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Tschad

Außenpolitik

Stand: Mai 2014

Grundzüge der Außenpolitik

Die außenpolitischen Grundlinien des Landes werden gemäß der tschadischen Verfassung vom Staatspräsidenten vorgegeben; Außenminister ist seit 2005 Moussa Faki Mahamat.

Tschad verfügt über ein relativ kleines, aber wachsendes Netz von Auslandsvertretungen. Umgekehrt sind in N’Djamena relativ wenige Staaten und internationale Organisationen vertreten: die Nachbarstaaten mit Ausnahme von Niger, eine begrenzte Zahl anderer afrikanischer Staaten und die Afrikanische Union haben eine Auslandsvertretung vor Ort.

Ebenso sind die Europäische Union, Frankreich, Deutschland, Russland, die USA, einige arabische Staaten sowie seit 2006 die Volksrepublik China und seit 2013 die Türkei in N'Djamena vertreten.

Die diplomatischen Beziehungen mit Sudan, vom Mai bis November 2008 suspendiert, haben sich entspannt. Maßgeblich hierfür war der Friedensschluss Anfang 2010, der eine Phase der Zusammenarbeit einleitete. Das unter dem früheren Machthaber Kaddafi gespannte Verhältnis zu Libyen hat sich grundsätzlich gebessert, ist aber von Sicherheitsproblemen an der gemeinsamen Grenze geprägt.

Auch mit den Nachbarstaaten Nigeria und Zentralafrikanische Republik bestehen gravierende Sicherheitsprobleme in Gestalt von politischer Instabilität und Terrorismus, die sich direkt oder indirekt auf Tschad auswirken. Weitgehend konfliktfrei und von gemeinsamen (Wirtschafts-) Interessen geprägt ist das Verhältnis zu Kamerun und Niger.

Die tschadische Außenpolitik konzentriert sich traditionell auf die Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn und die Region Zentralafrika. Seitdem Tschad als nichtständiges Mitglied für den Zeitraum 2014-15 in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gewählt wurde, ist es auch an überregionalen und internationalen Entscheidungsprozessen eng beteiligt.

Nach dem Vordringen dschihadistischer Kräfte in Mali beteiligte sich Tschad Anfang 2013 an der von Frankreich geführten Militärmission zur Befreiung der besetzten Gebiete sowie der afrikanischen Unterstützungsmission AFISMA (2013 in die Friedensmission MINUSMA übergeführt). Auch in die Zentralafrikanische Republik, wo es im März 2013 zu einem Umsturz und im Januar 2014 zu einem erneuten politischen Wechsel kam, hat Tschad im Rahmen der sog. MISCA-Mission zeitweise Truppen entsandt. Im April 2014 zog Tschad sein Kontingent jedoch überraschend zurück, nachdem Vorwürfe gegen tschadische Armeeangehörige wegen Verletzungen des humanitären Völkerrechts erhoben worden waren.

Im Vordergrund des Verhältnisses zu Nigeria steht die Bedrohung durch die nigerianische Terror-Organisation Boko Haram.

Tschad unterhält als ehemalige französische Kolonie besonders enge Beziehungen zu Frankreich und seit Jahren auch zur Europäischen Union, dem bedeutendsten Entwicklungshilfegeber. Die Beziehungen zu den USA und seit 2006 auch zur Volksrepublik China haben insbesondere wegen deren Rolle bei der Erdölförderung erheblich an Bedeutung gewonnen.

Afrikanische Union

In der Afrikanischen Union spielt der Tschad eine aktive und konstruktive Rolle. Tschad stellt zudem derzeit den Vorsitz in der Wirtschaftsgemeinschaft zentralafrikanischer Staaten (frz. CEEAC, engl. ECCAS), der Gemeinschaft sahelo-saharischer Staaten (CEN-SAD) sowie der zentralafrikanischen Umweltorganisation COMIFAC. 2015 will Tschad den Gipfel der Afrikanischen Union in N'Djamena ausrichten.

Vereinte Nationen

Wegen der Herausforderungen in Tschad selbst, aber auch infolge der Krisen in Darfur und der Zentralafrikanischen Republik sind in Tschad zahlreiche Organisationen der Vereinten Nationen tätig. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR versorgt in Tschad derzeit rund 450.000 Flüchtlinge aus dem Sudan sowie der Zentralafrikanischen Republik.

Andere Organisationen der Vereinten Nationen und viele Nicht-Regierungsorganisationen leisten Unterstützung im humanitären Bereich und bei Entwicklungsaufgaben. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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