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Mauretanien

Außenpolitik

Stand: Juli 2015

Bilaterale und multilaterale Beziehungen

In Mauretanien stoßen der arabische Maghreb und das schwarze Subsahara-Afrika aufeinander. Mauretanien gehört der Afrikanischen Union (AU), der Arabischen Liga (AL), der Organisation der Sahelstaaten (CEN-SAD) der Union des Arabischen Maghreb (UAM) und der "Organisation für die Nutzung des Senegalflusses" (OMVS) an. Nach dem Militärputsch 2008 hat Mauretanien Anstrengungen unternommen, seine Beziehungen zu den Staaten der Arabischen Liga (AL) politisch und wirtschaftlich als Ausgleich zu der eingefrorenen Unterstützung seiner traditionellen europäischen Partner zu vertiefen. Von Januar 2014 bis Januar 2015 hatte Mauretanien den Vorsitz in der Afrikanischen Union.

Die Europäische Union ist wichtigster Partner Mauretaniens im Handel und in der Entwicklungszusammenarbeit. Das EU-Fischereipartnerschaftsabkommen war jahrelang eine der wichtigsten Devisenquellen Mauretaniens, nach langen Verhandlungen wurde im Juli 2015 ein Folgeabkommen abgeschlossen. Frankreich, Spanien und Deutschland sind in Nouakchott mit Botschaften vertreten.

Die USA unterhalten eine enge Zusammenarbeit mit Mauretanien in Sicherheitsfragen.

Japan ist zweitgrößter bilateraler Geber in der Entwicklungszusammenarbeit und einer der Hauptabnehmer der mauretanischen Fischvorkommen mit eigener Fangflotte in mauretanischen Gewässern.

Russland und China unterhalten vor allem wirtschaftliche Beziehungen zu Mauretanien. China ist neben der EU ein weiterer wichtiger Handelspartner Mauretaniens.

Regionale Zusammenarbeit

Mit den Ländern Mali, Niger und Algerien besteht eine Zusammenarbeit zur Verbesserung der Sicherheitslage in der Region und der Bekämpfung der Aktivitäten von Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI).

Im Rahmen des Nouakchott-Prozesses bemüht sich Mauretanien mit zehn weiteren Ländern der Region um eine Kooperation im Sicherheitsbereich. Eine neue regionale Institution mit einem Sekretariat in Nouakchott ist der im Januar 2015 auf mauretanische Initiative hin gegründete Zusammenschluss der G 5 du Sahel (Mauretanien, Mali, Niger, Tschad, Burkina Faso), der sich eine Kooperation auf den Gebieten Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung zum Ziel gesetzt hat.

2007 wurde zwischen Mauretanien und Senegal ein Abkommen zur Rückführung der schwarzafrikanischen Bevölkerung, die von 1989 bis 1991 aus der fruchtbaren Ebene des Senegalflusses Mauretaniens in den Senegal vertrieben wurde, unterzeichnet. Dennoch ist das Schicksal angeblich Tausender Vertriebener nach wie vor nicht geklärt, Eigentum nicht zurückerstattet worden und sind vielfach Staatsangehörigkeiten entzogen worden.

Das Verhältnis zu Marokko ist nicht immer spannungsfrei. Allerdings ist Marokko wichtiger Handelspartner und es gibt viele grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten.

Nach dem mauretanischen Verzicht auf den südlichen Teil der Westsahara hat sich das Verhältnis Mauretaniens zu Algerien entspannt, aber auch hier kann es immer wieder zu Konflikten kommen, gegenseitige Ausweisung diplomatischen Personals Anfang 2015.

Die Beziehungen zu Tunesien sind freundschaftlich und wirtschaftlich relevant. Die Bemühungen Tunesiens zur Wiederbelebung der Union des Arabischen Maghreb (UAM) werden von Mauretanien unterstützt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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