zusammenarbeit gelten der Förderung von Guter Regierungsführung im Bergbau, der Förderung einer effektiven Zusammenarbeit in Grenzfragen zwischen Guinea und Mali, und der Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen.

Darüber hinaus gibt es einige Nichtregierungsorganisationen, die sich mit öffentlichen Geldern aus Deutschland in Guinea engagieren. Der Deutsche Volkshochschulverband führt Programme der Erwachsenenalphabetisierung durch, der Weltfriedensdienst Projekte zur Überwindung von Konflikten. Eine Reihe von privaten deutschen Initiativen ist zudem mit konkreten Einzelmaßnahmen (zum Beispiel Schulbau, Hilfe bei der Gesundheitsversorgung) vor Ort tätig.

Ein Blick zurück: Nach der Unabhängigkeit war Guinea zunächst einer der wichtigsten Empfänger deutscher Entwicklungskooperation. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit war dann im Zuge des Abbruchs der politischen Beziehungen zwischen 1971 und 1979 unterbrochen. Als LDC (Least Developed Country) erhält Guinea ab 1979 nicht-rückzahlbare Zuschüsse. Eine weitere Unterbrechung gab es durch die Suspendierung der Zusammenarbeit aufgrund des Militärputsches vom 23.12.2008 bis zur Wiederaufnahme nach den erfolgreichen Parlamentswahlen Ende 2013.

Kulturelle Zusammenarbeit

Das Deutschlandbild in Guinea ist durchweg positiv, allerdings ist der Bekanntheitsgrad deutscher Kultur rückläufig. Derzeit ist ersteres noch stark von den positiven Eindrücken guineischer Gaststudenten geprägt, die im Rahmen der Aus- und Fortbildungsprogramme Deutschlands und in größerer Zahl auch der DDR in deutschen Universitäten graduiert wurden. Diese Generation hat mittlerweile jedoch überwiegend das Rentenalter erreicht und kann ihrer Multiplikatorenfunktion nur noch eingeschränkt nachkommen. Eine formalisierte Universitätspartnerschaft besteht aktuell nur zwischen der Universität Gamal Abdel Nasser zu Conakry und der Universität Bremen.

Im Bestreben einer sukzessiven Wiederaufnahme der intensiven bildungspolitischen Beziehungen der 1960er bis 1980er Jahre, insbesondere im Bereich der Hochschul- und Wissenschaftskooperation unterstützt Deutschland das guineische Hochschulwesen vor allem im Bereich Deutsch als Fremdsprache.  

Guineische Sportlehrer nehmen zudem regelmäßig an Fortbildungsprogrammen der Universitäten Leipzig und Mainz teil.

Im Rahmen des seit 1981 bestehenden Programms zum Erhalt des kulturellen Erbes in Entwicklungsländern hat Deutschland zuletzt 2014 ein Projekt zum Schutz der Kunstwerke des Regionalmuseums Boké gefördert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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