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Vereinigte Arabische Emirate

Wirtschaft

Stand: November 2014

Die VAE verfügen weltweit über die sechst- und siebtgrößten Öl- bzw. Gasreserven. Mit einem Pro-Kopf–Einkommen von rund 55.000 USD, stabilen wirtschaftlichen Wachstumsraten und einem internationalem Anlagevermögen von geschätzt mehreren hundert Milliarden Euro gehört die Föderation der sieben Emirate zu den reichsten Staaten und finanzkräftigsten Investoren weltweit.

Die VAE waren 2013 mit deutschen Ausfuhren in Höhe von 9,94 Mrd. Euro (leichte Steigerung in Höhe von 200 Mio. Euro ggü. 2012) der größte deutsche Absatzmarkt in der gesamten arabischen Welt. Weltweit stehen die VAE unter den deutschen Ausfuhrländern an 22. Stelle (Quelle: Destatis 2013).

Nachdem die emiratische Wirtschaft 2013 um 4 Prozent gewachsen ist, werden für 2014 – je nach weiterer Entwicklung des Ölpreises – ca. 4-4,5 Prozent erwartet. Die Inflation dürfte unter 2 Prozent liegen. Grundpfeiler der guten wirtschaftlichen Entwicklung war es in den letzten Jahren der hohe Ölpreis, der für anhaltend hohe Staatseinnahmen sorgte Der jüngste  Rückgang der Ölpreise auf deutlich unter 100 USD/barrel dürfte kurzfristig nicht zu staatlichen Sparmaßnahmen führen: Der zur Deckung der Staatsausgaben notwendige Ölpreis (break-even) wird vom IWF für die VAE auf rund 80 USD/barrel geschätzt. Die VAE betreiben derzeit die Ausweitung ihrer Ölförderkapazität von 3 Mio. Barrel auf mittelfristig 3,5 Mio. Barrel pro Tag.

Das Emirat Dubai, das selbst nicht über Einnahmen aus Ölförderung verfügt, hat mit Abschluss von erfolgreichen Umschuldungsverhandlungen 2013/14 über rund 45 Mrd. USD eine Voraussetzung zur vorläufigen Entspannung in seiner Schuldenkrise geschaffen. Die Gesamtschulden Dubais werden auf rund 140 Mrsd USD geschätzt – das sind rund 160 % des BIP von Dubai. Dubai hat  nach Ansicht von Marktbeobachtern aufgrund der auch 2014 positiven Wirtschaftsentwicklung, dem Zuschlag als Austragungsort der EXPO 2020  und der damit  einhergehenden impliziten Finanzgarantie durch das ölreiche Emirat Abu Dhabi gute Chancen, auch weiterhin seine hohen Verbindlichkeiten zu bedienen bzw. umzuschulden.

Um die Wirtschaft langfristig von den Öl-Einnahmen unabhängig zu machen, verfolgen die VAE einen ambitionierten Kurs wirtschaftlicher Diversifizierung: Schlüsselsektoren sind Logistik, Handel (v.a. Re-Exporte), Veranstaltung von Messen, Tourismus und Finanzdienstleistungen (insb. Dubai), aber auch energie- und kapitalintensiver Industriezweige (Stahl, Aluminium, Petrochemie) und Hochtechnologie (Mikrochipproduktion, Erneuerbare Energien). Eine große Bedeutung kommt auch der Luftfahrt zu, die in den VAE schon für knapp ein Fünftel der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist. Dubai, aber mittlerweile auch Abu Dhabi, haben sich aufgrund ihrer guten geographischen Lage und günstiger Strukturvoraussetzungen als Drehkreuze des internationalen Luftverkehrs etablieren können und wachsen weiter.

Die wirtschaftliche Diversifizierung wird substanziell vom Emirat Abu Dhabi getragen, das alle anderen Emirate auch 2014 wirtschaftlich und finanziell mit unterstützt hat.

Als Teil eines diversifizierten Energiemix und zur Deckung eines mit rund 8% pro Jahr schnell steigenden Stromverbrauchs setzt insbesondere das Emirat Abu Dhabi – neben herkömmlichen gasbetriebenen Kraftwerken und ab 2017 auch Atomkraftwerken – auch auf erneuerbare Energien, hauptsächlich Solarenergie: Bis 2020 sollen der ökologische Fußabdruck erheblich vermindert und mindestens 7 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Die Entwicklung eines privaten Marktes für erneuerbare Energien wurde  bisher allerdings durch mangende rechtliche Rahmenbedingungen für die Einspeisung von Solarstrom für Unternehmen und/oder Privatpersonen verhindert. Hier zeichnet sich – zumindest im Emirat Dubai – ein Umdenken ab. Abu Dhabi ist Sitz der 2011 gegründeten International Renewable Energy Agency (IRENA).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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