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Belarus

Wirtschaft

Stand: Februar 2017

Nach Überwindung der schweren Wirtschaftskrise 2011 gelang in den Folgejahren zunächst eine gewisse Stabilisierung. 2015 verzeichnete Belarus erstmals seit 1994 eine (deutliche) Rezession mit einer Abnahme des BIP um 3,9%, 2016 um 3%. Diese Rezession scheint sich fortzusetzen, die Prognose der Weltbank geht für 2017 von einem erneuten Rückgang des BIP von 1% aus. Hauptgründe dieser Entwicklung sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Russischen Föderation inklusive des Rubelverfalls – damit ist der für Belarus mit Abstand wichtigste Absatzmarkt entscheidend geschwächt – sowie die in Belarus weiterhin hauptsächlich staatlich organisierte Wirtschaft, mit kontinuierlich sinkender internationaler Konkurrenzfähigkeit. Die angestrebte Erschließung neuer Exportmärkte kann nur langfristig und auf Basis einer veränderten Wirtschaftspolitik Erfolg haben; sie wird dem Land nicht aus der aktuellen Krise heraushelfen. Fortschritte bei drängenden Strukturreformen sind weiterhin nicht erkennbar.

Die gesamte Auslandsverschuldung stand am 1.Juli 2016 bei 38,2 Mrd. USD. Nicht zuletzt aufgrund des starken BIP-Rückgangs wird dies zunehmend problematisch. Die Höhe der Außenverschuldung betrug zu Jahresende 2016 etwa 95% des belarussischen BIP. 

Russland blieb 2016 mit einem Anteil von etwa 51% der wichtigste Handelspartner von Belarus, dahinter folgten die Ukraine (7,4%), China (4,4%) und Deutschland (4,3%). Der Warenaustausch mit Deutschland betrug von Januar bis August etwa 1,41 Mrd. USD, was nur ca. 88% des Niveaus der Vergleichsperiode 2015 entspricht.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach Belarus ist vergleichsweise gering.. Obwohl für 2016 noch keine genauen Angaben vorliegen, gehen Experten von einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit in diesem Jahr aus. 

Die Durchschnittslöhne sind im ersten Halbjahr inflationsbereinigt um 3,9 % gegenüber dem Vorjahr gesunken und beliefen sich auf durchschnittlich nur noch 373 USD. Die Inflationsrate stieg von Januar bis September 2016 um 8,3 %.

Im Juni 2016 wurde ein neuer Fünfjahresplan der wirtschaftlich-sozialen Entwicklung 2016-2020 beschlossen, der bis Ende 2020 ein BIP-Wachstum von 12-15 % und einen Rückgang der Inflationsrate auf 5 % vorsieht.

Die Hoffnungen Belarus mit der seit Beginn 2015 in Kraft getretenen Eurasischen Wirtschaftsunion (EaWU) haben sich bisher nicht erfüllt. Eine Vielzahl von den Handel behindernden Ausnahmeregelungen wurden nicht beseitigt. Die Einschränkungen im EaWU-Handel haben sich über die einseitigen russischen Sanktionen gegen UKR und TUR sogar noch verschärft. Allerdings erhielt Belarus im Frühjahr 2016 einen Kredit von 2 Mrd. USD von der Eurasischen Entwicklungsbank.


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