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Zehn Jahre Einsatz für den Frieden

Training von Fachkräften für Friedenseinsätze, Aufbau eines Expertenpools, unabhängige wissenschaftliche Analyse - das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) ist auf vielfältige Art im Bereich ziviler Krisenprävention aktiv. Jetzt hat es sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Erstmals wurden aus diesem Anlass zivile Experten für ihre Arbeit mit einer Urkunde gewürdigt.

Als Wahlexperte nach Haiti, als Menschenrechtsbeobachter in den Südsudan oder als politischer Berater der Europäischen Union nach Afghanistan - derzeit sind weltweit mehr als 200 deutsche zivile Experten in internationalen Friedenseinsätzen tätig. Um ihren Einsatz symbolisch zu würdigen, bekamen einige zivile Experten zur Feier des zehnjährigen Bestehens des ZIF am 24. Mai in Berlin eine Urkunde überreicht. Das ZIF sei in den vergangenen zehn Jahren zu einer "Institution mit Modellcharakter" geworden, sagte Michael Georg Link, Staatsminister im Auswärtigen Amt, der die Laudatio hielt. Es habe nicht nur international einen exzellenten Ruf, sondern genieße auch in Deutschland parteiübergreifend großen Respekt.

Jubiläumsfeier im Berliner "Wasserwerk"

Jubiläumsfeier im Berliner "Wasserwerk"
© W. Nachtwei

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Jubiläumsfeier im Berliner "Wasserwerk"

Jubiläumsfeier im Berliner "Wasserwerk"

Jubiläumsfeier im Berliner "Wasserwerk"

Das ZIF wurde 2002 von Bundesregierung und Bundestag gegründet. Dadurch sollten die zivilen Kapazitäten für internationale Friedenseinsätze gestärkt werden. Hintergrund waren die Entwicklungen auf dem Balkan ab Mitte der 1990er Jahre. Damals stieg der Bedarf an zivilen Experten und Expertinnen, und zudem veränderte sich der Charakter von Friedensmissionen, die sich mehr und mehr auf innerstaatliche Konflikte konzentrierten. Staatsminister Link erinnerte daran, wie in alle Richtungen telefoniert wurde, um einen deutschen personellen Beitrag zusammenzutrommeln. Damals sei allen Beteiligten klar geworden, "dass die sicherheits- und friedenspolitischen Herausforderungen der Zukunft nicht mit Hilfe eines Zettelkastens zu bewältigen waren", so Staatsminister Link. Das ZIF wurde gegründet, um eine Organisation zu schaffen, die Personalauswahl und die Vorbereitung auf internationale Einsätze in einer Hand hält und damit größtmögliche Kontinuität gewährleistet.

Personalvermittlung und wissenschaftliche Analyse

Heute ist das ZIF in drei Feldern aktiv: Erstens qualifiziert es fortlaufend ziviles Fachpersonal für internationale Friedens- und Beobachtungseinsätze, die von den Vereinten Nationen, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Europäischen Union oder anderen internationalen Einrichtungen organisiert werden. Zweitens vermittelt das ZIF deutsches Fach- und Führungspersonal in derartige Einsätze. Dazu hat es einen Expertenpool aufgebaut, der kontinuierlich erweitert wird. Drittens leistet das ZIF auch unabhängige wissenschaftliche Analyse im Bereich Krisenprävention und Friedensbildung.

Seit 2002 hat das ZIF mehr als 2100 Teilnehmer in Grund- und Spezialisierungskursen auf die Tätigkeit in Friedenseinsätzen vorbereitet. Mittlerweile stehen rund 1200 Fachkräfte im ZIF-Expertenpool für Einsätze als Wahlbeobachter oder in Friedensmissionen zur Verfügung. Das ZIF ist eine gemeinnützige GmbH, alleiniger Gesellschafter ist die Bundesrepublik Deutschland - vertreten durch das Auswärtige Amt.



Stand 25.05.2012

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