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Oman

Wirtschaft

Stand: April 2017

Grundlagen

Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Die Währung Rial Omani (OMR) ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar.

Die Regierung verfolgt eine konsequente Wirtschaftspolitik weg von Öl und Gas hin zu einer stärkeren Diversifizierung. Der mittlerweile 9. Fünfjahresplan (2016-2020) schreibt diesen Prozess fort. Prioritär sollen Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei ausgebaut und dabei mit besonderen Finanzierungsinstrumenten die klein- und mittelständische Industrie gefördert werden. Auch in diesem Planungszeitraum sollen trotz gefallener Ölpreise bedeutende Infrastrukturprojekte (Flughäfen, Straßen, Seehäfen, medizinische Einrichtungen) fortgesetzt oder neu begonnen werden.

Die Privatwirtschaft fordert in Zeitungsanzeigen Omaner auf, sich auf neu geschaffene Stellen zu bewerben. Mit königlichem Dekret wurden die Mindestlöhne für Omaner in der Privatwirtschaft ab dem 1.7.2013 auf heute umgerechnet etwa 855 EUR angehoben und eine jährliche Lohnsteigerung von 3 Prozent festgelegt. Außerdem wurden 2013 Regelungen beschlossen, die sicherstellen sollen, dass der Anteil ausländischer Arbeitnehmer an der Bevölkerung 33% nicht übersteigt. Allerdings liegt die Quote der in Oman ansässigen Ausländer mittlerweile bei 44 Prozent. Die wesentlich günstigeren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst führen vermehrt zu einer Abwanderung von Omanern aus der Privatwirtschaft.

Die omanische Regierung lockt ausländische Investoren mit Steuerbefreiungen von fünf und mehr Jahren, Befreiung von Einfuhrzöllen für Maschinen und Ausrüstungsgegenstände und erlaubt in ausgewählten Wirtschaftsbereichen eine 100-prozentige Auslandsbeteiligung. Im Sommer 2016 stieß Sultan Qabus eine neue Diversifizierungskampagne an ("Tanfeedh-Prozess"). Ziele sind eine Verbesserung des Investitionsklimas und Erleichterung von "doing business" in Oman.


Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2017 sieht Einnahmen von 8,7 Mrd OMR (ca. 21,75 Mrd €) und Ausgaben von 11,7 Mrd. OMR (ca. 29,25 Mrd €) vor. Das Haushaltsdefizit wird für 2017 mit 3 Mrd. OMR (ca. 7,5 Mrd. €) angegeben. Die Einnahmen stammen mit 70 Prozent zum überwiegenden Teil aus der Erdöl- und Gasförderung. Bedeutende Ausgabepositionen sind der Sicherheits- und Verteidigungshaushalt (3,34 Mrd. OMR; ca. 8,35 Mrd. Euro) sowie der Bildungssektor (1,59 Mrd. OMR; ca. 3,97 Mrd. €) und das Gesundheits- und Sozialwesen (1,1 Mrd. OMR; ca. 2,75 Mrd. €).

Für das Haushaltsjahr 2016 wurde ein Basis-Ölpreis von 45 USD/Barrel angegeben; die Planungen für 2017 bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen. Der Preis für Auslieferungen lag im Februar 2017 bei 54,47 US-Dollar. Das mit 3 Mrd. OMR (ca. 7,5 Mrd. €) bezifferte Haushaltsdefizit für 2017 soll vordergründig durch Kreditaufnahmen im In- und Ausland und Währungsreserven ausgeglichen werden.


Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO)

Seit Oktober 2000 ist Oman Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Beitritt erfolgte vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung der omanischen Wirtschaft und dem Wunsch nach Erschließung neuer Exportmärkte mit verbesserten Absatzchancen. Entsprechend wurden die staatlichen Förderinstrumente für private Investoren namentlich im Bereich der Klein- und Mittelindustrie, der Fischerei und des Tourismus ausgebaut (im Rahmen der "Omanisierung" vor allem in Klein- und Ein-Personen-Firmen). Hinzugekommen sind staatliche Exportgarantien (ähnlich der deutschen Hermes-Versicherung) und Investitionserleichterungen für Ausländer.

Mit Deutschland besteht seit 2010 ein Investitionsschutzabkommen. Um eine einheimische Güterproduktion aufzubauen, errichtet das Sultanat in größeren Städten Industriegebiete, z.B. am Rande von Maskat, Salalah, Sur, Duqm und Sohar. Mit großzügigen Subventionen, Steuervorteilen und dem Ausbau der Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Strom, Gas, Wasser) werden Anreize für omanische und ausländische Investoren geschaffen.


Tourismus

Der Ausbau des Tourismus ist ein wichtiges Ziel der omanischen Entwicklungsplanung, da er besonders geeignet ist, Arbeitsplätze für junge Omaner zu schaffen. Der Tourismussektor soll im Jahr 2020 vier Prozent des BIP erwirtschaften. Deutsche Touristen stellen das zweitgrößte Kontingent aus Europa. Kreuzfahrttourismus nimmt in den letzten Jahren stark zu, auch die Anzahl der Pauschaltouristen steigt ständig.


Beschäftigung

Mit der Politik der "Omanisierung" des Arbeitsmarktes versucht die Regierung, Arbeitsplätze für die jährlich mehr als 50.000 Schul- und Universitätsabgänger zu schaffen. Dazu gehören die Reservierung bestimmter Berufe für omanische Staatsangehörige und ein Ausbau der Berufsausbildung. Als Konsequenz der Proteste vom Frühjahr 2011 ordnete das Staatsoberhaupt an, 50.000 neue Arbeitsplätze für Omaner zu schaffen. Anfang 2015 wurde jedoch wegen sinkender Staatseinnahmen ein offizieller Einstellungsstopp für den öffentlichen Dienst verhängt, der jedoch umstritten ist. Im besonderen Fokus der omanischen Regierung liegt weiterhin die Förderung der Privatwirtschaft und hier insbesondere die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen.


Außenhandel


Die omanische Außenhandelsbilanz verzeichnet wegen der Erdölexporte traditionell einen Überschuss. 2015 standen Exporten (inkl. Re-Exporten) von umgerechnet 34,72 Mrd. US-Dollar Importe i. H. v. 29 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die bedeutendsten Handelspartner für non-oil Produkte sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien, Indien, China und die USA. Größte Abnehmer omanischen Öls sind China und Japan.

Das Statistische Bundesamt gibt für den bilateralen Handel für 2015 Ausfuhren nach Oman i. H. v. 942,8 Mio. EUR (Vorjahr: 692,8 Mio. EUR) sowie Einfuhren i. H. v. 48 Mio. EUR (Vorjahr: 67,1 Mio. EUR) an. Oman steht damit in der Rangfolge der deutschen Handelspartner bei den Exporten an 69. und bei den Importen an 118. Stelle.


Umweltpolitik

Oman misst dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung große Bedeutung bei. Schwerpunkte sind der Schutz der Wasservorkommen (Projekte zur Wiederauffüllung der Aquifere, Pflege und Erhaltung der traditionellen Falaj-Bewässerungskanäle), Küstenschutz und Naturschutz insbesondere in der südlichen Provinz Dhofar und im Jebel Akhdar Gebirge sowie der Schutz bedrohter Tierarten. Seit 2007 gibt es ein eigenständiges Umweltministerium. Oman ist 2004 den Zusatzvereinbarungen von Montreal 1997 und von Peking 1999 zum Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht sowie dem Stockholmer Abkommen betreffend permanente organische Schadstoffe beigetreten.

Trotz eines großen Potenzials für alternative Energien (vor allem Solarenergie, mit Einschränkungen auch Windkraft), gibt es bisher für Investitionen in diese Technologien kaum Anreize. Derzeit befinden sich sechs Pilotanlagen mit 8,6 MW in ländlichen Regionen in der Erprobung. Um den vor einiger Zeit angekündigten Bau einer Groß-Solaranlage mit bis zu 200 MW ist es ruhig geworden, da eine Entscheidung der Regierung noch nicht gefasst wurde.

Der Energiebedarf Omans (z.Zt. 97,5 Prozent durch Erdgas, 2,5 Prozent durch Diesel gedeckt) steigt ständig – bis 2021 soll er sich verdoppeln. In der öffentlichen Diskussion wird gelegentlich die massive Subventionierung der Energiepreise durch den Staat thematisiert. Diese schafft keinen Anreiz für private Maßnahmen zur Energieeinsparung oder Steigerung der Energieeffizienz und gefährdet mittelfristig die Staatseinnahmen durch Verringerung des Exports. Seit Anfang 2016 werrden erstmals Subventionskürzungen im Energiebereich und kontrollierte Treibstoffpreiserhöhungen umgesetzt.

Mittel- und langfristig möchte die Regierung des Sultanats Oman allerdings die Abhängigkeit des Landes von konventionellen Energieträgern verringern. Die Regierung hat dazu eine Strategie bekannt gegeben, wie künftig etwa 25 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden soll. Die für den Sommer 2016 angekündigte neue nationale Energiestrategie wurde verschoben und im Rahmen des Diversifizierungsprojekts "Tanfeedh" erneut diskutiert. Unter welchen (gesetzlichen) Bedingungen und in welchem Umfang erneuerbare und andere Energien langfristig zur Energie- und Wassererzeugung verwendet werden sollen, soll nun im Umsetzungsprozess festgelegt werden. Für insgesamt sieben Pilotanlagen in den Bereichen Solar- und Windenergie werden hierfür in einem ersten Schritt 300 Mio. omanischen Rial (ca. 600 Mio. EUR) bereitgestellt.

Der omanische Research Council bewilligte im August 2015 mehrere Mio. omanische Rial für die Erforschung der Nutzung erneuerbarer Energien für die Meerwasserentsalzung. Bisher werden die Meerwasserentsalzungsanlagen sehr energieintensiv mit Gas betrieben. Etwa 75 Prozent des omanischen Trinkwasserbedarfs werden aus Entsalzungsanlagen gewonnen, der Rest stammt aus Grundwasservorkommen. Mit der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (GFZ Potsdam, Geomar Kiel, UFZ Leipzig) besteht eine enge Kooperation in drei Forschungsbereichen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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