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Tansania

Wirtschaft

Stand: März 2014

Tansania hat den Übergang zu marktwirtschaftlichen Verhältnissen weitestgehend vollzogen. Tansania ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Das weiterhin hohe Bevölkerungswachstum liegt bei ca. 2,6 Prozent pro Jahr. Im Human Development Index 2012 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) belegt Tansania Rang 152 von 187 Ländern. Auf dem Korruptionsindex (2013) von Transparency International belegt das Land Rang 111 von 175, im "Ease of Doing Business Index 2014" der Weltbank Rang 145 von 189.

2013 betrug das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 7,0 Prozent. Die Inflationsrate lag 2011 noch bei 7,2 Prozent. Der Anstieg Anfang des Jahres 2012 auf 19,4 Prozent ging im Jahresverlauf auf 12,1 Prozent zurück und ist seitdem weiter gesunken - 2013 lag sie bei 7,8 Prozent. Die Wirtschaftsleistung hängt zu einem großen Teil von der Landwirtschaft ab, die gut ein Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leben und arbeiten im ländlichen Raum. Die landwirtschaftliche Produktion (überwiegend Subsistenz) reicht bei normalen Niederschlägen zur Selbstversorgung des Landes aus. Seit 2000 geht der Anteil am Exporterlös von "cash crops" (Kaffee, Baumwolle, Tee, Tabak, Sisal und Cashewnüsse) zugunsten der einheimischen Lebensmittelversorgung zurück. Hauptexportgüter sind Gold, Kaffee, Tee, Baumwolle und Tabak. Der Goldexport brachte 2012 einen zu 2011 unveränderten Erlös von 2,02 Milliarden US-Dollar (Gesamtexport 3,970 Mrd. USD). Das Leistungsbilanzdefizit stieg bis Mitte 2012 um über 110 Prozent auf 5,1 Milliarden US-Dollar, getrieben durch steigende Importe von Treibstoff/Erdölprodukten, die auch für die Stromproduktion eingesetzt werden.

Erhebliches Wachstumspotential besteht vor allem im Bergbau, im Tourismus und beim Ausbau der Transportinfrastruktur. Neue Exportprodukte wie Schnittblumen, Gemüse, Obst und Biodiesel gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Vor der Südküste Tansanias sind große Gasvorkommen gefunden worden. Es bedarf allerdings enormer Investitionen, bis in ungefähr zehn Jahren die Gesamtwirtschaft Tansanias von diesen Funden profitieren wird.

Das Bankenwesen expandiert, ebenso die Kreditvergabe an Private. Der Anteil der Industrieproduktion am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 15 Prozent, der der Dienstleistungen bei 39 Prozent. Der Anteil der Schattenwirtschaft an der tansanischen Volkswirtschaft ist sehr hoch: Nach offiziellen Zahlen sind dort mehr als 12 Prozent der Erwerbstätigen tätig, Schätzungen gehen von höheren realen Werten aus.

Tansania hat als eines der ersten Länder vom Schuldenerlass der Geberländer profitiert. Nachdem im Jahr 2001 ca. 3 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden erlassen wurden, steht die Außenverschuldung Ende 2012 aber wieder bei hohen 13,82 Milliarden US-Dollar.

Die Stromversorgung in Tansania ist unzureichend: Deutlich weniger als ein Viertel der Bevölkerung ist an das Stromnetz angeschlossen, von der ländlichen Bevölkerung gar weniger als fünf Prozent. Nach offiziellen Zahlen hat Tansania eine Stromerzeugungskapazität von rund 1.200 Megawatt, diese dürfte aber tatsächlich nicht erreicht werden. Dem Durchschnittsbedarf von über 800 Megawatt steht eine deutlich niedrigere tatsächliche Stromerzeugung gegenüber, die zudem bei Weitem nicht kostendeckend generiert werden kann.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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Tansania ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu: