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Indonesien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2017

Politische Beziehungen

Der Besuch von Staatspräsident Joko Widodo bei Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 18. April 2016 in Berlin markiert den vorläufigen Höhepunkt in den bilateralen Beziehungen, die neben politischen Konsultationen die Unterstützung des indonesischen Wunsches eine zügigen Aufnahme von Freihandelsverhandlungen mit der EU, die Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, deutsche Unterstützung bei der Reform des indonesischen beruflichen Bildungswesens, eine vertiefte Zusammenarbeit zu den Themen der Maritimen Agenda und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zum Gegenstand hatte. Erörtert wurden auch globale Fragen wie zum Beispiel der weltweite Klimaschutz, Strategien zur nachhaltigen Entwicklung und die Zusammenarbeit im G20-Format. Als jeweils größte Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN) bestehen für Deutschland und Indonesien auch regionalpolitisch zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Die deutsch-indonesischen politischen Kontakte wurden in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert. Bundespräsident Wulff stattete Indonesien vom 30. November bis 2. Dezember 2011 einen Staatsbesuch ab. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Jakarta im Juli 2012 und vereinbarte mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono eine in der „Jakarta Erklärung“ thematisch breit angelegte Grundsatzvereinbarung, in der eine weiterhin vielfältige und noch engere deutsch-indonesische Zusammenarbeit für die kommenden Jahre angelegt wird. Präsidenten Yudhoyono kam seinerseits vom 3. bis 6. März 2013 zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Mehrere Besuche auf Ministerebene, darunter von Entwicklungsminister Niebel im Januar 2013, von Bundesaußenminister Westerwelle im Februar 2013, von Bundesaußenminister Steinmeier im Oktober 2014 und von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt im April 2016 haben die Beziehungen weiter verdichtet. Der damalige Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe Christoph Strässer besuchte Jakarta und die Provinz Papua im September 2015.

Als Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt ist Indonesien ein wichtiger Partner Deutschlands für den Dialog über Religionsfragen. Der vierte deutsch-indonesische „interfaith dialogue“ mit Vertretern der Regierungen beider Länder und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Religionsgemeinschaften fand im September 2015 in Berlin statt. Der Dialog soll fortgeführt und nach Möglichkeit erweitert werden.

Wirtschaftsbeziehungen

Der bilaterale Handelsaustausch belief sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2016 auf Euro 6,2 Mrd., davon deutsche Ausfuhren Euro 2,4 und deutsche Einfuhren Euro 3,8 Mrd.. Von 2011 bis 2015 war der deutsche Außenhandel mit Indonesien rückläufig. Die Talsohle wurde jedoch 2016 durchschritten. Nach Indonesien verkauft wurden vor allem Spezialmaschinen und Kraftfahrzeuge (einschließlich Komponenten und Teile).

Engagement deutscher Unternehmen in Indonesien

Die deutschen Direktinvestitionen in Indonesien beliefen sich 2015 auf 57 Mio. USD. Bei einem Gesamtvolumen ausländischer Investitionen in Höhe von 29,3 Mrd. USD entsprach der deutsche Anteil 0,2%.

Als deutsche Firmen sind u.a. Siemens, ThyssenKrupp, aus dem Chemiebereich BASF, Bayer, Beiersdorf, Merck, Henkel, und Evonik in Indonesien aktiv. Ferner sind zu nennen die Allianz AG und die Deutsche Bank im Finanz- und Versicherungsbereich, die DHL, Schenker, Hapag Lloyd im Logistiksektor sowie Heidelberger Zement, Fuchs Oil und die Schott AG. Daimler/Mercedes-Benz und BMW endmontieren Autos in Indonesien.

Die deutsch-indonesische Industrie- und Handelskammer (AHK Indonesien / EKONID) vertritt die Interessen ihrer mehr als 500 deutschen und indonesischen Mitgliedsunternehmen. Sie berät deutsche und indonesische Unternehmen bei der Markterschließung, unterstützt bei der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen und arbeitet mit Partnerorganisationen aus Indonesien und Europa zusammen (www.indonesien.ahk.de ).

Germany Trade & Invest (GTAI) berät als Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland indonesische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen und unterstützt deutsche Unternehmen, die den indonesischen Markt erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen. Auf der GTAI-Website sind Informationen zu verschiedenen, für deutsche Unternehmen besonders interessanten Branchen frei abrufbar (www.gtai.de).

Das Deutsche Zentrum (German Centre Indonesia) (www.germancentre.co.id ) leistet mittelständischen Firmen Starthilfe bei ihrem Markteintritt in Indonesien, es bietet Produktions- und Büroflächen mit kompletter Infrastruktur und einer modernen Medienanbindung.

Weiterhin sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die zur KfW gehörende Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) mit Länderbüros in Indonesien vertreten.

Deutsch-Indonesischer Handel

Indonesiens Außenhandel, also die kumulierten Wareneinfuhren und -ausfuhren) war 2015 zum vierten Mal in Folge rückläufig. Die Exporte sind laut Angaben des indonesischen Statistikamtes um 15% auf 150 Mrd. USD zurückgegangen. Die Importe sind sogar um knapp 20% auf nur noch rund 143 Mrd. USD gesunken. Die deutschen Lieferungen nach Indonesien schrumpften 2015 um 15% zum Vorjahr auf 3,5 Mrd. USD. Damit belegt Deutschland auf der Liste der wichtigster Zulieferer nach wie vor Rang neun. Deutschland verkauft vor allem Spezialmaschinen und Kraftfahrzeuge (einschließlich Komponenten und Teile) nach Indonesien.

Die Talsohle im Außenhandel dürfte allerdings durchschritten sein. 2016 soll, darin sind sich fast alle Prognosen einig, für Indonesien der Umschwung kommen.

Engagements deutscher Unternehmen in Indonesien

Die tief greifende Rezession der indonesischen Wirtschaft in den Jahren 1997/1998 hatte die Präsenz deutscher Unternehmen nur unwesentlich berührt. Obwohl in nahezu allen Branchen - der Anlagenbau und die Bauwirtschaft waren besonders betroffen - zahlreiche Firmen Umsatzrückgänge hinnehmen mussten, haben sich deutsche Firmen - mit wenigen Ausnahmen - nicht vom indonesischen Markt zurückgezogen. Dies wird ihnen bis heute hoch angerechnet.

Als deutsche Firmen sind u.a. Siemens, ThyssenKrupp, aus dem Chemiebereich BASF, Bayer, Beiersdorf, Merck, Henkel, und Evonik in Indonesien aktiv. Ferner sind zu nennen die Allianz AG und die Deutsche Bank im Finanz- und Versicherungsbereich, die DHL, Schenker, Hapag Lloyd im Logistiksektor sowie Heidelberger Zement, Fuchs Oil und die Schott AG. Daimler/Mercedes-Benz und BMW endmontieren Autos in Indonesien.

Unternehmen wie die Siemens AG, KSB, Festo und Bosch haben ihre Aktivitäten in Indonesien ausgebaut; die LINDE AG, Fresenius und Ferrostaal planen den Ausbau ihrer Aktivitäten in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern.

Die deutschen Direktinvestitionen in Indonesien beliefen sich 2015 auf 57 Mio. USD. Bei einem Gesamtvolumen ausländischer Investitionen in Höhe von 29,3 Mrd. USD entspricht der deutsche Anteil bescheidene 0,2%.

Sollte sich das Ferrostaal-Projekt des Baus einer Petrochemie-Anlage auf Papua konkretisieren, wäre dies (Volumen über 1 Mrd. USD) die größte jemals in Indonesien getätigte deutsche Investition. Das Projekt hat zuletzt gute Fortschritte gemacht.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Indonesien gehört zu den globalen Entwicklungspartnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die deutsch-indonesische Zusammenarbeit besteht bereits seit den 1950er Jahren. Deutschland ist viertgrößter bilateraler Partner Indonesiens nach Japan, Australien und den USA. Darüber hinaus unterstützt Deutschland über multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und den Haushalt der Europäischen Union mit erheblichen Beiträgen Entwicklungsprogramme in Indonesien. Deutschland finanziert außerdem die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und Programme im regionalen Kontext von ASEAN.

Die Schwerpunkte der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Indonesien liegen in den Bereichen "Energie ", "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung inklusive Berufsbildung" und "Umweltschutz, inklusive Klimaschutz". Die nächsten Regierungsverhandlungen finden im Juli 2017 in Jakarta statt.

Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ)

Die bilaterale wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) fußt auf dem Abkommen zur Zusammenarbeit in der WTZ zwischen beiden Ländern von 1979. Neben dem Stipendienprogramm des DAAD und der universitären Zusammenarbeit werden anlass- und themenbezogen gemeinsame Forschungsprojekte durchgeführt.

Das umfangreichste Projekt der letzten Jahre betraf den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems, das nach dem Tsunami von 2004 beschlossen wurde. Der Aufbau des Systems ist abgeschlossen, das System wurde im März 2011 an die indonesische Seite übergeben. Das Nachfolgeprojekt PROTECTS, mit dem noch Maßnahmen zum Capacity Building und zur nachhaltigen Sicherung des Systems durchgeführt wurden, konnte Ende März 2014 ebenfalls abgeschlossen werden.

Weitere Forschungsbereiche betreffen die Geothermie (Aufbau eines binären Geothermiekraftwerks in Nord-Sulawesi) Biotechnologie (Erweiterung deutscher und indonesischer Forschungssammlungen zur Dokumentation der Biodiversität) und die Erforschung antimikrobiologischer Resistenzen. In der Meeresforschung wird die langjährige Zusammenarbeit durch das Projekt SPICE III mit Forschungsschwerpunkte bei mariner Biodiversität, Klimawandel, Korallenriff- und Mangroven-Ökologie fortgeführt.

Kultur- und Bildungszusammenarbeit

Die engen Beziehungen zu Deutschland werden auch in der Bildung deutlich. Circa 30.000 Indonesier studierten nach der indonesischen Unabhängigkeit in der Bundesrepublik.

In Indonesien sind 28 Partnerschulen mit etwa 19.000 Deutschlernern (u.a. auch die Deutsche Internationale Schule) Mitglieder der 2008 begonnenen Partnerschulinitiative (PASCH) des Auswärtigen Amts. Durch PASCH werden Lehrer und Schüler mit dem Ziel fort- und ausgebildet, weiterreichende Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler zu schaffen und im Schulalltag im Ausland Deutschland erfahrbar zu machen. Insgesamt lernen über 100.000 Indonesier an Schulen Deutsch, wobei Deutsch als Fremdsprache zunehmend mit Mandarin und auch Japanisch konkurriert.

Die Anzahl der indonesischen Studierenden in Deutschland hat sich in den letzten Jahren erhöht und Deutschland zum beliebtesten Studienland in Europa gemacht, wenngleich mit deutlichem Abstand zu angelsächsischen Ländern und zu China. An dieser Entwicklung haben der DAAD und das Studienkolleg Indonesien in Jakarta maßgeblichen Anteil. An den 13 Germanistik- bzw. Deutsch-Lehrstühlen in Indonesien sind etwa 2.500 Studenten eingeschrieben, von denen ein Großteil zu Deutschlehrern ausgebildet wird.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Indonesien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
Die Partnerschaft konzentriert sich besonders auf die Bereiche Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Förderung der Privatwirtschaft und gute Regierungs­führung. Das Schwellenland Indonesien ist ein Partner für Dreieckskooperationen mit Entwicklungsländern. Mehr Informationen finden Sie hier:

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