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Bewährte deutsch-französische Freundschaft

Außenminister Westerwelle hat am 4. Juni in Berlin seinen neuen französischen Amtskollegen Laurent Fabius getroffen. Im Mittelpunkt ihres Gesprächs standen europäische Themen und die Lage in Syrien. Außerdem nutzten beide die Gelegenheit für ein Gespräch mit deutschen und französischen Nachwuchsdiplomaten, die gerade in Berlin ein gemeinsames Seminar absolvieren. 

"Regierungen kommen und gehen, aber die deutsch-französische Partnerschaft und Freundschaft bleibt bestehen", bekräftigte Außenminister Guido Westerwelle. Das zeige auch die Tatsache, dass Laurent Fabius so früh in seiner Amtszeit zu einem offiziellen Besuch nach Berlin komme. Zuvor hatten sich beide Minister bereits in Chicago beim Nato-Gipfel am 20. und 21. Mai getroffen.

Beide Minister diskutierten Möglichkeiten, um einen Ausweg aus der europäischen Schuldenkrise zu finden. Außenminister Westerwelle umriss, was dazu aus deutscher Sicht nötig sei: Zunächst gehe es um Haushaltsdisziplin, das heißt Schulden müssten zurückgeführt und keine neuen gemacht werden. Ebenso nötig sei Solidarität in Europa - "Viele reden über den Preis von Europa, zu wenige reden über den Wert von Europa", so Westerwelle. Drittens sei ein Wachstumspaket erforderlich: "Wir wollen dem Fiskalpakt für weniger Schulden einen Wachtumspakt für mehr Wettbewerbsfähigkeit und neue Arbeitsplätze hinzufügen", sagte er. Erst beides zusammengenommen ergebe eine komplette Politik.

Gemeinsame Sorge um Syrien

Neben Europa ging es auch um internationale Themen - Westerwelle und Fabius drückten insbesondere ihre Sorge über die anhaltende Gewalt in Syrien aus. Beide bekräftigten erneut ihre Unterstützung für den Plan des Sondergesandten von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Kofi Annan. Dessen Umsetzung sei mühsam, aber immer noch die beste Grundlage für eine politische Lösung, sagte Westerwelle: "Wir werden international zusammenarbeiten, um eine politische Lösung zu erreichen."

Laurent Fabius wies auf die ebenfalls besorgniserregenden Entwicklungen in der Sahel-Zone hin. Hungersnöte, instabile Staaten, ethnische Spaltungen und fundamentalistische Bewegungen verursachten dort eine gefährliche Dynamik, die die internationale Gemeinschaft aufmerksam beobachten müsse, so der französische Außenminister.

Treffen mit Jungdiplomaten

Westerwelle und Fabius mit deutschen und französischen Jungdiplomaten

Westerwelle und Fabius mit deutschen und französischen Jungdiplomaten
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Westerwelle und Fabius mit deutschen und französischen Jungdiplomaten

Westerwelle und Fabius mit deutschen und französischen Jungdiplomaten, 04.06.2012

Westerwelle und Fabius mit deutschen und französischen Jungdiplomaten

Westerwelle und Fabius kamen in Berlin auch mit deutschen und französischen Jungdiplomaten zusammen, die derzeit ein gemeinsames Ausbildungsmodul absolvieren. Rund 100 Nachwuchskräfte beider Länder, die sich in der Ausbildung für den Auswärtigen Dienst befinden, beschäftigen sich während einer Woche in Berlin mit verschiedenen europapolitischen Themen und Fragen der bilateralen Beziehungen.

Fabius sprach sich dafür aus, in den Köpfen einen echten "deutsch-französischen und französisch-deutschen Reflex bei allem, was wir tun" zu verankern. Zwar verträten Diplomaten naturgemäß in erster Linie die Interessen ihres eigenen Landes, aber man müsse langfristig denken, und nach und nach könnten die Interessen gemeinsame und europäische Interessen werden.

Auch Außenminister Westerwelle ermutigte die Jungdiplomaten zum persönlichen Austausch und dazu, Kontakte zu knüpfen: "Sie werden viele Freundschaften in dieser Woche schließen, und ich freue mich darauf, dass dadurch das Netz zwischen unseren beiden Ländern noch enger geflochten wird."

Bildergalerie: Außenminister Westerwelle trifft seinen französischen Amtskollegen Laurent Fabius. Diese Bilder können unter Angabe des copyrights rechtefrei verwendet werden.


Stand 04.06.2012

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