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Vietnam

Außenpolitik

Stand: März 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Vietnam setzt seine 1986 eingeleitete pragmatische Politik der Öffnung nach außen („Doi-Moi-Politik“) fort. Wichtigste außenpolitische Partner sind die ASEAN-Mitgliedstaaten sowie China, Japan, Südkorea, die USA und die EU. Die vietnamesische Außenpolitik verfolgt drei Kernziele: Die Sicherheit Vietnams, die wirtschaftliche Entwicklung und eine verstärkte Einbindung in die Arbeit internationaler Organisationen. Mit der erstmaligen Mitgliedschaft Vietnams als nichtständiges Mitglied des VN-Sicherheitsrats 2008/09 und dem ASEAN-Vorsitz Vietnams 2010 hat die vietnamesische Außenpolitik schärfere Konturen gewonnen. Aus Sicht der vietnamesischen Führung wurde in der 2008 in Kraft getretenen ASEAN-Charta, die Vietnam als eines der ersten ASEAN-Mitgliedstaaten ratifiziert hat, eine akzeptable Balance zwischen den Prinzipien der nationalen Souveränität und der Nichteinmischung in innerstaatliche Angelegenheiten sowie einer verstärkten regionalen Integration gefunden. Die Bemühungen, die ASEAN-Identität und Strukturen zu stärken, werden aktiv vorangetrieben, ebenso werden die politische, wirtschaftliche und soziokulturelle Integration unterstützt.


Beziehungen zur Europäischen Union

Mit der Europäischen Union unterhält Vietnam intensive und stabile Beziehungen. Die EU ist Vietnams drittgrößter Handelspartner. Im Juni 2012 wurde zwischen der EU und Vietnam ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen unterzeichnet. 2012 wurden zudem Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen eingeleitet. Die EU und Vietnam führen einen jährlichen Menschenrechtsdialog, zuletzt im September 2013 in Hanoi.


Beziehungen zu China

China ist mit Abstand der größte Handelspartner Vietnams, wobei Vietnam im bilateralen Handel mit China ein hohes Handelsbilanzdefizit erzielt. Ende 1999 wurde ein Abkommen zur Festlegung der Landgrenze und im Dezember 2000 ein Abkommen über die Seegrenze im Golf von Tonkin unterzeichnet, das 2004 gemeinsam mit einem Fischereiabkommen in Kraft getreten ist. Beide Länder stellen Hoheitsansprüche auf die Spratly- und Paracel-Inseln im Südchinesischen Meer, wo reiche Fischbestände und Bodenschätze vermutet werden.


Beziehungen zu den USA

Die vietnamesisch-amerikanischen Beziehungen haben sich seit dem Inkrafttreten des bilateralen Handelsabkommen im Dezember 2001 dynamisch entwickelt. Die USA haben inzwischen die EU als wichtigsten Exportmarkt Vietnams überholt. Der Krieg zwischen beiden Ländern spielt im öffentlichen Diskurs nur noch selten eine Rolle. Auf Ebene der Außenminister und Verteidigungsminister finden regelmäßig Konsultationen statt. Im Julil 2013 besuchte der vietnamesische Staatspräsident Sang die USA, im Dezember 2013 war Außenminister Kerry in Vietnam.


Beziehungen zu Russland

Die traditionell freundschaftlichen Beziehungen Vietnams zu Russland haben sich nach hochrangigen Besuchen - zuletzt war Präsident Putin im Dezember 2013 in Vietnam - weiter belebt. Moskau sieht in Vietnam ein Schlüsselland für Südostasien und möchte auch aus wirtschaftlichen Interessen längerfristig im Land präsent sein. Die militärische Zusammenarbeit spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Neben der Kooperation im Öl- und Gassektor ist Vietnam an der Versorgung mit russischen Rüstungsgütern interessiert. Im August 2013 wurde beispielsweise der Kauf von Kampfflugzeugen vereinbart. Im Oktober 2010 schlossen Vietnam und Russland ein bilaterales Abkommen zur Errichtung des ersten (mit russischen Krediten finanzierten) Atomkraftwerks Vietnams, in der Provinz Ninh Thuan. Die Bauarbeiten sollen 2014 beginnen, wurden aber im Januar 2014 verschoben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.