Hauptinhalt

Belgien

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Juni 2017

Kulturpolitik

Nach der 1994 abgeschlossenen Verfassungsreform ist die Zuständigkeit für Kultur und Erziehung vollständig auf die drei Sprachgemeinschaften (Niederländisch, Französisch und Deutsch) übergegangen. Das bedeutet, dass die gesamte staatliche Kulturpolitik Belgiens in deren Kompetenz fällt. Jede der drei Gemeinschaftsregierungen ist dabei befugt, Verträge in ihrem Zuständigkeitsbereich mit ausländischen Staaten abzuschließen. Die Gemeinschaften haben in der Folge auch im Ausland ein eigenständiges Profil aufgebaut. An einigen belgischen Botschaften – so auch in Berlin - sind sie durch Referenten vertreten, die im Innenverhältnis der entsendenden Gemeinschaft unterstehen.

Bildungspolitik

Das Gewicht der Bildungspolitik in der Gesamtpolitik ist erheblich. Dies resultiert aus dem Sprachenstreit, der sich wie ein roter Faden durch die belgische Geschichte zieht und bei dem es um die Gleichstellung der niederländischen Sprache und flämischen Kultur mit der französischen geht. Die Bildungspolitik war auch eine der Kernfragen der im Juni 2001 nach langen Verhandlungen verabschiedeten Regionalreform (Accord de Lambermont), deren Ziel u.a. die Stärkung der Finanzkraft der die Bildungspolitik tragenden Gemeinschaften war.

Schulsystem

In Belgien gilt vom 6. bis zum 18. Lebensjahr die Schulpflicht. In diesem Zeitraum ist der Zugang zum Unterricht unentgeltlich, gleiches gilt auch für die Vorschulerziehung . Das Unterrichtswesen ist in Grundschul-, Sekundar- und Hochschulunterricht gegliedert und als Ganztagesunterricht organisiert.

Hochschulen

Es müssen an allen Einrichtungen Studiengebühren bezahlt werden. Ein Numerus clausus besteht nicht, allerdings gibt es in einigen Studienrichtungen (Kunst, nautische Wissenschaften, Zahn- und Humanmedizin, Ingenieurwissenschaften) Eignungsprüfungen. Zugangsvoraussetzung: Abschlusszeugnis der Oberstufe des Sekundarunterrichts. Ausländische Studierende müssen vor Studienbeginn eine Sprachprüfung in der jeweiligen Unterrichtssprache ablegen.

Kultur

Kultur nimmt in Belgien einen hohen Stellenwert ein. Das Palais von BOZAR (Museum der Schönen Künste) in Brüssel ist mit mehreren hunderttausend Besuchern jährlich der größte Publikumsmagnet, sein Pendant in Charleroi erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die Theater weisen ebenfalls hohe Besucherzahlen auf, zu Zu den beliebtesten zählen u.a. das Le Public in Brüssel und die Opéra Royal de Wallonie in Lüttich.. Jedes Jahr findet zudem auf den Straßen von Namur ein großes Theaterfestival „Namur en Mai“ statt. Großer Beliebtheit erfreuten sich in der Vergangenheit auch u.a. folgende Musikfestivals: Das "Brussels Summer Festival", "Tomorrowland"und die "City Parade" in Lüttich). Seit 2016 findet im März im Schloss von La Hulpe (Provinz Wallonisch-Brabant) das Festival Arts’ifices statt. 2017 wurde Deutschland zum ersten Ehrengast dieses Festivals auserkoren. Volksfeste sind sehr beliebt und gelten in Belgien als Besuchermagneten. Dazu zählen die renommierten "Fêtes de Wallonie" in Namur (2013 war Deutschland Ehrengast), das "Fête du Doudou" in Mons und auch die "Gentse Feesten" in Gent, welche jeweils an die 250.000 Gäste verbuchen konnten. Im Mai 2016 fand im Rahmen des Deutsch-Französischen Kulturfonds beim "kunstenfestivaldesarts" in Brüssel die Performance „Welcome to Caveland!“ statt. Dabei ging es darum, Künstlern und Intellektuellen beider Länder eine Plattform für Vorträge und künstlerische Darstellungen zu bieten.

Bis Dezember 2015 war Mons Kulturhauptstadt Europas. Dank einer sehr positiven Bilanz haben die Behörden der Stadt und der Provinz Hennegau beschlossen, aus diesem Erfolg eine Kunstbiennale zu schaffen. Diese Biennale soll 2018 erstmalig einem breiten Publikum präsentiert werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere