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Qasr al-Mushatta; frühislamisches Wüstenschloss im Königreich Jordanien

Der Palast Qasr al-Mushatta wurde in der Mitte des 8. Jh.s errichtet und gilt wegen seines aufwändigen Baudekors als eines der Hauptwerke der früh-umayyadischen Architektur. Er liegt etwa 30 Autominuten südlich von Amman und soll durch die jordanischen Behörden zu einem touristischen Anziehungspunkt aufgewertet werden. Die überaus prächtig mit stark differenzierten Ornamenten geschmückte Hauptfassade wurde im Jahr 1903 als Geschenk an das damalige Kaiser-Friedrich-Museum nach Berlin gegeben und ist heute das wichtigste Exponat des Museums für Islamische Kunst auf der Museumsinsel.

Die Palastanlage mit einem regelmäßig gegliederten Grundriss von ca. 150 Metern im Quadrat ist in ihren Umfassungsmauern mit zahlreichen Türmen aus Naturstein noch gut ablesbar und im Inneren durch gewölbte Backsteinbauten gegliedert. Der noch bis zu einer Höhe von sieben Metern aufrecht stehende Audienzraum des Kalifen mit den angeschlossenen Wohnräumen ist zu großen Teilen erhalten.

Qasr al-Mushatta in Jordanien

Qasr al-Mushatta in Jordanien
© TU Berlin

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Qasr al-Mushatta in Jordanien

Qasr al-Mushatta in Jordanien

Qasr al-Mushatta in Jordanien


Im Rahmen eines langfristig angelegten Kooperationsprojektes wird die für die frühislamische Architektur hochbedeutende Bauanlage, die zugleich als Stammsitz des Haschemitischen Königshauses verstanden werden kann, seit 2008 durch das Departement of Antiquities und die Staatlichen Museen zu Berlin (Berlin National Museums) sowie die Technische Universität Berlin (Berlin Institute of Technology) wissenschaftlich erforscht und instand gesetzt. Dazu werden in einem interdisziplinär zusammengesetzten Team detaillierte Vermessungen, archäologische Grabungen, restauratorische und kunstwissenschaftliche Untersuchungen und eine Gesamtinventarisation aller Baubefunde durchgeführt. Die Bausubstanz wird technisch bewertet und aus diesem Wissen heraus ein Instandsetzungskonzept entwickelt.


Nach der seit 2009 laufenden Sicherung des stark ausgewitterten Backsteinmauerwerks wird im Jahr 2010 mit der Wiederaufstellung (Anastylose) von eingestürzten Schmuckbögen begonnen, deren Bauteile seit 1250 Jahren in der Anlage verstreut sind.

Ziel der Maßnahmen ist es, neben einer umfassenden wissenschaftlichen Bewertung die hohen architektonischen Qualitäten des Palastes sichtbar zu machen und die Bauanlage als touristische Attraktion wieder in Wert zu setzen. Zugleich werden in der Zusammenarbeit der Beteiligten Handwerker ausgebildet, die zukünftig an vergleichbaren Bauwerken das hier erworbene Wissen nutzbringend einsetzen können.


Stand 27.01.2011

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02.03.2011

Mschatta

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Im Säulenhof vor der Audienzhalle: Bogensteine der Palastfassade

Im Säulenhof vor der Audienzhalle: Bogensteine der Palastfassade

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