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Moldau, Republik

Wirtschaftspolitik

Stand: Februar 2014

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Die Republik Moldau hat sich nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 der freien Marktwirtschaft zugewandt. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch die 2005/ 2006 von Russland verhängten Importverbote für Wein (eines der Hauptexportgüter Moldaus, 80 Prozent davon gingen traditionell nach Russland) aber auch für landwirtschaftliche Erzeugnisse (Fleisch) nachhaltig gestört. Seit 2008 ist die EU größter Handelspartner des Landes. Bei moldauischen Exporten lag ihr Anteil 2013 bei 47,6 Prozent, der Anteil der GUS-Staaten bei nur 38,5 Prozent. 2013 stammten 45,0 Prozent der Importe nach Moldau aus der EU und 30,4 Prozent aus den GUS-Staaten.

Nach dem Krisenjahr 2009, in dem das Bruttoinlandsprodukt um sechs Prozent geschrumpft war, konnte die Republik Moldau eine deutliche Wirtschaftserholung verzeichnen. 2010 lag das BIP-Wachstum real bei 7,1 Prozent und 2011 bei 6,8 Prozent. 2012 sank das BIP-Wachstum real um 0,7 Prozent. Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von real 3.383 USD (nach Kaufkraftparität, 2012) bleibt die Republik Moldau eines der ärmsten Länder Europas. Die Rücküberweisung von Auslands-Moldauern machen nach Angaben der Weltbank 20 Prozent des BIP aus. Dank des Abschlusses eines Standby-Abkommens mit dem IWF und ausländischer Geberunterstützung gelang es effektiv, das Haushaltdefizit weiter zu reduzieren.

Mittel- und langfristig hat sich die Regierung das Ziel gesetzt, von einer konsum- und importbasierten Wirtschaftweise hin zu einem Wirtschaftswachstum zu kommen, das von Produktion und Innovation getrieben wird. Zur Erreichung dieses Ziels sind ausländischer Direktinvestitionen nötig. Die Verbesserung des Geschäftsklimas und der Investitionsbedingungen, der Abbau von bürokratischen Hindernissen sowie der Kampf gegen die Korruption gehören zu den erklärten Prioritäten der Regierung. Gleichzeitig werden jedoch immer neue Fälle der Veruntreuung von Staatsvermögen bzw. des Missbrauchs von staatlichen Ämtern bekannt.


Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige (ohne die in Transnistrien liegende Schwerindustrie) sind die Landwirtschaft (11% des BIP, vor allem Obst/Gemüse und Getränke), Dienstleistungen (60,6% des BIP) und die Industrieproduktion (14% des BIP, vor allem Texitilindustrie und kleine Elektroartikel, Leichtindustrie). Der wachsende IT-Sektor trägt ca. 10% zum BIP bei. Der Standort Republik Moldau ist neben der traditionellen Textilbranche offenbar besonders interessant für den Einzelhandel und Autozulieferer. Mehrere Freihandelszonen versuchen, ausländische Investoren mit Steuervorteilen, verbesserter Infrastruktur und stabilen Bedingungen zu gewinnen.

Im Mai 2010 trat die Republik Moldau dem Vertrag zur Gründung der Energiegemeinschaft bei. Ihm gehören alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie die Länder des Westlichen Balkans und die Ukraine an. Mit dem Vertrag soll ein gemeinsamer Binnenmarkt für Energie und Erdgas geschaffen werden. Im Sommer 2013 wurde der Bau einer Gaspipeline begonnen, die Rumänien (Iaşi) und Moldau (Ungheni) verbinden und so die Abhängigkeit vom russischen Gas verringern soll. Sie wird maßgeblich von der EU finanziert und soll bis Sommer 2014 fertiggestellt werden.


Außenhandel

Die EU blieb 2013 mit 47,6 Prozent Anteil am Export und 45,0 Prozent Anteil am Import der größte Handelspartner für Moldau, dahinter folgt die GUS, allen voran Russland und die Ukraine.

Wichtigste Einfuhrgüter sind Energieträger (Gas, Öl), Maschinen und Chemikalien sowie Agrarprodukte. Wichtigste Ausfuhrgüter sind Agrarprodukte und Lebensmittel aller Art, Maschinen sowie Textilien.

Die Abhängigkeit von Russland bestimmt noch maßgeblich die Wirtschaftsstruktur. Russland ist der größte bilaterale Handelspartner Moldaus. Immer stärker richtet sich die Republik aber auch auf den westlichen, europäischen Markt aus. Wichtige europäische Handelspartner sind neben Deutschland die Staaten Rumänien, Italien und Polen.

Bei ausländischen Direktinvestitionen ist die Republik Moldau eines der Schlusslichter in Europa. 2012 betrugen die ausländischen Direktinvestitionen im Land nach Angaben von UNCTAD und der Nationalbank 159 Mio. USD gegenüber 281 Mio. USD 2011.

Handelsabkommen und Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Wirtschaftsorganisationen

Bilaterale Abkommen zwischen Deutschland und der Republik Moldau:

  • Abkommen über weitere Entwicklung der Wirtschaftlichen Zusammenarbeit (unterzeichnet am 30.10.1974 , in Kraft seit 11.10.1995)
  • Abkommen über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen (unterzeichnet am 28.02.1994, in Kraft seit 15.06.2006)
  • Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vom Einkommen und Vermögen (unterzeichnet am 24.11.1981, in Kraft seit 11.10.1995)

Die Republik Moldau ist Mitglied

  • der Black Sea Economic Cooperation (BSEC)
  • des Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia (TRACECA)
  • der Donaukonferenz
  • der GUAM-Gruppe (bestehend aus Georgien, der Ukraine, Aserbaidschan, Moldau)
  • der WTO sowie des IWF und der Weltbank
  • des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (Central European Free Trade Agreement – CEFTA)
  • der Zentraleuropäische Initiative (Central European Initiative – CEI)
  • des Wiener Wirtschaftsforums (Vienna Economic Forum – VEF)
  • des Südosteuropäischen Kooperationsprozesses (South-East European Cooperation Process – SEECP)
  • des Regionalen Kooperationsrat (Regional Co-operation Council - RCC)
  • des Energy Charter Treaty (ECT)
  • der Energiegemeinschaft



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.