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Moldau, Republik

Wirtschaft

Stand: April 2017

Wirtschaftliche Lage

Die Republik Moldau hat eine in weiten Teilen freie Marktwirtschaft. Als Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU ist die Einrichtung einer Vertieften und Umfassenden Freihandelszone (Deep and Comprehensive Free Trade Area - DCFTA) vereinbart worden. Diese Freihandelszone sieht die schrittweise Annäherung moldauischer Rechtsvorschriften an EU-Rechtsvorschriften vor und  ermöglicht eine enge Anbindung an den EU-Binnenmarkt. Das seit Herbst 2014 in Teilen vorläufig angewendeteAbkommen trat am 1. Juli vollständig in Kraft.

Das BIP stieg 2016 nach bisherigen Schätzungen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 4% (real, 2015: minus 0,5%). Für 2017 gehen Prognosen von einem Wachstum zwischen 3,5% und 4,5% aus. Mit einem BIP pro Kopf von 2.258 Euro (nominal, 2016) ist die Republik Moldau eines der ärmsten Länder Europas. 

Die EU ist größter Handelspartner der Republik Moldau. Laut Statistikamt der Republik Moldau stammten 2016 49,1% der Importe aus der EU und 25,6% aus den GUS-Staaten. Exporte gingen zu 65,1% in die EU und 20,3% in die GUS. Die Republik Moldau ist weiterhin in hohem Maß auf Russland als Energielieferant und wichtigem Absatzmarkt für Agrarerzeugnisse sowie Rücküberweisungen dort lebender Gastarbeiter angewiesen. 

Die Verbesserung des Geschäftsklimas und der Investitionsbedingungen, der Abbau von bürokratischen Hindernissen sowie der Kampf gegen die Korruption gehören zu den erklärten Prioritäten der Regierung. Gleichzeitig werden jedoch immer wieder Fälle der Veruntreuung von Staatsvermögen und des Missbrauchs von staatlichen Ämtern bekannt.

Die ausländischen Direktinvestitionen betrugen 2016 143,15 Mio. USD. Etwas mehr als die Hälfte (53,4%) kamen aus der EU und 10,9% aus den GUS-Ländern. Es gibt im Land neun Freie Wirtschaftszonen, denen für ausländische Unternehmen große Bedeutung zukommt, da sie Steuervorteile und eine verbesserte Infrastruktur bieten. 


Wirtschaftszweige

Moldau ist mit seinen fruchtbaren Schwarzerde-Böden und mildem Klima traditionell landwirtschaftlich geprägt. Wein, Rüben, Sonnenblumen, Nüsse, Lavendel, Mais und Getreide spielen eine wesentliche Rolle.

Dienstleistungen machten 2016 insgesamt mehr als 60% des BIP aus. Die Industrieproduktion und die Bauwirtschaft hatten einen Anteil von insgesamt 15,5%. Die Agrarwirtschaft belegte den dritten Platz mit 12,2% (zum Vergleich: 29% im Jahre 2000). In der Republik Moldau ist die Leichtindustrie (Textil, Schuhe, Teppiche) stark vertreten. In jüngster Zeit spielen Automobilzulieferer aus den EU-Mitgliedstaaten eine zunehmend wachsende Rolle. 49,2% der Beschäftigten arbeiteten 2016 im Dienstleistungssektor, 33,7% in der Landwirtschaft und 17% in der Industrieproduktion sowie Bauwirtschaft.


Außenhandel

Moldau bleibt von Importen abhängig, das Handelsbilanzdefizit ist jedoch rückläufig: die Exporte stiegen im Jahr 2016 um 4,0% auf 2,05 Mrd. USD (2015: 1,97 Mrd. USD), die Importe um 0,8 % auf 4,02 Mrd. USD (2015: 3,98 Mrd. USD). Exportiert werden vor allem Agrarprodukte (Wein, Gemüse, Obst, Trockenfrüchte, Getreide, Fleisch, Tiere), Schuhe und Textilien sowie in beschränktem Umfang Elektrotechnik. Seit 2014 ist Rumänien wichtigster bilateraler Handelspartner Moldaus. Bei den Importen waren 2016 die wichtigsten Handelspartner Rumänien, Russland, Ukraine und Deutschland, bei den Exporten Rumänien, Russland, Italien und Deutschland (plus 8% im Vergleich zum Vorjahr). 

Im September 2013 suspendierte die Russische Föderation den Import moldauischer Weine, im Juli 2014 wurde ein Importverbot für verschiedene Früchte und Konserven ausgesprochen. Die EU reagierte mit der Liberalisierung des Weinhandels mit der Republik Moldau und zusätzlichen Marktöffnungen. Auch 2016 gingen Exporte  nach (minus 3,1%) und Importe aus Russland (minus 0,1%) im Vergleich zu Vorjahr weiter zurück.


Energie

Moldau ist vollständig abhängig von Gasimporten aus Russland. Rund 30% der Ausgaben für Importe entfallen auf Energieträger.

Im Herbst 2014 wurde eine Gaspipeline fertiggestellt, die Rumänien (Iaşi) und Moldau (Ungheni) verbindet. Das Projekt mit einem Finanzvolumen von ca. 20 Mio. EUR wurde maßgeblich von der EU und Rumänien finanziert. Die Pipeline soll bis 2019 bis nach Chisinau verlängert werden (Kosten: ca. 85 Mio Euro).

Ziel der Regierung ist es, die Energieeffizienz zu erhöhen, erneuerbare Energien stärker zu gewichten und neue Energiepartnerschaften zu etablieren. Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien wurde im Februar 2016 verabschiedet und wird Anfang 2018 in Kraft treten.


Soziales

Die Republik Moldau rangiert beim Human Development Index (2016) auf Rang 107 von 188 Ländern. Das Stadt-Land-Gefälle ist beträchtlich. In den meisten Dörfern fehlt der Anschluss an das Wasser- und Abwassersystem, Straßen und Wege sind oft unbefestigt. Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie häusliche Gewalt sind keine Seltenheit. Zahlreiche Dörfer sind verlassen. Eltern gehen vielfach als Arbeitsmigranten ins Ausland und lassen Kinder und alte Menschen zurück. Die Rücküberweisungen der ca. 800.000 Auslands-Moldauer sind rückläufig, belaufen sich aber immer noch auf ein Viertel der Höhe des BIP. Dies stabilisiert den inländischen Konsum, allerdings fehlen qualifizierte Arbeitskräfte für nachhaltiges produktives Wachstum in Inland.

Die Arbeitslosenrate wurde für 2016 mit 4,2% angegeben. Diese Zahl berücksichtigt weder die Migranten noch die erhebliche Schattenwirtschaft. Das monatliche Durchschnittsgehalt von knapp 220 Euro reicht zum Leben nicht aus. Auf den Dörfern wird daher häufig Subsistenzwirtschaft betrieben und in den Städten sind Mehrfach- und Gelegenheitsjobs die Regel.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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