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Wirtschaft
Stand: Mai 2013
Die VAE verfügen weltweit über die sechst- und siebtgrößten Öl- bzw. Gasreserven. Mit einem Pro-Kopf–Einkommen von rd. 50.000 USD, stabilen wirtschaftlichen Wachstumsraten und einem internationalem Anlagevermögen von geschätzt mehreren hundert Milliarden Euro gehört die Union der sieben Emirate zu den reichsten Staaten und finanzkräftigsten Investoren weltweit.
Die VAE waren 2012 mit deutschen Ausfuhren in Höhe von 9,77 Mrd. Euro (+30 Prozent im Vergleich zu 7,5 Mrd. Euro im Jahr 2011) der größte deutsche Absatzmarkt in der gesamten Arabischen Welt. Weltweit stehen die VAE unter den deutschen Ausfuhrländern an 23. Stelle (Quelle: Destatis 2012).
Nachdem die emiratische Wirtschaft 2012 um rd. 3 Prozent (Quelle: EIU) gewachsen ist, werden für 2013 – je nach Entwicklung des Ölpreises – ca. 3-4 Prozent erwartet. Die Inflation liegt unter 2 Prozent. Grundpfeiler der guten wirtschaftlichen Entwicklung bleibt der anhaltend hohe Ölpreis, der für hohe Staatseinnahmen sorgt. Die VAE beschleunigen derzeit die Ausweitung ihrer Ölförderkapazität von derzeit 2,8 Mio. Barrel pro Tag auf mittelfristig bis zu 3,5 Mio. Barrel pro Tag.
Das Emirat Dubai hat mit Abschluss von Umschuldungsverhandlungen über rund 25 Mrd. USD eine wichtige Voraussetzung zur vorläufigen Entspannung in seiner Schuldenkrise und für die Rückkehr ausländischer Investoren geschaffen. In den nächsten Jahren wird das Emirat aber noch dem Spardiktat unterworfen sein.
Um die Wirtschaft langfristig von den Öl-Einnahmen unabhängig zu machen, verfolgen die VAE einen ambitionierten Kurs wirtschaftlicher Diversifizierung: Schlüsselsektoren sind Logistik, Handel, Tourismus und Finanzdienstleistungen (insb. Dubai), aber auch energie- und kapitalintensiver Industriezweige (Stahl, Aluminium, Petrochemie)und Hochtechnologie (Mikrochipproduktion, Erneuerbare Energien). Eine große Bedeutung kommt auch der Luftfahrt zu, die in den VAE schon für knapp ein Fünftel der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist. Dubai, aber mittlerweile auch Abu Dhabi, haben sich aufgrund ihrer guten geographischen Lage und günstiger Strukturvoraussetzungen als Drehkreuze des internationalen Luftverkehrs etablieren können.
Die wirtschaftliche Diversifizierung wird substanziell vom Emirat Abu Dhabi getragen, das alle anderen Emirate auch 2012 wirtschaftlich und finanziell mit unterstützt hat.
Die VAE setzen insgesamt ihren Kurs der außenwirtschaftlichen Liberalisierung und Marktöffnung fort: Auf nationaler Ebene werden u.a. Gesetzentwürfe für ein neues Unternehmensgesetz, ein moderneres Investitionsgesetz, ein Streitschlichtungsgesetz, ein Wettbewerbsgesetz und eines für klein- und mittelständische Unternehmen diskutiert. Investoren erhoffen sich mittelfristig auch eine Neufassung der Beteiligungs- bzw. Sponsorengesetzgebung (ausländische Investoren können bislang – außer in Freihandelszonen – nur maximal 49 Prozent der Anteile eines Joint-Venture-Unternehmens halten).
Im Zuge wirtschaftlicher Diversifizierung und steigenden Umweltbewusstseins fördern die VAE zunehmend auch die Entwicklung erneuerbarer Energien: Bis 2020 sollen der ökologische Fußabdruck erheblich vermindert und mindestens 7 Prozent der Energieversorgung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Allerdings fehlt es weiterhin an den rechtlichen Rahmenbedingungen z.B. für die Einspeisung von Solarstrom. Die Bundesregierung ist regelmäßig und hochrangig auf dem World Future Energy Summit in Abu Dhabi vertreten, dem wichtigstem Messe- und Konferenzschaufenster der VAE im Bereich der Erneuerbaren Energie (zuletzt im Januar 2013 mit durch Bundesumweltminister Peter Altmaier anlässlich der IRENA-Generalversammlung).
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
