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Mossul ist befreit: Jetzt kommt es auf Stabilisierung an

Die Millionenstadt Mossul in Nordirak ist endlich von der Terrormiliz IS befreit. Das ist ein großer Erfolg für die irakische Armee, unterstützt durch die globale Anti-IS-Koalition, an der auch Deutschland beteiligt ist. Jetzt kommt es darauf an, die Region schnellstmöglich zu stabilisieren, um den Menschen wieder eine Lebensgrundlage vor Ort bieten zu können. Deutschland engagiert sich 2017 in Irak voraussichtlich mit 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und weiteren 46 Millionen für Stabilisierungsprojekte.

Unvorstellbare Gräueltaten

Die unvorstellbaren Gräueltaten der IS-Terroristen werden noch lange nachwirken. Hunderttausende Menschen mussten vor den Kämpfen aus ihrer Heimat fliehen, größtenteils in Auffanglager in umliegenden Regionen. Wenn sie zurückkehren, finden sie womöglich nur noch die Trümmer ihres Hauses vor. Oder noch schlimmer: Denn der IS hat auf dem Rückzug Sprengfallen versteckt, so dass ihm auch nach dem Ende der Kämpfe womöglich noch Menschen zum Opfer fallen werden.

Jetzt zählt Stabilisierung

Die entscheidende Aufgabe liegt daher in der schnellen Stabilisierung: Sprengfallen müssen geräumt und zerstörte Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Es gilt, die aufgerissenen Gräben in der Bevölkerung zu überwinden, um Aussöhnung und ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Und gerade die jüngere Generation braucht Zukunftsperspektiven: Bildung und Arbeit sind das beste Mittel gegen Radikalisierung.

Deutsche Schwerpunkte

Deutsches Engagement in Irak

Deutsches Engagement in Irak
© Auswärtiges Amt

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Deutsches Engagement in Irak

Deutsches Engagement in Irak

Deutsches Engagement in Irak

Das deutsche Engagement in Irak konzentriert sich auf humanitäre Hilfe und Stabilisierung. Deutschland hat gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten den Vorsitz in der Arbeitsgruppe Stabilisierung innerhalb der Anti-IS-Koalition inne. Die Projekte haben etwa zum Ziel, Unterkünfte für die Menschen zu schaffen, die Trinkwasserversorgung und Kanalisation wiederherzustellen, eine grundlegende Gesundheitsversorgung anzubieten oder bedürftige Menschen mit Nahrung zu versorgen. Allein für die Räumung von Sprengfallen stellt das Auswärtige Amt 17 Millionen Euro zur Verfügung.

Vertrauensaufbau: Beispiel „community policing“

Langfristig ist es besonders wichtig, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen und einen staatlichen Sicherheitsapparat zu schaffen, dem alle Bürgerinnen und Bürger vertrauen. Das Auswärtige Amt fördert daher beispielsweise ein Projekt im Bereich „community policing“ mit knapp 8 Millionen Euro. Dabei treten lokale Polizeikräfte und Bürger in einen direkten Dialog, um begangenes Unrecht friedlich aufzuarbeiten und gemeinsam Lösungen für die drängensten Probleme zu entwickeln.

Um aus dem militärischen Sieg einen langfristigen Erfolg zu machen, braucht es beides: eine schnell spürbare Friedensdividende und stabile staatliche Strukturen. Deutschland steht dabei fest an der Seite der irakischen Bevölkerung.

Zum Weiterlesen

Mit deutscher Hilfe gegen Sprengfallen des IS

Community Policing in Irak

Länderinformationen Irak

Deutsche Humanitäre Hilfe


Stand 11.07.2017

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