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Madagaskar

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Juli 2015

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen sind traditionell freundschaftlich. Bundespräsident Köhler besuchte Madagaskar im April 2006. Nach dem der Putsch 2009, der Madagaskar in eine tiefe politische Krise gestürzt und international  isoliert hatte, nahm Deutschland 2014 im Anschluss an erfolgreiche demokratische Wahlen die Entwicklungszusammenarbeit wieder auf.

Mitte 2014 wurden erste Gespräche mit der Regierung geführt und eine Ausweitung der Zusammenarbeit beschlossen. Die bilaterale Zusammenarbeit beinhaltet Politikberatung, Vor allem im Umweltbereich, Ausbau der Infrastruktur und Bekämpfung der Armut. Deutschland stellt insgesamt 59,7 Millionen € für Madagaskar bereit (FZ, TZ und EU/GIZ Projekte). Des Weiteren werden Projekte von Nichtregierungsorganisationen unterstützt, die sich mit Katastrophenvorsorge und Ernährungssicherung beschäftigen.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutschen Importe aus Madagaskar betrugen 2014  127 Millionen Euro, die deutschen Exporte nach Madagaskar circa 44 Millionen Euro. In Deutschland wurden Bekleidung, Erzeugnisse der Landwirtschaft, Nahrungsmittel und Futtermittel sowie Metalle aus Madagaskar nachgefragt. Die Hauptausfuhrgüter nach Madagaskar waren Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile und Chemische Erzeugnisse.

Nur circa 3 Prozent der Touristen kommen aus Deutschland, die Mehrzahl stammt aus Frankreich. Madagaskar ist sehr am deutschsprachigen Markt interessiert und nimmt seit 2003 an der Internationalen Tourismusbörse in Berlin teil.


Entwicklungszusammenarbeit

Madagaskar ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), Deutschland für Madagaskar einer der wichtigsten Kooperationspartner - dies seit vielen Jahren. Der Schwerpunkt in der bilateralen Zusammenarbeit liegt in der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, insbesondere im Umweltschutz und im Erhalt der einzigartigen Biodiversität  Madagaskars. Beim Auf- und Ausbau des Netzes von Schutzgebieten ist die Nationalparkverwaltung ein wichtiger Partner. Begleitend dazu werden nichtstaatliche Einrichtungen, ländliche Basisorganisationen und der private Sektor gefördert.

Bis Ende 2011 umfasst die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein Gesamtvolumen von insgesamt 380 Millionen Euro. Nach dem Putsch im März 2009 wurde die Kooperation im EZ-Bereich auf Regierungsebene bis zur Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen vorläufig eingestellt.

Die deutschen Nichtregierungsorganisationen, die in Madagaskar aktiv sind, sind insbesondere die Welthungerhilfe, die Handelskammer Hamburg und die Sparkassenstiftunh. Mit deutscher Finanzbeteiligung und Expertise wird seit 2006 auch eine Mikrokredit-Bank (Accès Banque) unterstützt. Der Deutsche Volkshochschulverband war 20 Jahre in Madagaskar aktiv, seit 2011 werden die Aktivitäten über madagassische Netzwerke fortgeführt.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zu Madagaskar sind von der Arbeit des Goethe-Zentrums "Cercle Germano-Malagasy" (CGM) und wissenschaftlichen Kontakten (Naturwissenschaften, Germanistik) geprägt. Das CGM sorgt mit über 500 Deutschschülern für die Verbreitung der deutschen Sprache und ist seit Jahrzehnten mit einem breit gefächerten Veranstaltungsangebot ein anerkannter und geschätzter Akteur im kulturellen Leben, vor allem der Hauptstadt Antananarivo, und eine wichtige Ergänzung zum nach wie vor starken französischen Einfluss auf die Kultur des Landes. Seit seinem Bestehen wird es aus dem Kulturhaushalt des Auswärtigen Amts gefördert. Insgesamt lernen etwa 26.000 Schülerinnen und Schüler Deutsch an privaten und öffentlichen Sekundarschulen. Zwei Gymnasien sind seit 2008 Partnerschulen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) erhielten im Jahr 2008 zwei Gymnasien den Status einer Partnerschule.

Die größte staatliche Universität in Antananarivo verfügt über ein Germanistikinstitut, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) durch ein Lektorat unterstützt wird. Darüber hinaus vergibt der DAAD Stipendien, vermittelt Praktikumsplätze und unterstützt die Studierenden beim Übergang in den Arbeitsmarkt.

Die Deutsche Botschaft fördert traditionell einheimische Kulturevents, darunter 2010 das international bekannte Jazzfestival "Madajazzcar" oder 2011 das Kurzfilmfestival "Rencontres Nationales du Film Court".

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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