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Tschad

Außenpolitik

Stand: Oktober 2016

Grundzüge der Außenpolitik

Die außenpolitischen Grundlinien des Landes werden gemäß der tschadischen Verfassung vom Staatspräsidenten vorgegeben; Außenminister ist seit 2005 Moussa Faki Mahamat.

Tschad befindet sich in einem prekären Sicherheitsumfeld. Die tschadische Außenpolitik zielt auf die Bewältigung von Gefährdungen und Ausbau der für die Entwicklung des Binnenlandes wesentlichen Verbindungen zu den weit entfernten Seehäfen – über Kamerun bzw. Sudan und auch deswegen kooperativer nachbarschaftlicher Beziehungen.

Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten (Libyen, Sudan, Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Nigeria und Niger) sind heute weitgehend unbelastet. Allerdings erzeugen Fragilität und Machtvakuen in der zentralafrikanischen Republik, Libyen, Sudan/Darfur sowie in der Tschadseeregion Flüchtlingsdruck und Instabilität in den Grenzgebieten. Etwa 800.000 Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten leben dauerhaft auf tschadischem Territorium. Seit 2015 steht die militärische Bekämpfung der Terrorgruppe Boko Haram im Vordergrund, dabei Zusammenarbeit im Rahmen der Multi National Joint Task Force (Kenia, Tschad, Camerun, Niger, Benin), deren Kommandanten Tschad stellt; MINUSMA wird von der EU finanziell unterstützt.

Traditionsgemäß besteht zu Frankreich als früherer Kolonialmacht ein besonderes Verhältnis. Tschad sichert gemeinsam mit der französischen "Barkhane-Mission" die Nordgrenze zu Libyen. Tschadische Truppen haben sich in Nordmali seit 2013 zum Teil mit erheblichen Verlusten an den Einsätzen gegen islamistische Terroristen beteiligt. Die EU ist der wichtigste Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit; für die USA stehen Sicherheitsinteressen zunehmend im Vordergrund. Die Beziehungen zu den USA und seit 2006 auch zur Volksrepublik China hatten insbesondere wegen deren Rolle bei der Erdölförderung erheblich an Bedeutung gewonnen.

Tschad verfügt über ein relativ kleines Netz von Auslandsvertretungen. In N’Djamena sind relativ wenige Staaten und internationale Organisationen vertreten: Die Nachbarstaaten (seit Oktober 2016 auch Niger), eine begrenzte Zahl anderer afrikanischer Staaten und die Afrikanische Union haben eine Auslandsvertretung vor Ort.

Neben der Europäischen Union haben nur Frankreich und Deutschland Botschaften vor Ort; die USA, Russland, einige arabische Staaten sowie seit 2006 die Volksrepublik China und seit 2013 die Türkei sind ebenfalls in N'Djamena vertreten.

Afrikanische Union und Regionalorganisationen

In der Afrikanischen Union spielt Tschad eine aktive und konstruktive Rolle. Im Januar 2016 hat Tschad für ein Jahr den Vorsitz übernommen. Der tschadische Außenminister Faki  kandidiert für den Posten des Generalsekretärs der Afrikanischen Union. Tschad ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft zentralafrikanischer Staaten (frz. CEEAC, engl. ECCAS), der Gemeinschaft sahelo-saharischer Staaten (CEN-SAD) sowie der zentralafrikanischen Forstkommission COMIFAC. Ab November 2015 hat Tschad den Vorsitz der G5-Sahel übernommen, einem Zusammenschluss von 5 "gleichgesinnten" Staaten der Sahelzone.

Vereinte Nationen

Wegen der Herausforderungen in Tschad selbst, aber auch infolge der Krisen in Darfur und der Zentralafrikanischen Republik sind in Tschad mehrere Organisationen der Vereinten Nationen tätig. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR versorgt in Tschad derzeit rund 450.000 Flüchtlinge aus Sudan sowie der Zentralafrikanischen Republik. Hinzu kommen Rückkehrer tschadischer Staatsangehörigkeit aus Libyen und der Zentralafrikanischen Republik sowie durch Boko Haram Vertriebene aus der Tschadsee-Region.

Andere Organisationen der Vereinten Nationen und viele Nicht-Regierungsorganisationen leisten Unterstützung im humanitären Bereich und bei Entwicklungsaufgaben. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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