Hauptinhalt

Afghanistan: Bagh-e Babur – Gartenanlage mit herrschaftlicher Vergangenheit

Südwestlich der Altstadt Kabuls liegt der Bagh-e Babur, einer der ältesten erhaltenen Gärten der Mogulzeit. Er wurde von Zahir ad-Din Muhammad Babur (1483–1530), dem Begründer der Moguldynastie, angelegt. In der islamischen Welt sind Grundriss und Gestaltung von religiösen Konzepten und ästhetischen Prinzipien geprägt. Verschachtelte geometrische Formen, die entlang einer zentralen Mittelachse orientiert sind, spiegeln die Ordnung in der Vielfalt wider, in die Natur implementiert durch marmorgefasste Kanäle mit Springbrunnen und Kaskaden. Der Garten ist eine Metapher der göttlichen Ordnung und als Paradies auf Erden ein Ort der Zuflucht für die Gläubigen

Seine Bedeutung verdankt der Garten dem Wunsch des Herrschers, dort begraben zu sein. Als seine letzte Ruhestätte wurde der Bagh-e Babur zur Pilgerstätte für seine Nachfahren.

Nach dem Zerfall des Mogulreiches, ab ca. 1750, wurde der Garten vernachlässigt. Spätere Herrscher bauten die Anlage um und drückten ihr einen europäischen Stempel auf. Es war dieser Garten, der die Zeit des Krieges und der politischen Wirren mit spärlicher Vegetation und übersät mit Kriegsmüll überdauerte.

Erste Pläne, den Bagh-e Babur entsprechend seinen historischen Wurzeln umzugestalten, entstanden bereits in den 70er Jahren, aufgrund der politischen Situation konnten sie jedoch nicht realisiert werden. Erst 2002 begann ein neuer Abschnitt in der langen Geschichte des Gartens. Die vom Deutschen Archäologischen Institut in Berlin durchgeführten Untersuchungen wurden nach der Entdeckung der mogulzeitlichen Bebauung im Rahmen des interdisziplinären Rehabilitationsprogramms des „Aga Khan Trust for Culture“ bis 2005 fortgesetzt und die Ergebnisse baulich umgesetzt.

Der 2008 in afghanische Verantwortung übergebene Garten wird seitdem von einer unabhängigen Organisation verwaltet. Aufgrund seiner historischen Bedeutung wurde der Bagh-e Babur 2009 in die vorläufige Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Ute Franke, Projektleiterin Bereich Archäologie, Museum für islamische Kunst, Berlin

Jolyon Leslie, Programme Manager, Aga Khan Trust for Culture, Afghanistan


Stand 27.01.2011

Ladeanzeige

02.03.2011

Babur Garten in Kabul

Instandsetzung des Babur Gartens (Bagh-e Babur) in Kabul in Kooperation mit dem Aga Khan Trust for Culture

Bild 1 von 11

Die Marmormoschee Shah Jahans

Die Marmormoschee Shah Jahans

Christian Richters Bild herunterladen

Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere