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Deutsches Engagement in Nordafghanistan
Enge Zusammenarbeit mit Afghanen
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Im Rahmen des internationalen Engagements in Afghanistan hat Deutschland zwei regionale Wiederaufbauteams, sogenannte PRT (regionale Wiederaufbauteams - Provincial Reconstruction Teams), im Norden des Landes unter dem Mandat der internationalen Schutztruppe ISAF unterhalten. Das PRT in Faisabad wurde im Oktober 2012 in afghanische Hände übergeben, während das Wiederaufbauteam in Kundus seine Arbeit bis voraussichtlich 2013 fortsetzen wird. In Masar-e-Sharif stellt Deutschland den "Regionalkommandeur Nord".
Ziel des Wiederaufbaus in Afghanistan ist dauerhafter Friede, wirtschaftliche Stabilität und ein verantwortungsbewusstes Staatswesen. Es geht darum, der afghanischen Bevölkerung im ganzen Land zu helfen, konkret ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Dabei ist es wichtig, die Entwicklung nicht nur in der Hauptstadt Kabul, sondern auch in der Fläche voranzubringen. Deutschland hat die Verantwortung übernommen, besonders im Norden des Landes den Wiederaufbau abzusichern und voranzutreiben.
Regionale Wiederaufbauteams
Zur Zeit sind insgesamt 23 regionale Wiederaufbauteams (Provincial Reconstruction Teams, PRT) unter NATO/ISAF Führung in Afghanistan tätig. Die PRT's stellen ein krisenpräventives politisches Instrument in einem schwierigen Umfeld dar. Durch den zivile und militärische Elemente umfassenden Ansatz fördern sie Stabilisierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen im ganzen Land.
Deutsche Wiederaufbauteams
Die deutschen Wiederaufbauteams bestehen jeweils aus einer zivilen (Diplomaten, Polizeiausbilder und Wiederaufbauhelfer) sowie einer militärischen Komponente. Mit der militärischen Komponente soll das für die Wiederaufbaubemühungen notwendige Klima der Sicherheit geschaffen werden.
Die Wiederaufbauteams werden im Rahmen der Übergabe der Sicherheitsverantwortung nach und nach unter zivile Leitung gestellt und schließlich an die afghanischen Behörden übergeben. Das 2004 eröffnete PRT Faisabad wurde am 9. Oktober 2012 als erstes Wiederaufbauteam an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Auf dem Gelände des ehemaligen PRT‘s wird mit deutscher Hilfe eine Zweigstelle der "Universität Zentralasien" der Aga-Khan-Stiftung entstehen.
Mit der Auflösung des PRT wird die permanente Präsenz der Bundeswehr in der Provinz Badakhshan, deren Hauptstadt Faisabad ist, eingestellt. Deutsche Entwicklungshilfeprojekte werden jedoch weitergeführt. Das 2003 eröffnete PRT in Kundus wurde am 15. November 2012 in zivile Leitung übergeben. Die Übergabe an die afghanischen Behörden ist für den Herbst 2013 geplant.
Schließlich hat Deutschland von Februar 2008 bis Februar 2012 ein dauerhaftes regionales Beraterteam (Provincial Advisory Team, PAT) in Taloqan geleitet.
Aufgaben der Wiederaufbauteams
© Press Information Officer, PRT Kundus
Im Rahmen des zivilen Engagements unterstützt Deutschland vor Ort Wiederaufbaubemühungen von staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen. Schwerpunkt ist die Schaffung von Strukturen, die Afghanistan nachhaltig auf die Beine bringen können.
So unterstützt Deutschland beispielsweise den Bau von Schulen, Straßen und Polizeistationen. Darüber hinaus ist die medizinische Versorgung ein weiterer Schwerpunkt. Deutschland baut in Balkh ein durch einen Brand zerstörtes Krankenhaus wieder auf, das für die Versorgung der Bevölkerung im Norden von großer Bedeutung ist. Deutsche Polizeiberater unterstützen den Polizeiaufbau.
© Press Information Officer, PRT Kundus
Am 1. Juni 2006 hat Deutschland im Rahmen der NATO-geführten internationalen Schutztruppe ISAF das Regionalkommando im Norden Afghanistans übernommen. Der "Regionalkommandeur Nord" in Masar-e-Sharif führt die Manöverelemente des Regionalkommandos und die militärischen Anteile der Wiederaufbauteams in der Nordregion. Für die Koordination der zivilen Anteile steht ihm der Stab des 'Senior Civilian Representative' zu Seite. Hier arbeiten Beamte des Auswärtigen Amts, des Bundesinnenministeriums und des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit sowie der Bundeswehr eng zusammen. Unterstützt werden sie von Kollegen anderer Staaten.
Deutsches Engagement in Herat
In der Provinzhauptstadt Herat gab es von Ende November 2003 bis 2005 eine Außenstelle der Botschaft Kabul. Seit Ende 2005 werden deutsche Projekte in Herat von Kabul aus betreut.
So werden u.a. mit deutscher Hilfe Verwaltungsangestellte in Herat ausgebildet und das Museum und die Zitadelle restauriert.
Im Rahmen der engen, arbeitsteiligen Zusammenarbeit der Internationalen Gemeinschaft in Afghanistan übernahm im Sommer 2005 Italien die Verantwortung für die Region Herat, indem es dort ein PRT und den Regionalkommandeur West einrichtete.
Stand 16.11.2012
