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Oman

Wirtschaft

Stand: April 2015

Grundlagen

Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Die Währung Rial Omani (R.O.) ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar.

Die omanische Regierung verfolgt eine konsequente Wirtschaftspolitik weg von Öl und Gas hin zu einer stärkeren Diversifizierung. Der mittlerweile 8. Fünfjahresplan (2011-2015) schreibt diesen Prozess fort. Prioritär sollen Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei ausgebaut und dabei mit besonderen Finanzierungsinstrumenten die Klein- und Mittelständische Industrie gefördert werden. Auch in diesem Planungszeitraum sollen trotz gefallener Ölpreise bedeutende Infrastrukturprojekte (Flughäfen, Straßen, Seehäfen, medizinische Einrichtungen) fortgesetzt oder neu begonnen werden.

Die Privatwirtschaft fordert in Zeitungsanzeigen Omaner auf, sich auf neu geschaffene Stellen zu bewerben. Mit königlichem Dekret wurden die Mindestlöhne für Omaner in der Privatwirtschaft ab dem 1.7.2013 auf ca. 755 EUR angehoben und eine jährliche Lohnsteigerung von 3% festgelegt. Außerdem wurden Regelungen beschlossen, die sicherstellen sollen, dass der Anteil ausländischer Arbeitnehmer an der Bevölkerung 33% nicht übersteigt. Allerdings liegt die Quote der in Oman ansässigen Ausländer mittlerweile bei 46%. Die wesentlich günstigeren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst führen vermehrt zu einer Abwanderung von Omanern aus der Privatwirtschaft.

Die omanische Regierung lockt ausländische Investoren mit Steuerbefreiungen von fünf und mehr Jahren, Befreiung von Einfuhrzöllen für Maschinen und Ausrüstungsgegenständen und erlaubt in ausgewählten Wirtschaftsbereichen eine 100%ige Auslandsbeteiligung.


Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2015 sieht Einnahmen von 30,2 Milliarden US-Dollar und Ausgaben von 36,7 Milliarden US-Dollar vor. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit von 6,5 Milliarden US-Dollar, was 8% des BIP entspricht. Die Einnahmen stammen zum überwiegenden Teil (80%) aus der Erdöl- und Gasförderung. Bedeutende Ausgabepositionen sind der Sicherheits- und Verteidigungshaushalt (27% der Gesamtausgaben) sowie das Erziehungs- und Gesundheitswesen (ebenfalls 27%). Für den Gesundheitssektor und die soziale Sicherung sollen insgesamt 3,25 Mrd US-Dollar aufgewendet werden.


Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO)

Seit Oktober 2000 ist Oman Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Beitritt erfolgte vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung der omanischen Wirtschaft und dem Wunsch nach Erschließung neuer Exportmärkte mit verbesserten Absatzchancen. Entsprechend wurden die staatlichen Förderinstrumente für private Investoren namentlich im Bereich der Klein- und Mittelindustrie, der Fischerei und des Tourismus ausgebaut (im Rahmen der Omanisierung vor allem in Klein- und Ein-Personen-Firmen). Hinzugekommen sind staatliche Exportgarantien (ähnlich der deutschen Hermes-Versicherung) und Investitionserleichterungen für Ausländer.

Mit Deutschland besteht seit 2010 ein Investitionsschutzabkommen. Um eine einheimische Güterproduktion aufzubauen, errichtet das Sultanat in größeren Städten Industriegebiete, z.B. am Rande von Maskat, Salalah, Sur, Duqm und Sohar. Mit großzügigen Subventionen, Steuervorteilen und dem Ausbau der Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Strom, Gas, Wasser) werden Anreize für omanische und ausländische Investoren geschaffen.


Tourismus

Der Ausbau des Tourismus ist ein wichtiges Ziel der omanischen Entwicklungsplanung, da er besonders geeignet ist, Arbeitsplätze für junge Omaner zu schaffen. Der Tourismussektor soll im Jahr 2020 drei Prozent des BIP erwirtschaften. Deutsche Touristen stellen das zweitgrößte Kontingent aus Europa. Kreuzfahrttourismus nimmt in den letzten Jahren stark zu, auch die Anzahl der Pauschaltouristen steigt ständig.


Beschäftigung

Mit der Politik der "Omanisierung" des Arbeitsmarktes versucht die Regierung, Arbeitsplätze für die jährlich mehr als 50.000 Schul- und Universitätsabgänger zu schaffen. Dazu gehören die Reservierung bestimmter Berufe für omanische Staatsangehörige und ein Ausbau der Berufsausbildung. Als Konsequenz der Proteste vom Frühjahr 2011 ordnete das Staatsoberhaupt an, 50.000 neue Arbeitsplätze für Omaner zu schaffen. Auch im Haushaltsjahr 2015 sollen zahlreiche neue Stellen sowohl im öffentlichen Dienst als auch bei den Sicherheitskräften geschaffen werden. Im besonderen Fokus der omanischen Regierung liegt jedoch die Förderung der Privatwirtschaft und hier insbesondere die Unterstützung von Kleinen und Mittleren Unternehmen.


Außenhandel

Die omanische Außenhandelsbilanz verzeichnet wegen der Erdölexporte traditionell einen Überschuss. 2013 standen omanischen Exporten (inkl. Re-Exporten) von umgerechnet 56 Mrd US-Dollar Importe i.H.v. 30,5 Mrd US-Dollar gegenüber. Die bedeutendsten Handelspartner sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan, China und Indien, wobei China der größte Abnehmer omanischen Öls ist.

Das Statistischem Bundesamt gibt für den bilateralen Handel für 2013 Ausfuhren nach Oman i. H. v. 763 Mio EUR (Vorjahr: 821 Mio EUR) sowie Einfuhren i. H. v. 49,4 Mio EUR (Vorjahr: 51 Mio EUR) an.


Umweltpolitik

Oman misst dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung große Bedeutung bei. Schwerpunkte sind der Schutz der Wasservorkommen (Projekte zur Wiederauffüllung der Aquifere, Pflege und Erhaltung der traditionellen Falaj-Bewässerungskanäle), Küstenschutz und Naturschutz insbesondere in der südlichen Provinz Dhofar und im Jebel Akhdar Gebirge sowie Schutz bedrohter Tierarten. Seit 2007 gibt es ein eigenständiges Umweltministerium. Oman ist 2004 den Zusatzvereinbarungen von Montreal 1997 und von Peking 1999 zum Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht sowie dem Stockholmer Abkommen betreffend permanente organische Schadstoffe beigetreten.

Trotz großen Potenzials für alternative Energien (vor allem Solarenergie, mit Einschränkungen auch Windkraft), gibt es bisher für Investitionen in diese Technologien kaum Anreize. Derzeit befinden sich sechs Pilotanlagen mit 8,6 MW in ländlichen Regionen in der Erprobung. Um den vor einiger Zeit angekündigten Bau einer Groß-Solaranlage mit bis zu 200 MW ist es ruhig geworden, da eine Entscheidung der Regierung noch nicht gefasst wurde.

Der Energiebedarf Omans (z.Zt. 97,5% durch Erdgas, 2,5% durch Diesel gedeckt) steigt ständig – bis 2021 soll er sich verdoppeln. In der öffentlichen Diskussion wird gelegentlich die massive Subventionierung der Energiepreise durch den Staat thematisiert. Diese schafft keinen Anreiz für private Maßnahmen zur Energieeinsparung oder Steigerung der Energieeffizienz und gefährdet mittelfristig die Staatseinnahmen durch Verringerung des Exports.

Mittel- und langfristig möchte die Regierung des Sultanats Oman allerdings die Abhängigkeit des Landes von konventionellen Energieträgern verringern. Die Regierung hat dazu eine Strategie bekannt gegeben, wie künftig etwa 25% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden soll. Für insgesamt sieben Pilotanlagen in den Bereichen Solar- und Windenergie werden hierfür in einem ersten Schritt 300,- Mio O.R. (ca. 600 Mio €) bereitgestellt.

Der CEO der regierungseigenen Rural Areas Electricity Company (RAECO) SalimAl Magdheri sagte hierzu: "Mit durchschnittlich 342 Sonnentagen pro Jahr wird der Fokus sicherlich bei der Solarenergie liegen". So soll beispielsweise in der südlichen Provinz Dhofar in Kürze eine Solaranlage mit etwa 300 MW ans Netz gehen. Weitere Anlagen mit je 2.000 MW sind in Ibri (ca. 300 km westlich von Maskat) und in der Al Wusta Region (ca. 450km westlich von Maskat) geplant.

Auf der Insel Masirah Island (ca. 500 km südlich von Maskat) soll langfristig ein Windpark entstehen. Ein weiterer Windpark in der südlichen Provinz Dhofar in Harweel nimmt zur Zeitkonkrete Formen an. Verträge für diesen Park mit 50 MW wurden im Oktober 2014 in Maskat unterzeichnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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