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Außenpolitik
Stand: März 2013
Grundlinien der Außenpolitik
Namibias Außenpolitik ist multilateral orientiert. Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte fühlt sich das Land den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und generell den Werten afrikanischer Solidarität besonders verpflichtet. Als Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) setzt sich Namibia für die Förderung der regionalen Integration ein. Im Bereich der bilateralen Beziehungen stehen für Namibia Pflege und Ausbau der Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn sowie den Wirtschaftspartnern in Europa, Asien und Nordamerika im Vordergrund.
Beziehungen zu Südafrika
Aufgrund seiner hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von Südafrika (über 80 Prozent der Importe kommen von dort) und der gemeinsamen Geschichte bleibt der Nachbar im Süden Namibias wichtigster Partner. Mit Südafrika sowie Botsuana, Lesotho und Swasiland ist Namibia durch die Zollunion im Südlichen Afrika (Southern African Customs Union, SACU) verbunden. Der namibische Dollar ist im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Seit August 2004 ist Windhuk Sitz des SACU-Sekretariats.
Beziehungen zur Europäischen Union
Die Europäische Union ist Namibias bedeutenster Entwicklungspartner und nach Südafrika wichtigster Handelspartner. Der 10. Europäische Entwicklungsfonds EEF (Schwerpunkte ländliche Entwicklung und Armutsbekämpfung) sieht Mittel in Höhe von 103 Millionen Euro für Namibia vor. Für den 11. EEF zeichnen sich Kürzungen wegen der Einstufung Namibias als "Upper Middle Income Country" (Weltbank-Klassifizierung) ab. Unter den EU-Mitgliedstaaten ist Deutschland der größte bilaterale Geber. Neben Deutschland sind innerhalb der EU Großbritannien (Diamanten und Rindfleisch) und Spanien (Fisch) die bedeutendsten Wirtschaftspartner Namibias.
Beziehungen zu den USA
Namibia ist am Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA interessiert. Dabei geht es Namibia vor allem um stärkeren Zugang zum amerikanischen Markt im Rahmen von AGOA (Africa Growth and Opportunities Act). Durch Leistungen der Millenium Challenge Cooperation, des amerikanischen Aidshilfeprogramms (PEPHAR) und der Entwicklungsagentur USAID sind die USA größter bilateraler Geber. Veröffentlichungen bei Wikileaks über Einschätzungen durch die US-Botschaft haben zu leichten Verstimmungen und Presseberichten geführt, sind inzwischen aber kein Thema mehr.
Beziehungen zu Asien
Hier stehen traditionell die Beziehungen zu China und Nordkorea im Vordergrund. Das gilt vor allem für die Wirtschaftsbeziehungen, die zielstrebig ausgebaut werden, insbesondere durch große öffentliche Bauaufträge für chinesische und nordkoreanische Firmen. Namibia bemüht sich ebenfalls um Weiterentwicklung der Kontakte zu Indien und den südostasiatischen Schwellenländern, es ist ein Verfechter des Ausbaus des Süd-Süd-Handels.
Namibia in internationalen Organisationen
Namibia gehört in der Afrikanischen Union sowie den Vereinten Nationen zu den pünktlichen Beitragszahlern und beteiligt sich an friedenserhaltenden Maßnahmen durch den Einsatz von Soldaten und Polizisten für Friedensmissionen der Vereinten Nationen in Afrika. Namibia ist Mitglied der Entwicklungsgemeinsschaft im Südlichen Afrika (SADC), der Zollunion im Südlichen Afrika (SACU) und des Commonwealth. Windhuk ist Sitz des SADC-Tribunals, das derzeit allerdings suspendiert ist. Ab August 2013 wird Namibia den Vorsitz im Organ für Politik, Sicherheit und Verteidigung der SADC übernehmen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
