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Belarus

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Grundlinien und Eckdaten der Wirtschaftspolitik

Nach dem seit seiner Unabhängigkeit wirtschaftlich schwierigsten Jahr 2011 mit u.a. einer massiven Abwertung gegenüber Dollar und Euro (jeweils über 71%sowie einer Inflationsrate von über 100 Prozent gelang es der Regierung, die belarussische Wirtschaft 2013 vorübergehend wieder zu stabilisieren. Im Ergebnis stand ein reales BIP-Wachstum von 0,90% (auf Rubelbasis) auf 67,51 Mrd. USD, eine Inflationsrate von nur noch 16,50%, ein leicht überschüssiger Staatshaushalt (Haushaltssaldo in Prozent des BIP betrug 0,37%) bei einer unverändert sehr niedrigen offiziellen Arbeitslosenquote von 0,50%.

Der Außenhandelssaldo betrug im 1. Halbjahr 2014 870 Mio. USD (im Jahr 2013 belief sich der Saldo auf 5,76 Mrd. USD). Die internationalen Reserven beliefen sich zum 01.08.2014 nach der Methodologie des IWF auf 6,21 Mrd. USD, darunter fast 3,26 Mrd. USD Währungsreserven. Der nominale monatliche Durchschnittslohn betrug im 1. Halbjahr 2014 581,22 USD (2013: 550 USD)

Der makroökonomischen Stabilisierung standen einmal mehr keine erkennbaren Fortschritte bei den drängenden Strukturreformen gegenüber. Angekündigte Liberalisierungs- und Privatisierungspläne wurden nicht oder allenfalls marginal umgesetzt.

Unter den wichtigsten Wirtschaftsindikatoren für das Jahr 2013 sind folgende zu benennen:

  • BIP-Veränderung  -  +0,90 % (2012: +1,50%)
  • Inflationsrate – 16,50% (2012: 21,80%)
  • Exportsenkung – 19,05%
  • Haushaltsaldo - -0,25 Mrd. USD
  • Die Industrieproduktion sank im Jahr 2013 um 8,04%.

Die seit dem 1. Januar 2010 bestehende Zollunion mit Russland und Kasachstan (gemeinsame Außenzölle; ab 01.07.2010 einheitlicher Zollkodex sowie Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen von Belarus, Russland und Kasachstan) mündete in den am 01.01.2012 in Kraft getretenen „Gemeinsamen Wirtschaftsraum“ dieser drei Länder. Mit dem 2012 vollzogenen Beitritt Russlands zur WTO(Welthandelsorganisation) nimmt über den Transmissionsriemen „Gemeinsamer Wirtschaftsraum“ der Wettbewerbsdruck auf die belarussische Wirtschaft sowohl im Inland als auch beim Export auf dessen wichtigstem Exportmarkt Russland zu.

Belarus ist fast vollständig auf den Import von Energieträgern aus Russland angewiesen.

Das Land importierte im Jahr 2013 20,3 Mrd. cbm Gas - genau so viel wie im Jahr zuvor (für 2014 wird eine Importmenge von 20,5 erwartet). In Geld betrug der Gasimport 3,358 Mrd. USD und sank somit im Vergleich zu 2012 um 1,5%. Die ursprünglich vereinbarte Menge lag bei 22,1 Mrd. cbm. Der durchschnittlich gezahlte Preis für Gas belief sich 2013 auf 166 USD pro 1000 cbm, was einer Senkung  um 1,6% gegenüber 2012 entsprach.

Im Dezember 2011 vereinbarten Russland und Belarus neue Lieferbedingungen für Erdöl für den Zeitraum 2012 - 2015. Grundlage ist das Abkommen über den gemeinsamen Markt für Erdöl und Erdölprodukte im Rahmen der Verträge über den Gemeinsamen Wirtschaftsraum. Belarus bezieht danach Erdöl und Erdölprodukte ohne Quotierung zoll- und abgabenfrei aus Russland. Im Rahmen der neuen Bedingungen wurden 2012 21,6 Mio. t Erdöl aus Russland importiert. Zusammen mit dem in Belarus geförderten Erdöl entsprach diese Menge (insgesamt ca. 23,5 Mio. t) in etwa der Verarbeitungskapazität der beiden belarussischen Raffinerien. Nach belarussischen Angaben ermöglichten diese neuen Bedingungen 2012 ein zusätzliches Einkommen in Höhe von ca. 700 Mio. USD.

Der Import russischen Erdöls sank im Jahr 2013 im Vergleich zu 2012 um 2% auf 20,9 Mio. t. Der durchschnittliche Preis betrug 380 USD/t. Importiert wurde ausschließlich aus Russland.  Der Export von Erdölprodukten 2013 sank um ca. 22,5% auf 13,6 Mio.t bei einem durchschnittlichen Preis von 750, (-9,5% ggü. 2012) USD/t.


Außenwirtschaft

Das Außenhandelsvolumen betrug im 1. Halbjahr 2014 38,47 Mrd. USD (2013: 80,23 Mrd. USD; 2012: 92,39 Mrd. USD). Davon entfielen 18,80 Mrd. USD auf den Export sowie 19,67 Mrd. USD auf den Import (2013: 37,23 Mrd. USD und 42,99 Mrd. USD entsprechend). Im Warenhandel blieb Russland mit 55,31% größter Partner. Die wichtigsten belarussischen Handelspartner waren 2014 nach Russland die Ukraine (7,8% des gesamten Außenhandelsumsatzes), Deutschland (6%) und die Niederlande (4,7%).

Ende 2013 lag das Defizit im Handel mit Waren und Dienstleistungen bei 5,76 Mrd. USD (ca. 8,53% BIP).

Wichtigste Gründe für diese Entwicklung waren die Nachwirkungen der massiven Abwertung 2011 gegenüber USD und Euro, wodurch sich belarussische Exporte erheblich verbilligten und damit wettbewerbsfähiger wurden, andererseits Importwaren sich verteuerten, was zu einer spürbaren Verlangsamung des Importwachstums führte, sowie ein ungewöhnlich hoher Anstieg beim Export bestimmter Ölprodukte. Beide Faktoren haben keine positive Wirkung auf die Warenbilanz 2013 ausüben können.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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