Hauptinhalt

Usbekistan

Wirtschaft

Stand: März 2014

Allgemeine Wirtschaftsstruktur und -lage

Mit 29,99 Mio. Einwohnern ist Usbekistan das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Zentralasiens. Es grenzt an alle zentralasiatischen Staaten und Afghanistan. Usbekistan ist reich an Bodenschätzen (Gold, Kupfer, Uran, Kohle, Erdgas) und an gut ausgebildeten Fachkräften. Gleichwohl gehört Usbekistan zu den ärmsten Ländern der GUS. Seine junge und wachsende Bevölkerung, die hohen Transportkosten wegen weit entfernter Seehäfen (2.900 km) und die Transformation der Wirtschaft bringen enorme wirtschafts- und entwicklungspolitische Herausforderungen mit sich. Mit einem Bruttonationaleinkommen pro Kopf von 1.735 US-Dollar (2012, Quelle: gtai) zählt Usbekistan zu den "lower middle income" Ländern der Weltbank-Klassifikation.

Auch im 23. Jahr seiner Unabhängigkeit befindet sich Usbekistan noch im Übergang von einer sowjetisch-zentralistischen Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlich orientierten System. Wirtschaftsliberalisierung, Privatisierung und Strukturreformen werden nur langsam umgesetzt. Mit Präsidialdekreten zur Vereinfachung von Kontrollmechanismen und Unternehmensgründungen versucht die usbekische Regierung seit 2011 der privat­wirtschaftlichen Entwicklung (besonders bei den kleinen und mittleren Unternehmen) mehr Schwung zu verleihen. Das usbekische Bruttoinlandsprodukt wächst seit Jahren nach offiziellen Angaben mit ca. 8,2%. Die Politik der makro­ökonomischen Stabilisierung und weitgehenden Autarkie führte zu einer vergleichsweise geringen Auswirkung der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auf die usbekische Wirtschaft.


Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige Usbekistans sind die Industrie/ Bergbau und die Landwirtschaft, mit einem Anteil von 26,7% bzw. 20,1% am BIP im Jahr 2011, gefolgt vom Transport- und Telekommunikationssektor (13,4%). Der Industriesektor ist offiziellen Angaben zufolge 2012 um 9,4% gewachsen. Hauptindustriezweige sind die Brennstoffindustrie, Maschinenbau, Metallverarbeitung, Transportmittelbau und Elektrotechnik (in dieser Gruppe insbesondere die Kfz-Industrie mit ihrem Aushängeschild dem Pkw-Werk „GM-Uzbekistan“ im Fergana-Tal), die Leichtindustrie sowie das Hüttenwesen (Metallurgie). Auch die Nahrungsmittelindustrie ist mit einem Anteil von offiziell ca. 19,9% an der usbekischen Industrieproduktion von einiger Bedeutung.


Außenhandel

Haupthandelspartner Usbekistans bleibt Russland mit einem Anteil von 20,4% am gesamten Außenhandel. Deutschland liegt auf Platz 6 der Außenhandelspartner mit einem Anteil von 3,8%. Russische, chinesische, koreanische und malaysische Firmen investieren verstärkt in die Erschließung von usbekischen und Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten. Ausländische Investoren sehen sich jedoch unverändert vielfältigen Problemen (Gewinnkonvertierung, Lokalisierungs­anforderungen, bürokratische Willkür, mangelnde Rechts­sicherheit) ausgesetzt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Die EU und Zentralasien

Zentralasien gewinnt zunehmend strategische Bedeutung wegen seiner Energieressourcen, der Nähe zu Afghanistan und im Zusammenhang mit interkontinentalen Transportverbindungen.