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Laos

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2017

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen mit Laos bestehen seit 1958; mit Gründung der Demokratischen Volksrepublik Laos im Jahr 1975 wurden sowohl Botschaften der Bundesrepublik Deutschland wie auch der DDR in Vientiane eröffnet. In den Jahren nach der Revolution war Laos für die ehemalige DDR Schwerpunktland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Hieran knüpfte die Bundesrepublik Deutschland 1990 erfolgreich an. 2012 statteten der damalige Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, und im sowie Bundesaußenminister Westerwelle (anlässlich des ASEM-Gipfels) Laos offizielle Besuche ab. Im Juli 2015 reisten Mitglieder der ASEAN-Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags nach Laos, im Januar/Februar 2017 Abgeordnete aus dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bundeskanzlerin Merkel traf beim ASEM-Gipfel in Ulan Bator am 14. Juli 2016 mit dem laotischen Premierminister Thongloun Sisoulith zusammen.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Laos ist ein Schwerpunktland deutscher Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf zwei Bereiche konzentriert:

  • ländliche Entwicklung in den armen Bergregionen des Landes unter besonderer Berücksichtigung des Erhalts der Wälder und
  • Unterstützung bei der Integration  der laotischen Wirtschaft in die ASEAN Economic Community (AEC) , insbesondere durch  makroökonomische Beratung und Verbesserung menschlicher Ressourcen (Berufsbildung) wie auch durch die Förderung kleiner bzw. mittlerer Unternehmen.

Diese Schwerpunkte werden seit 2010 durch Klima- und Umweltkomponenten ergänzt.

Für Vorhaben im Rahmen dieser Schwerpunkte wurden bei den EZ-Regierungsverhandlungen vom 9./10. November 2016  45,8 Mio. Euro für das Zweijahresprogramm 2016/2017 zugesagt. Zusätzlich zur bilateralen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit fördert die Bundesregierung Maßnahmen der Europäischen Union und verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen (Office on Drugs and Crime - UNODC, World Food Programme - WFP, Food and Agriculture Organization - FAO u.a.).

Für die Räumung von Bomben, Minen und sonstigen Munitionsresten, die infolge der heftigen Kämpfe und Bombardements während der Indochinakriege auch heute noch in großer Zahl vorhanden sind, hat Deutschland insg. mehr als 7 Mio. Euro ausgegeben. Des Weiteren unterstützt die Bundesregierung die Regionalorganisation "Mekong River Commission“ (MRC, mit den Mitgliedern Laos, Thailand, Vietnam und Kambodscha), die ihren Sitz in Vientiane hat. Deutschland fördert über deutsche und  internationale Nichtregierungsorganisationen sowie durch Kleinstprojekte der Botschaft die Entwicklung des Landes mit Schwerpunkt bei der Armutsbekämpfung.


Wirtschaftsbeziehungen

Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und der relativ niedrigen Kaufkraft sind die wirtschaftlichen Beziehungen zu Laos bisher noch wenig ausgeprägt. Der Handelsaustausch belief sich 2015 auf 115 Mio. Euro (Einfuhren nach Deutschland 74 Mio. Euro, Ausfuhren 41 Mio. Euro). Damit ist die Bundesrepublik neben Frankreich wichtigster europäischer Handelspartner von Laos.

Seit 1996 besteht ein Investitionsschutz- und Förderungsabkommen (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 1998 II, S. 1466).

Deutsche bzw. deutsch-laotische Unternehmen gibt es im Bereich der erneuerbaren Energie, im Dienstleistungssektor, der Textilproduktion, im Baugewerbe und im Bergbausektor. Mercedes Benz und BMW sind mit örtlichen Händlern vertreten. Wichtig als Devisenbringer ist auch der wachsende Tourismus (32.000 deutsche Touristen im Jahr 2015).


Kulturbeziehungen

Deutschland vergibt Lang- und Kurzzeitstipendien an Laoten, die an deutschen Universitäten studieren. Insgesamt gibt es ca. 500 DAAD-Alumni. In der DDR haben mehr als 2.000 Laoten eine handwerkliche oder akademische Ausbildung erhalten.

An der Nationalen Universität von Laos (NUoL) in Vientiane wurde im Jahr 2003 Deutsch als Hauptfach eingeführt (Bachelor-Studiengang mit Spezialisierung auf Tourismus). Das Goethe-Institut in Bangkok unterstützt mit Maßnahmen der Lehrerfortbildung, der DAAD in Hanoi bezieht die Studenten ebenfalls in seine Förderprogramme ein. Sieben Kooperationen deutscher Hochschulen bzw. Anstalten des öffentlichen Rechts mit laotischen Partnern ergänzen den kulturellen Austausch. Hervorzuheben ist der 2006 an der NUoL eingeführte Masterstudiengang „Environmental Engineering and Management“ in Zusammenarbeit mit der Universität Siegen. Im Januar 2015 begann ein neues, vom DAAD gefördertes Projekt unter der Beteiligung der Universität Siegen und der TU Dresden, welches die Errichtung eines Master-Studiengangs Wasserwirtschaft an der NUoL zum Ziel hat.

Das Goethe-Institut Bangkok unterstützt seit einigen Jahren das Vientianale-Filmfestival und hat im November 2015 im Rahmen seiner Programmarbeit eine Tanz-Werkstatt in Vientiane organisiert. Weitere Kooperationsprogramme sind geplant.

Ebenfalls mit Mitteln des Kulterhalt-Programms wird seit 2011 ein Projekt zur Konservierung und Restaurierung der stark gefährdeten Wandmalereien des Vat Sisaket-Tempels in Vientiane finanziert. Detaillierte Bestandserfassungen, Untersuchungen zu Schäden und Schadensursachen, Maßnahme-Erprobungen und angelegte Musterachsen mündeten Ende 2013 in ein umfassendes Konservierungs- und Restaurierungskonzept, welches seit Sommer 2014 in die Tat umgesetzt wird Des Weiteren hat die Bundesrepublik verschiedene Projekte von der Restauration buddhistischer Tempel über die Restaurierung von Palmblatt-Handschriften bis zur Aufzeichnung klassischer laotischer Musik unterstützt. Ein ehemaliges Palast-Wohnhaus der früheren Königsfamilie wurde 2015 in Luang Prabang  – der ehemaligen nordlaotischen Königsstadt – teilerneuert. Dort fand im Rahmen der Feiern zum  20. Geburtstag der Verleihung des UNESCO-Welterbestatus im Dezember 2015 eine Veranstaltung unter Beteiligung der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit deren Generaldirektor Hartmut Dorgerloh statt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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