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Beziehungen zu Deutschland
Stand: März 2013
Politische Beziehungen
Die politischen Beziehungen Katars zur Bundesrepublik Deutschland sind traditionell gut und haben sich durch eine stetige hochrangige Besuchsdiplomatie noch intensiviert (u.a. Bundeskanzlerin Merkel im ersten Halbjahr 2010 in Doha, in der zweiten Jahreshälfte Staatsbesuch des Emirs in Deutschland, zuletzt Bundesaußenminister Westerwelle im Juni 2012 zum dritten Mal in Katar). Aufgrund seiner engagierten Außenpolitik ist Katar auch in vielen regionalpolitischen Fragen, wie etwa dem Nahostfriedensprozess, für Deutschland ein wichtiger Partner. Die Besuche des Bundespräsidenten in Doha im Februar und im Dezember 2011 haben den Beziehungen weiter Auftrieb verliehen. Im Jahr 2013 feiern Deutschland und Katar das 40jährige Jubiläum ihrer bilateralen Beziehungen.
Wirtschaftliche Beziehungen
Der Investitionsförderungs- und Schutzvertrag sowie das Luftverkehrsabkommen von 1996 sind seit Januar 1999 in Kraft. Der Warenverkehr zwischen Deutschland und Katar ist unausgeglichen. Die deutschen Exporte nach Katar betrugen im Jahr 2012 1,1 Mrd. €, die Importe beliefen sich auf 676 Mio. €. Wertmäßig stehen Kraftfahrzeuge, Anlagen und Maschinen an der Spitze deutscher Exporte.
Deutsche Firmen sind vornehmlich im Anlagenbau, der Bauwirtschaft und zunehmend im Dienstleistungssektor aktiv, im Öl- und Gasbereich hingegen bislang nur wenig. Mit einem Katalysatorwerk der Firma Südchemie ist die deutsche Industrie seit Juni 2008 mit einer Produktionsstätte vertreten.
Marktpotenzial für deutsche Unternehmen besteht in der Chemie- und Baubranche, sowie in den Bereichen Maschinenbau, Kfz, Umwelt- und Medizintechnik.
Katar engagierte sich seinerseits mit Investitionen in Deutschland und hält u.a. Beteiligungen an Volkswagen, Porsche, Hochtief und Siemens.
Katar misst der anwendungsorientierten Forschung hohe Bedeutung bei. In diesem Bereich engagieren sich auch deutsche Firmen im „Qatar Science and Technology Park“.
Das Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Doha, ein unselbständiges Büro der Deutschen Industrie- und Handelskammer in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll, ebenso wie der Ende 2002 gegründete „German Business Council Qatar“ (GBCQ), die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weiter intensivieren. 2007 wurde eine Deutsch-Katarische Gemischte Wirtschaftskommission eingerichtet (mit einer Arbeitsgruppe Investitionen).
Ende 2012 fand das Treffen der Gemischten Wirtschaftskommission erstmalig in Katar statt.
Die Ende 2011 gegründete Qatar Germany Partnership soll als Zusammenschluss deutscher und katarischer Unternehmen zu einer Plattform für die langfristige und nachhaltig angelegte Zusammenarbeit werden.
Kulturelle Beziehungen
Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 besteht die Deutsche Internationale Schule Doha, die zu einer deutsch-katarischen Begegnungsschule ausgebaut wird. Sie bietet z.Z. Präsenzunterricht für die Klassen eins bis neun an. Der Schule ist ein Kindergarten angeschlossen, in den 2010 erstmals auch katarische Kinder aufgenommen wurden.
Die deutsche Medizin erfreut sich eines guten Rufes. Zwischen dem staatlichen Krankenhaus Katars, der Hamad Medical Corporation, und der Universitätsklinik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt besteht ein Kooperationsabkommen, das die Grundlage für eine breite Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Ausbildung bietet. In den letzten Jahren wurde die medizinische Zusammenarbeit weiter intensiviert, darunter mit der Universitätsklinik Heidelberg auf dem Gebiet der Onkologie, aber auch im sportmedizinischen Bereich und in der Orthopädie.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und weitere führende deutsche Museen arbeiten mit der Qatar Museums Authority (QMA) zusammen an gemeinsamen Ausstellungsprojekten. Das Deutsche Archäologische Institut hat im April 2012 eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit Katar abgeschlossen. Die erste Mission fand Ende 2012 statt, die zweite begann Ende Februar 2013.
Im Sport gibt es Beziehungen beim Fußball (Trainer, Winterlager, Liga-Beratung), Tischtennis (Trainer) und durch die deutsche personelle Beteiligung bei der katarischen Sportakademie Aspire und an der Universität Katar.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
