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Belarus

Wirtschaft

Stand: November 2015

Nach Überwindung einer schweren Wirtschaftskrise im Jahr 2011 gelang der bela­russischen Regierung in den Folgejahren zunächst eine gewisse Stabilisierung. 2015 jedoch wird das Land erstmalig seit 1994 in eine (deutliche) Rezession geraten. Haupt­gründe dieser Entwicklung sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Russischen Föderation inklusive des Rubelverfalls – damit ist der für Belarus mit Abstand wichtigste Absatzmarkt entscheidend geschwächt – sowie die in Belarus weiterhin hauptsächlich staatlich organisierte Wirtschaft, die große Probleme in Bezug auf internationale Konkurrenzfähigkeit hat. Die angestrebte Erschließung neuer Exportmärkte kann nur lang­fristig und auf Basis einer veränderten Wirtschaftspolitik Erfolg haben; sie wird dem Land nicht aus der aktuellen Krise heraushelfen. Fortschritte bei drängenden Strukturreformen sind weiterhin nicht erkennbar.

Das BIP Belarus' legte 2014 um 1,6% zu und erreichte einen Umfang von 76,2 Mrd USD. Die Inflation lag 2014 bei 16,2%, das Haushaltssaldo in Prozent des BIP betrug 0,7%. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres ist das BIP um 3,7% zurückgegangen.

Der belarussische Außenhandel ist im Zeitraum Januar bis August August 2015 um 26% gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum geschrumpft. Der negative Saldo beläuft sich auf knapp 1,5 Mrd USD.

Russland bleibt mit einem Anteil von ca. 48% der wichtigste Handelspartner von Belarus (Jan. – Aug. 2015), dahinter folgen Großbritannien (6,6%), die Ukraine (5,8%), China (5%) und Deutschland (4,3%). Der Warenaustausch mit DEU betrug im genannten Zeitraum 1,65 Mrd. USD, wobei sowohl die BLR-Exporte nach DEU (-37%) als auch insbesondere die Importe aus DEU (-46%) stark eingebrochen sind.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach Belarus ist vergleichsweise gering. Der Gesamtumfang an FDI in Belarus belief sich 2014 auf 10,2 Mrd USD. Obwohl für 2015 noch keine genauen Angaben vorliegen, rechnen Experten mit einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit in diesem Jahr. Anlageinvestitionen sollen im Zeitraum Januar bis September 2015 um etwa 14% zurückgegangen sein; Investitionen des belarussischen Staatshaushalts wurden im gleichen Zeitraum um 35,5% gekürzt.

Die Gold- und Währungsreserven des Landes belaufen sich auf 4,57 Mrd USD (Stand 01.09.15) und bewegen sich damit in einem kritischen Bereich.

Der durchschnittliche Monatslohn ist auf unter 400 USD gesunken, viele Industrie­konzerne sind zu Arbeitszeitbeschränkungen und Entlassungen gezwungen.

Die Hoffnungen Belarus in Zusammenhang mit der seit Beginn des Jahres in Kraft getretenen Eurasischen Wirtschaftsunion (EaWU) haben sich bisher nicht erfüllt. Dies betrifft vor allem die Beseitigung einer Vielzahl von Ausnahmeregelungen, die die Freiheit des Waren- und Dienstleistungsaustauschs behindern.


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