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Kongo Demokratische Republik Kongo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2012

Politische Beziehungen

Deutschland hat unmittelbar nach der Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo am 30. Juni 1960 diplomatische Beziehungen hergestellt. Die politischen Beziehungen blieben über lange Zeit konstant und veränderten sich erst im Zuge der weltpolitischen Umwälzungen um 1989/90, als auch im Kongo eine Demokratisierung eingefordert wurde. Seit dem Ende der Kongo-Kriege 2002 und dem Beginn der Übergangsphase (2002-06) hat Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern und der internationalen Gemeinschaft den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprozess maßgeblich unterstützt. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2006 wurden auch von einem Kontingent der Bundeswehr abgesichert, das mit ca. 800 Soldaten rund die Hälfte der europäischen "EUFOR"-Mission stellte. Auch die Einsatzführung der Mission wurde von Deutschland beigetragen. Der damalige Bundesverteidigungsminister Jung und die damaligeBundesministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Wieczorek-Zeul besuchten in dieser Zeit das Land mehrfach - ebenso Delegationen von Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Der kongolesische Staatspräsident Joseph Kabila hat Deutschland zweimal besucht (2002, 2004). Bundesminister Niebel besuchte die Demokratische Republik Kongo im Januar 2010. Am 24. und 25. Oktober 2012 hat Premierminister Matata Ponyo Mapon in Berlin mit Bundesaußenminister Westerwelle und Bundesminister Niebel Gespräche geführt und ein deutsch-kongolesisches Wirtschaftsforum besucht.

Neben den politischen Kontakten auf Bundesebene existieren Verflechtungen auch auf Länder- und kommunaler Ebene sowie in einer Vielfalt von Kontakten, Partnerschaften u.ä. auf nicht-staatlicher Ebene, insbesondere dem humanitären und kirchlichen Bereich.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Deutschland ist seit mehr als 35 Jahren Entwicklungspartner der Demokratischen Republik Kongo. 2008 fanden die ersten Regierungsverhandlungen nach mehr als 20 Jahren statt. Die Demokratische Republik Kongo ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind:

  • Management natürlicher Ressourcen (Umwelt/Forst und mineralische Rohstoffe),
  • Wasser/Abwasser

    und
  • Mikrofinanzen.

Darüber hinaus ist die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit/AIDS/sexuelle Gewalt, Unterstützung benachteiligter Jugendlicher sowie Friedensstabilisierung aktiv. Im Bezug auf letzteres wurde der "Friedensfonds" zum raschen Wiederaufbau des krisengeschüttelten Ostens sowie der Provinz Kinshasa aufgelegt. Insgesamt standen dem Kongo für 2009 und 2010 rund 150 Millionen Euro für gemeinsame Projekte und Programme zur Verfügung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist verantwortlich für die Geberkoordinierung in allen drei Schwerpunktbereichen.

Deutschland leistet in erheblichem Umfang humanitäre- und entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe. Diese Mittel werden vor allem über deutsche Nichtregierungsorganisationen (v.a. kirchliche Organisationen), aber auch über die GIZ vergeben. Weiterhin werden der Demokratischen Republik Kongo Mittel aus Sonderfazilitäten für Konfliktbearbeitung, Krisenprävention und Friedenskonsolidierung zur Verfügung gestellt. Dabei dient der Zivile Friedensdienst (ZFD) als Instrument zur Konfliktbewältigung im Osten und regionalübergreifend in der Region der Großen Seen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo sind schwach ausgeprägt. Importe (hauptsächlich Kupfer) aus Kongo nach Deutschland lagen 2011 bei 10,6 Millionen Euro, Exporte (hauptsächlich Kraftfahrzeuge, Elektronik und Maschinen) bei 113,8 Millionen Euro. Es gibt nur wenige deutsche Firmen im Kongo. Deutsche Produkte gelten im Kongo als hochwertig und werden wegen ihrer Qualität und Langlebigkeit geschätzt.

Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulsektor vergibt die Bundesrepublik Deutschland Postgraduierten-Stipendien und empfängt kongolesische Wissenschaftler zu Forschungsaufenthalten. Darüber hinaus trägt Deutschland durch individuelle Materialspenden im Rahmen der Nachkontaktarbeit zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen an Hochschulen und Universitäten bei. Der DAAD fördert in Kinshasa ein Exzellenzzentrum für Mikrofinanzen (Centre Germano-congolaise de la Microfinance), das gemeinsam von der Université Protestante au Congo und der Frankfurt School of Finance and Management betrieben wird.

Bilaterale Förderprogramme im Medien-/Kunstbereich sowie DAAD-Stipendienprogramme werden von Fall zu Fall durchgeführt. Das Goethe-Institut in Kinshasa musste nach den Unruhen und anschließenden Plünderungen 1991 schließen. Die deutsche Botschaft bietet regelmäßig Konzerte und andere Kulturveranstaltungen an.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Soldaten der AU im Süden von Darfur (2005)

Frieden und Sicherheit in Afrika