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Kroatien

Außenpolitik

Stand: März 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Seit dem 1. Juli 2013 ist Kroatien Mitglied der Europäischen Union und hat damit sein über Jahre wichtigstes außenpolitisches Ziel erreicht. Auf dem Weg dahin trat am 01.02.2005 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU in Kraft, am 03.10.2005 begannen die Beitrittsverhandlungen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) die uneingeschränkte Zusammenarbeit Kroatiens mit dem IStGHJ bestätigt hatte. Nach Abschluss der Beitrittsverhandlungen am 30.06.2011 wurde am 09.12.2011 der Beitrittsvertrag von den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten und Kroatiens unterzeichnet. Am 22.01.2012 stimmte die kroatische Bevölkerung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen in einem Referendum für die Ratifizierung des Beitrittsvertrages zur Europäischen Union. Am 09.03.2012 wurde dieser einstimmig durch das kroatische Parlament, den Sabor, ratifiziert.

Seit dem 01.04.2009 ist Kroatien Mitglied der NATO. Im Sicherheitsbereich beteiligt sich Kroatien an Friedens- und besonderen politischen Missionen der NATO, der EU sowie der Vereinten Nationen (einschließlich Afghanistan). Kroatien ist an ISAF mit circa 210 Soldatinnen und Soldaten beteiligt, schwerpunktmäßig im deutsch geführten Regionalkommando Nord.

Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten

Mit den Nachbarländern besteht eine intensive Zusammenarbeit durch politische Kontakte auf allen Ebenen und zahlreiche bilaterale Verträge. Kroatien bemüht sich aktiv um eine weitere Verbesserung der Beziehungen zu all seinen Nachbarländern. Das Verhältnis zu Bosnien und Herzegowina hat sich weitgehend normalisiert, Gleiches gilt für die Beziehungen zu Serbien. Das Verhältnis zu Montenegro ist frei von tief greifenden Spannungen. 

Zwischen Kroatien und Slowenien bestehen politisch, wirtschaftlich und kulturell dichte Beziehungen. Die noch offene, endgültige Demarkation der Grenze beider Länder soll einvernehmlich von einem Schiedsgericht geklärt werden. 2010 initiierten die Regierungschefs beider Länder den sogenannten „Brdo-Prozess“ zur regionalen Verständigung der Länder des ehemaligen Jugoslawiens und des Westlichen Balkans untereinander sowie zur Unterstützung der EU-Perspektive ins Leben gerufen. Dieser wurde 2013 auf Ebene der Staatschefs neu belebt.

Innerhalb der Region wirkt Kroatien an Kooperationsforen wie der "Quadrilateralen" (mit Ungarn, Slowenien und Italien), der Adriatisch-Ionischen Initiative und der Zentraleuropäischen Initiative mit. Kroatien ist Gastgeberland des Regionalen Zentrums für Sicherheitskooperation RACVIAC und Mitglied in der Nachfolgeorganisation des Stabilitätspakts für Südosteuropa, dem im Februar 2008 gegründeten Regionalen Kooperationsrat (RCC).

Nach erfolgreich abgeschlossenen eigenen Beitrittsverhandlungen bietet Kroatien seinen Nachbarländern - derzeit vornehmlich Montenegro - an, mittels Erfahrungsaustausch auf deren Weg in die Europäische Union zu unterstützen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.