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Gabriel in Mali: Im Einsatz für Stabilisierung

Mali ist ein Schlüsselland für Frieden und Stabilität in der Sahel-Region. Auf seiner Reise am Freitag (07.04.) hat Außenminister Gabriel deutlich gemacht, warum es auf das Engagement der Bundeswehr in Mali jetzt mehr denn je ankommt.

Außenminister Gabriel hat am Freitag gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault Mali besucht. Der riesige Wüstenstaat in Westafrika wird seit Jahren von Terroranschlägen und den Angriffen islamistischer Milizen erschüttert. Deutsche und französische Soldaten sind in Mali in Missionen der UNO und der EU im Einsatz. Denn ein Abrutschen des Landes hätte verheerende Folgen für die gesamte Sahel-Region – und mittelfristig auch starke Auswirkungen für Europa.

Station bei Truppen im gefährlichen Norden

Im Einsatz: Deutsche Blauhelmsoldaten in Mali.

Im Einsatz: Deutsche Blauhelmsoldaten in Mali.
© photothek.net

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Im Einsatz: Deutsche Blauhelmsoldaten in Mali.

Im Einsatz: Deutsche Blauhelmsoldaten in Mali.

Im Einsatz: Deutsche Blauhelmsoldaten in Mali.

Gabriel und Ayrault führten am Freitag nicht nur Gespräche mit Präsident Ibrahim Boubacar Keïta in der Hauptstadt Bamako, sondern reisten auch in den gefährlichen Norden des Landes. In Gao, am Rande der Sahara, sind Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr stationiert. Als Blauhelmsoldaten der UN-Mission MINUSMA sichern sie ein Gebiet, das früher in der Hand von islamistischen Rebellen war. Insgesamt sind mehr als 10.000 Blauhelmsoldaten im Land. Ziel der UN-Mission ist es, die Einhaltung des Friedensabkommens zu überwachen, das die Regierung und ein Teil der Rebellen 2015 unterzeichnet haben. 

MINUSMA gilt weltweit als eine der gefährlichsten UN-Missionen. Erst am Mittwoch ist ein französischer Soldat bei einem islamistischen Angriff ums Leben gekommen. 

Auf dem roten Wüstensand in Camp Castor reihen sich massive schusssichere Container aneinander. Im trockenen, sandigen Wind wölben sich die weißen Planen, aus denen provisorische Hallen für Hubschrauber und Fahrzeuge aufgebaut sind. 800 Bundeswehr-Blauhelme sind in Camp Castor bei Gao stationiert. "Hier ist einer der großen Krisenherde, aus dem heraus sich Terrorismus, Flucht und Vertreibung heraus entwickeln - deswegen müssen und wollen wir hier helfen“, sagte Gabriel nach einem Gespräch mit Soldatinnen und Soldaten. Von ihrem Engagement zeigte er sich beeindruckt. „Wir wissen, dass der Einsatz unter schwierigen Bedingungen stattfindet, dass zu Hause Familien, Ehepartner und Kinder sich Sorgen machen und dass wir deshalb allen, die das mittragen, zu großem Dank verpflichtet sind“, so Gabriel.

Folgen für Deutschland und Europa

Frieden und Stabilität in Mali sind nicht nur für die Menschen in der Sahel-Region wichtig. Auch für Deutschland und Europa hat die Entwicklung des Landes weitreichende Folgen. Denn Mali ist für viele Flüchtlinge ein Transitland. Terrorismus und gewaltsame Konflikte zerstören die Perspektiven der Bevölkerung und führen zu wirtschaftlicher Misere, sodass für viele Menschen die Migration nach Europa als einziger Ausweg erscheint. Mit Entwicklung, Stabilität und Sicherheit hingegen verbessern sich die Bleibeperspektiven der Bevölkerung. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Zivilbevölkerung. In Bamako traf Gabriel mit jungen Menschen zusammen, die als Künstler, Start-up-Gründer oder Aktivisten die Gesellschaft in Mali nach vorne bringen. "Der Optimismus der jungen Generation in Mali ist bewundeswert und der überzeugendste Grund, warum wir dem Land helfen müssen", sagte Gabriel.

Stabilität durch Ausbildung und Versöhnung

Deutschland setzt in Mali auf eine breit angelegte Strategie, um das Land dauerhaft zu stabilisieren. In Bamako besuchte Gabriel eine Polizeischule. In einer Mission der Europäischen Union engagieren sich dort Polizeiausbilder aus Deutschland, um die Ausbildung der malischen Sicherheitskräfte zu verbessern.

Mit 140 Bundeswehrsoldaten in der Mission der Europäischen Union EUTM engagiert sich Deutschland auch für die Ausbildung der malischen Streitkräfte. Seit 2013 hat EUTM mehr als 9.000 malische Soldaten ausgebildet, damit das Land in Zukunft wieder selbst die Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen kann. Auf dem Lehrplan steht dabei nicht nur klassisches militärisches Training, sondern auch humanitäres Kriegsvölkerrecht und Menschenrechte. Damit die Lehrprogramme auch langfristig ihre Wirkung entfalten können, konzentriert sich die Mission verstärkt auf die ‚Ausbildung der Ausbilder‘. Außerdem berät und unterstützt das Auswärtige Amt zum Beispiel das malische Ministerium für Versöhnung und fördert Projekte, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern.


Stand 07.04.2017

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