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Indien: Der Palast der Königinnen

Das Fort geht auf eine Gründung durch Rao Jodha aus der Rathore-Dynastie im Jahre 1459 zurück und stellt sowohl in seinen Dimensionen als auch in seiner baulichen Ausgestaltung ein herausragendes Beispiel der Rajput-Architektur dar. Diese geht in vollendeter Form auf die klimatischen Verhältnisse der Wüstenregion ein, indem durch horizontale und vertikale Raumstaffelungen, offene und geschlossene Bereiche eine optimale Durchlüftung der aus dem örtlichen roten Sandstein errichteten Bauten gegeben ist. Für das äußere Erscheinungsbild sind die filigranen jali screens aus Sandstein bestimmend, die einen licht- und luftdurchlässigen Raumabschluss bilden. 

Die bestehenden Paläste und Tempel wurden größtenteils zwischen Mitte des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet, wobei die Zenana, der Palast der Königinnen, entstehungsgeschichtlich und räumlich das Herz der Anlage bildet. Seitdem erfuhr der auf einem Felsplateau aus rotem Sandstein errichtete Baukomplex kontinuierlich Erweiterungen und Veränderungen. Bis etwa 1890 diente das Fort als Wohn- und Regierungssitz der Herrscher von Jodhpur-Marwar. Erst seit den 1940er Jahren war es wieder in Teilen bewohnt; die noch dort wohnenden Damen des Hofes verließen in den 1960er Jahren endgültig die Zenana. Seit 1974 wird das Mehrangarh Fort als Museum genutzt und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Anziehungspunkt mit einem hochkarätigen Ausstellungsangebot entwickelt. 

Insbesondere die Sandsteinfassaden sind aufgrund harter klimatischer Bedingungen durch Materialermüdung in ihrer Substanz gefährdet. In der Zenana hatte mangelnde Instandhaltung über Jahrzehnte zu schweren Schäden an Fassaden und Innenräumen geführt. Mit dem Projekt zur Erhaltung der Zenana fanden in einer ersten Kampagne im Jahre 1997 vorbereitende Maßnahmen statt, die ein architektonisches Aufmaß, eine Bestandsaufnahme unter Anfertigung eines Raumbuches mit denkmalpflegerischen Empfehlungen zum weiteren Umgang sowie dringende Sicherungsmaßnahmen an Decken und Dächern einschlossen. Die Umsetzung von konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen erfolgte in den Jahren 2006 bis 2008. Sämtliche Arbeiten wurden von dem indisch-deutschen Team unter der Maxime der minimalen Intervention ausgeführt mit dem Anspruch, die historisch überkommenen Strukturen, Materialien und Oberflächen möglichst authentisch zu überliefern und so den Glanz des Forts in seiner ursprünglichen Gestalt für weitere Generationen zu erhalten.


Stand 03.03.2011

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03.03.2011

Indien: Der Palast der Königinnen

Das Fort stellt ein herausragendes Beispiel der Rajput-Architektur dar.

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Mehrangarh Fort (Hintergrund) und Jaswant Thada (Vordergrund), die Grabstätte der königlichen Familie der Rathore

Mehrangarh Fort (Hintergrund) und Jaswant Thada (Vordergrund), die Grabstätte der königlichen Familie der Rathore

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